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Großrazzia in Asylbewerberunterkünften
Großrazzia in Asylbewerberunterkünften
24.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Baden-Baden/Ötigheim - Ein Großaufgebot von 188 Polizeibeamten hat gestern in den frühen Morgenstunden drei Asylbewerberunterkünfte in Baden-Baden und Ötigheim durchsucht. Konkret lagen dabei zunächst sieben Dursuchungsbeschlüsse vor, da der Verdacht des Drogenbesitzes und der Dealerei im Raum stand. Eine achte Durchsuchungsberechtigung wurde wegen des durchdringenden Geruchs nach Marihuana in einem Zimmer noch vor Ort erwirkt. Die Beamten stellten neben einer größeren Menge Drogen auch Diebesgut sowie eine illegale Waffe sicher. Eine Person wurde vorläufig festgenommen.

Auf die Spur der Drogen waren die Ermittler laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft durch Aussagen in bereits laufenden Verfahren gekommen. Mehrfach sei, so BT-Informationen, zu hören gewesen, dass in den Unterkünften gedealt werde. Die Razzia lieferte nun den Beweis. Ein halbes Kilo Marihuana, zehn Gramm Amphetamin und 1 200 Euro, die den Ermittlern zufolge vermutlich aus Drogengeschäften stammen, wurden sichergestellt. Sozusagen als "Beifang" entdeckten die Fahnder auch fünf als gestohlen gemeldete Fahrräder und eine Sporttasche mit geklauten Tennisschlägern sowie eine Machete. Die zunächst festgenommene Person wurde laut Staatsanwaltschaft später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am Einsatz beteiligt waren neben örtlichen Polizeieinheiten auch die Bereitschaftspolizei und ein Sondereinsatzkommando, da vermutet wurde, dass einer der Verdächtigen eine Waffe besitze, hieß es aus Behördenkreisen. Die hohe Anzahl der beteiligten Kräfte sollte, wie der Baden-Badener Staatsanwalt Michael Klose auf BT-Anfrage erklärte, von vornherein jegliche Gefahr an Eskalation und Zusammenrottung der Heimbewohner im Keim ersticken.

Die Razzia an sich hatte neben der Beweissicherung vor allem auch symbolischen Wert. "Es ging uns einerseits darum, der Bevölkerung klar zu machen, dass wir aktiv werden und gegen die sich bildenden Kriminalitätsstrukturen in den Asylbewerberunterkünften ermitteln", erklärte Klose. Zum anderen habe die Razzia aber auch eine gezielte Innenwirkung, die den Bewohnern der Unterkünfte zeigen solle, dass die Behörden ein Auge auf sie hätten, was von weiteren Straftaten abschrecken solle.

Wie viele Asylbewerber insgesamt kontrolliert wurden, vermochte die Staatsanwaltschaft gestern zunächst nicht zu sagen. Unterstützt bei ihrer Aktion wurde die Justizbehörde jedenfalls von der Stadt Baden-Baden, die neun Mitarbeiter vor Ort hatte, um die Belegung und den Aufenthaltsstatus der Bewohner zu überprüfen. Dabei wurden laut Stadtpressesprecher Roland Seiter jedoch keine Verstöße festgestellt.

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