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Großversuch ermittelt PFC-Belastungen im Grundwasser
08.08.2019 - 00:00 Uhr
Baden-Baden/Hügelsheim (cn) - Erstmals wurden auf der Gemarkung Baden-Baden (Steinbach) und auf der Gemarkung Hügelsheim für einen wissenschaftlichen Großversuch mehrere Tonnen Bodenproben entnommen, um die langfristigen Folgen der mit Poly- und Perfluorierten Chemikalien (PFC) verseuchten Böden zu erforschen. Für die Proben wurde mehr als zwei Meter tief gebohrt.

Das länderübergreifende Forschungsprojekt zwischen Baden-Württemberg und Bayern kam aufgrund der bestehenden Kontakte der PFC-Geschäftsstelle des Landkreises zum Landesamt für Umwelt (LfU) in Bayern zustande. Der Grund: In Baden-Württemberg und Bayern besteht ein großes Interesse, Erkenntnisse zu gewinnen, wie sich PFC auf das Grundwasser auswirkt. So wie die mittelbadische Region sind auch die Böden ganzer Landstriche in Bayern mit PFC verunreinigt.

Über das Austragungsverhalten von PFC wisse man immer noch sehr wenig, sagte Rudolf-Karl Teichmann, Leiter des Fachgebiets Umwelt und Arbeitsschutz der Stadt Baden-Baden am Dienstag. Gerade auf der Gemarkung Steinbach sei die PFC-Belastung besonders stark. Dies hätten früher entnommene Bodenproben ergeben. Deswegen habe man hier für die Bohrungen einen Standort mit großer Belastung ausgewählt, fügte Teichmann hinzu.

Weitere Proben wurden gestern in Hügelsheim entnommen. Anders als in der Vorgebirgszone in Steinbach, wo es feste, lehmige Böden gibt, ist der Boden dort anders beschaffen. "In Hügelsheim ist er sandig", erläuterte die Projektleiterin des LfU Bayern, Ann-Sophie Heldele.

Bei der Entnahme der Bodenproben kamen zwei Meter hohe Zylinder, so genannte Großlysimeter, zum Einsatz. Diese wurden auf einem abgeernteten Getreidefeld in Steinbach mit einer Fräse mehr als zwei Meter in den Boden eingebracht, sodass in den beiden Zylindern eine möglichst natürliche Abbildung der Bodenschichtungen vorzufinden ist. Nachdem die insgesamt vier Lysimeter aus Mittelbaden nach Wielenbach (Bayern) transportiert worden sind, werden dort im Forschungsinstitut die Bodenproben realen Wetterbedingungen ausgesetzt. Das untere Ende der Zylinder ist verschlossen, so dass nach Auskunft Heldeles das zu analysierende Sickerwasser regelmäßig aufgefangen werden kann.

Die Analyse des Wassers wird das Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe vornehmen. Mit den Ergebnissen hofft man, "Vorhersagen über mögliche Grundwasserkontaminationen" machen zu können, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Baden-Baden. Die Kosten werden vom Umweltministerium Baden-Württemberg übernommen. Das Projekt wird zunächst für drei Jahre gefördert.

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