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"Hate comes late - Love comes first"
05.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Karlsruhe - 50 Jahre nach dem "Sommer der Liebe" werden sich auch die Karlsruher Schlosslichtspiele in diesem Jahr ganz der Liebe zum Leben und der Liebe zum Planeten widmen. Unter dem Motto "Hate comes late - Love comes first" wird vom 8. August bis zum 15. September die Fassade des Karlsruher Schlosses wieder zur Leinwand. Dabei geht es in diesem Jahr ungewohnt politisch zu. Dem "America first" und der "Hass-Sprache des US-Präsidenten Donald Trump" (ZKM-Chef Peter Weibel) soll kosmopolitisch ein "Love first" entgegengesetzt und damit die Einzigartigkeit des Blauen Planeten zelebriert werden.

Viele Arbeiten der diversen Künstlerkollektive befassen sich diesmal mit Bildern, deren Vorbilder aus der Natur entnommen wurden. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup hätte auf das Wort "Hass" im Motto der diesjährigen Schlosslichtspiele gerne verzichtet und sich lieber voll und ganz auf den Aspekt Liebe konzentriert. "Es ist schade, dass der Hass vorne steht", sagte er anlässlich einer Pressekonferenz, denn Hass gebe es schon genug. Die Schlosslichtspiele, die ein beeindruckend friedliches Fest für alle Generationen seien, wolle er mit Hass erst gar nicht in Verbindung bringen. Weibel hielt jedoch dagegen, dass erst mit dem Verweis auf Hass die Großartigkeit von Liebe klar gemacht werden könne. Über die Entstehung des Lebens komme man irgendwann automatisch zum Motiv der Liebe. Um die Unwahrscheinlichkeit von Leben auf unserem Planeten darzustellen hat man sich erstmals auch wissenschaftlichen Beistand geholt.

Professor Johannes Orphal vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) freute sich, dass es im Rahmen der Schlosslichtspiele gelinge, "die Liebe zu unserem Planeten in Bilder zu fassen." Vor über einem Jahr gab es schon Überlegungen, dass man etwas zu Klima und Klimawandel präsentieren wolle, nun habe man in den Experten der Digitalisierung die richtigen Partner gefunden.

Auch Norbert Lenz vom Naturkundemuseum Karlsruhe ist froh, mit den Schlosslichtspielen eine Plattform gefunden zu haben, mit der wissenschaftliche Erkenntnisse in ästhetische Bilder verwandelt werden können. Dabei gehe es nicht um dokumentarische Filmchen, sondern die künstlerische Umsetzung von aktueller Forschung über Lebensformen. Die hierbei entstandene Mischung aus Wissenschaft, Technik und Ästhetik sei typisch für Karlsruhe, sagt Weibel und freut sich nebenbei auch, dass man mit den diesjährigen Schlosslichtspielen in eine ähnliche Richtung weise, wie die Fridays for Future. Es gehe letztlich darum, die Schönheit der Schöpfung zu präsentieren und für die Bewahrung der Schöpfung zu werben.

Insgesamt sind es bereits die fünften Schlosslichtspiele und nicht nur Mentrup spricht von einer Erfolgsgeschichte. Was als eigentlich einmalige Geschichte beim Stadtgeburtstag begann, hat inzwischen 1,4 Millionen Menschen angelockt. In diesem Jahr werden die Schlosslichtspiele ergänzt mit Aktionen in der Innenstadt, allen voran durch die 150 Meisterwerke des Woodstock-Fotografen Elliot Landy, die als "Ausstellung im öffentlichen Raum" in zahlreichen Geschäften der Innenstadt zu sehen sein werden. Außerdem werden Fotos von Landy auch auf der Schlossfassade zu sehen sein, die ungarische Gruppe KD-Seville hat sie in ihr Programm eingebaut. Wieder mit dabei sind übrigens auch "Maxin10sity", die in den vergangenen Jahren stets die Publikumslieblinge waren und die mit ihren neuen Show "Our only blue One" zu einer Reise durch das Universum einladen.

Der Etat der Schlosslichtspiele liegt in diesem Jahr bei rund einer Million Euro, wovon Sponsoren und die Stadt Karlsruhe jeweils 400 000 Euro beisteuern, der Rest muss über den Verkauf von Souvenirs sowie Essen und Trinken beigesteuert werden. Der Eintritt ist auch in diesem Jahr frei. Los geht es am 8. August um 21.30 Uhr. Das genaue Programm wird allerdings erst in den kommenden Tagen veröffentlicht, wohl auch, weil bei einigen Shows noch am Feinschliff gearbeitet wird. Eines scheint dabei aber jetzt schon klar: "Hate", also Hass, kommt im Programm nicht vor.

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