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Renten in Ost und West steigen deutlich
Renten in Ost und West steigen deutlich
29.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Stefan Vetter

Berlin - Rentner können sich freuen. Zum 1. Juli steigen ihre gesetzlichen Altersbezüge um gut drei Prozent. Im Osten sind es sogar fast vier Prozent. Nachfolgend ein Überblick, warum das Plus fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch unterschiedlich hoch ausfällt, und wie die Rentenanp assung genau funktioniert:

Wie hoch fallen die Renten bislang aus?

Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag - das ist die Altersrente abzüglich Sozialbeiträgen, aber vor Steuern - liegt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung für Männer im Westen bei 1 130 Euro im Monat. Männer im Osten kommen auf 1 126 Euro. Für Rentnerinnen im Westen liegt der durchschnittliche Zahlbetrag bei 647 Euro. Im Osten kommen sie auf 962 Euro.

Woher rührt der große Unterschied bei Frauen?

Hier ist zu berücksichtigen, dass auch Kleinstrenten in die Durchschnittsberechnung einfließen, die es schon ab fünf Versicherungsjahren gibt. Im Westen spielen sie wegen der häufig kürzeren Arbeitsbiografien eine deutlich größere Rolle als im Osten. Legt man als einheitlichen Maßstab mindestens 35 Versicherungsjahre zugrunde, ändert sich das Bild: Frauen im Westen, die so lange gearbeitet haben, bekommen demnach eine Rente von 989 Euro im Monat. Bei den Frauen im Osten sind es unter derselben Voraussetzung 994 Euro. In diesem Fall ist der Unterschied also nur noch marginal.

Was gilt ab dem 1. Juli?

In den alten Ländern steigen die Renten um 3,18 Prozent, in den neuen Ländern um 3,91 Prozent. Eine monatliche Rente von 1 000 Euro, die ausschließlich auf Beitragszahlungen im Westen beruht, erhöht sich demnach ab Juli um 31,80 Euro und eine gleichhohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Damit sind die Renten im Westen seit dem Jahr 2011 um fast 20 Prozent gestiegen. Im Osten sind es sogar gut 28 Prozent.

Wann kommt die Renteneinheit?

Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung waren die Löhne, die den Renten zugrunde liegen, in Ostdeutschland deutlich niedriger als in der alten Bundesrepublik. Nach westdeutschem Recht wäre die Rente im Osten deshalb nur halb so hoch ausgefallen wie die eines westdeutschen Durchschnittsverdieners. Mit einer raschen Lohnangleichung sollte sich das Problem gewissermaßen von selbst lösen. Doch die Rechnung ist bis heute nicht aufgegangen. Ein Ausdruck dafür ist der immer noch unterschiedliche Rentenwert, mit dem die während eines Arbeitslebens erworbenen Rentenanwartschaften (Entgeltpunkte) multipliziert werden. Zum 1. Juli beträgt er im Westen 33,05 Euro und im Osten 31,89 Euro. Seit dem vergangenen Jahr wird der Rentenwert Ost deshalb nun per Gesetz dem im Westen angeglichen. Und zwar schrittweise bis zum Jahr 2024.

Besteht zwischen Renten und Pensionen ein Zusammenhang?

Nein. Die Pensionen folgen den Tarifabschlüssen im Öffentlichen Dienst. In der Regel werden die Tariferhöhungen mit zeitlicher Verzögerung per Gesetz auf die Pensionen übertragen. Der entsprechende Termin variiert deshalb auch, derweil die gesetzlichen Renten stets zum 1. Juli angepasst werden. Laut Beamtenbund sind die Renten in den letzten Jahren prozentual stärker gestiegen als die Pensionen, weil die allgemeine Lohnentwicklung stärker ausfiel als die im Öffentlichen Dienst. In absoluten Zahlen sind die Pensionen jedoch erheblich höher - im Schnitt etwa dreimal so hoch wie eine Durchschnittsrente. Beamte erhalten eine Pension von bis zu 71,75 Prozent des letzten - also meist höchsten - Gehalts. Für die Höhe der gesetzlichen Rente wird dagegen der Verdienst über die gesamte individuelle Arbeitsbiografie hinweg zugrunde gelegt. Das Rentenniveau liegt derzeit bei 48 Prozent - was bedeutet: Wer 45 Jahre lang exakt den deutschen Durchschnittslohn verdient hat, der bekommt 48 Prozent des Lohns als Rente.

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