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Arbeit der Klimaschutzagentur wichtiger denn je
26.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Nico Fricke

Karlsruhe - Die Temperaturen von an die 40 Grad Celsius dürften gestern eindrücklich die Sinnhaftigkeit der Klimaschutz- und Energieagentur (KEA) Baden-Württemberg bezeugt haben. 25 Jahre besteht die KEA mittlerweile, das Jubiläum wurde nun mit einem Festakt im Karlsruher Schloss gefeiert.

"Es war damals ein weiser Entschluss, diese Einrichtung ins Leben zu rufen", gratulierte Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) dem Geburtstagskind, das angesichts der aktuellen Debatten um den Klimaschutz "notwendiger denn je geworden" sei.

"Vergangenes Jahr hatten wir eine Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad Celsius im Land, so hoch wie noch nie seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Dieses Jahr könnten wir das noch übertreffen", sagte Untersteller angesichts der bereits zweiten Hitzephase des Sommers. "Der Klimawandel ist da - mit Folgen für alle Bereiche des täglichen Lebens."

Und die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH mit Sitz in Karlsruhe will nach eigener Aussage ihren Teil dazu beitragen, dass die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Die KEA, mittlerweile eine 100-prozentige Tochter des Landes, versteht sich als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zum Klimaschutz im Land. Sie informiert und berät Kommunen, aber auch Privatpersonen in den Themenfeldern Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Außerdem unterstützt und vernetzt sie Akteure in Politik, Verwaltung, Forschung, Industrie und Gewerbe sowie Sozialeinrichtungen, um den Klimaschutz voranzubringen, erläuterte KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen gestern in einem Pressegespräch. Mehr als 1 000 Projekte seien von den aktuell 39 Beschäftigten der KEA bislang umgesetzt worden. Wenn Kommunen ein Wärmenetz planen, in neue LED-Straßenbeleuchtungen investieren oder ein systematisches Energiemanagement einführen wollen, könne die KEA weiterhelfen. "Tiefe Spuren hat sie zum Beispiel bei der Einführung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes 2007/08 hinterlassen", erinnerte Untersteller. An dem habe die Agentur maßgeblich mitgewirkt. Und auch für die Zukunft setzt der Minister auf die Expertise der KEA-Mitarbeiter - bei der Entwicklung von Strategien und bei der Umsetzung vor Ort. "Nach der Stromwende müssen nun die Wärmewende und die Verkehrswende folgen", benannte Untersteller seine Ziele. Heizen könne in zehn Jahren nicht mehr so funktionieren wie heute. "Öl als Brennstoff gehört der Vergangenheit an."

Die Arbeit der KEA dürfte unterdessen auch durch die aktuelle gesellschaftliche Debatte wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden: Großen Respekt zollt Kienzlen Greta Thunberg und ihrer "Fridays for Future"-Bewegung: "Sie haben geschafft, was uns in 25 Jahren in dieser Weise nicht gelungen ist - den Themenschwerpunkt Klimaschutz ganz nach oben zu setzen." Dass bereits einige Kommunen den Klimanotstand ausgerufen haben, "macht sich bei unserem Beratungsaufkommen im Moment noch nicht bemerkbar", sagte Kienzlen. Aber er rechne fest damit, dass die Nachfrage steigen wird, wenn die Kommunen Worten auch Taten folgen lassen. Auch Untersteller freut sich über den "Riesenerfolg" der zumeist jungen Klimaaktivisten - ohne deren Demonstrationen hätte der Klimaschutz nicht den derzeitigen Stellenwert. Er ist gespannt auf die politischen Antworten, die die Bundesregierung im September in ihrem Klimakonzept geben will: "Ich hoffe fest auf eine CO2-Bepreisung", sagte Untersteller gestern.

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