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Eine Region mit Potenzial
06.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Baden-Baden/Rastatt - Der Region Mittelbaden muss nicht bange sein: Mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit haben der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden gute Perspektiven. Vor allem der Kurstadt wird im neuen "Zukunftsatlas" des Forschungsinstituts Prognos ein hohes Potenzial eingeräumt. Im Ranking der 401 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands finden sich Baden-Baden auf Platz 67 und der Landkreis Rastatt auf Platz 134 wieder.



Prognos erhebt die Daten alle drei Jahre. Während sich Baden-Baden seit 2016 (Platz 93) deutlich verbessern konnte, ist der Landkreis Rastatt (Platz 106) etwas zurückgefallen. Vor allem die Situation am Arbeitsmarkt ist dafür verantwortlich. Die Stadt Baden-Baden hat hier ihre beste Platzierung (Rang 59) über alle Kategorien hinweg erreicht. Dagegen rutscht Rastatt auf Platz 367 ab. Auch in den Kategorien Stärke (Platz 60/110), Wohlstand (Platz 80/84) und Gesamtstärke (Platz 60/110) hat Baden-Baden die Nase vorne. Rastatt punktet dagegen vor allem in der Kategorie Innovation (Platz 48/107). Mit Blick auf die Demografie schneiden beide im bundesweiten Vergleich nicht besonders gut ab - Rastatt landet auf Platz 235 und Baden-Baden sogar nur auf Platz 304.

Bei Betrachtung aller Einzelergebnisse werden dem Landkreis Rastatt von den Prognos-Experten Zukunftschancen in einem eher kleineren Rahmen eingeräumt, für Baden-Baden prognostizieren sie deutlich bessere Möglichkeiten.

Zwar braucht es bei regionalen Entwicklungen einen ganz langen Atem, wenn die Politik vor Ort einmal entsprechende Weichenstellungen vorgenommen hat. Andererseits können verpasste Weichenstellungen schnell zu einem wirtschaftlichen Abstieg führen. Ein Beispiel: Sollte es Daimler nicht gelingen, den Anforderungen der neuen Mobilität gerecht zu werden, könnte dies Auswirkungen auf das Geschäft des Autobauers und letztlich auch auf die Arbeitsplätze haben. In Mittelbaden ist Daimler mit zwei Werken in Rastatt und Gaggenau der mit Abstand größte Arbeitgeber. Letztendlich würde bei einem Scheitern von Daimler sogar dem gesamten Südwesten als derzeit starkem Automobilstandort ein Strukturwandel drohen.

Die Wirtschaftskraft ist entlang der Rheinschiene zwischen Karlsruhe und Basel im bundesweiten Vergleich seit jeher hoch. Die neuesten Prognos-Daten belegen eine weiterhin hohe Strahlkraft. Die Stadt Karlsruhe belegt im Ranking aktuell Platz 23, der Landkreis Karlsruhe folgt auf Rang 58. Auch der Ortenaukreis gehört mit Platz 157 noch zum vorderen Mittelfeld.

Gleichwohl gibt es auch in den vermeintlich boomenden Regionen zum Teil noch Nachholbedarf - beispielsweise beim Wohnungsbau. Prognos hat in der neuen Studie den Wohnungsmarkt erstmals genauer unter die Lupe genommen und eine sogenannte "Wohnungsbaulücke" in den einzelnen Regionen ermittelt. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen der Entwicklung der Zahl der Haushalte sowie des Wohnungsbestands im Zeitraum von 2011 bis 2017. Bundesweit fehlen demnach rund 720 000 Wohnungen oder 1,7 Prozent des Gesamtbestands. Das liegt daran, dass die Zahl der Haushalte schneller wächst als neuer Wohnraum. In Baden-Baden ist die Situation demnach angespannt, die Wohnraumlücke liegt über dem Bundesdurchschnitt.

Die Stadt Leipzig ist laut dem neuen "Zukunftsatlas" Aufsteigerregion Nummer eins in Deutschland. Nirgendwo sonst verbesserten sich die wirtschaftlichen Aussichten in den vergangenen 15 Jahren so stark wie in der sächsischen Messestadt, heißt in der Regionalstudie, die das "Handelsblatt" gestern veröffentlichte. Leipzig kletterte demnach im Ranking von Platz 334 im Jahr 2004 auf Platz 104 im Jahr 2019. Spitzenreiter ist die Stadt München, die mit dem Landkreis München die Plätze eins und zwei tauscht.

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