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Weltstar mit Bodenhaftung
22.08.2019 - 00:00 Uhr
Der Stuttgarter Ballettstar Friedemann Vogel ist zum "Tänzer des Jahres" gewählt worden. Er teilt sich die Auszeichnung mit Jan Casier vom Ballett Zürich. Bei einer Umfrage bestimmten 25 internationale Kritikerinnen und Kritiker zudem das Berliner Staatsballett zur "Kompanie des Jahres", wie die Fachzeitschrift "Tanz" gestern in Berlin bekanntgab.

"Er ist ein Weltstar, der nie den Boden unter den Füßen verloren hat", heißt es in der Ausgabe der Fachzeitschrift über den 40-jährigen Balletttänzer Vogel. Dieser sei im 20. Bühnenjahr auf der Höhe von Kraft und Ausdruck, urteilte einer der befragten Kritiker.

Der gebürtige Stuttgarter wurde bereits 2010 von der Fachzeitschrift "Tanz" zum "Tänzer des Jahres" gekürt. Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts glänzte zuletzt als Kronprinz Rudolf im opulenten Ausstattungsstück "Mayerling" und in Akram Khans Tanzstück "Kaash". Auch seine Rolle in der "Bolero"-Choreografie von Maurice Béjart wurde gefeiert. Seit Juni 2002 ist er Erster Solist, im September 2015 wurde ihm der Titel Kammertänzer am Staatstheater Stuttgart verliehen.

Neben der "Kompanie des Jahres" haben die Kritiker auch die "Aufführung des Jahres" in Berlin ausgemacht. "Die sechs Brandenburgischen Konzerte" in einer Choreografie von Anne Teresa De Keersmaeker wurden an der Volksbühne uraufgeführt. Zur "Choreografin des Jahres" wurde die Brasilianerin Lia Rodrigues gewählt. Bei den Tänzerinnen zeichnete sich unter den Voten keine Favoritin ab. Nach Querelen um die künstlerische Leitung ist das Berliner Staatsballett ziemlich überraschend zur "Kompanie des Jahres" gewählt worden. Bei einer Umfrage bestimmten sogar 25 internationale Tanzexperten das größte Ballettensemble Deutschlands zu ihrem Favoriten. Die Auseinandersetzungen drehten sich um den Einstieg der Tanzregisseurin Sasha Waltz (56); die aus Karlsruhe stammende Choreografien und Tanztheaterchefin leitet das Ensemble inzwischen gemeinsam mit Ko-Intendant Johannes Öhmann (52). Zunächst hatte das Ensemble des Staatsballetts an der Eignung von Waltz gezweifelt, als Vertreterin des modernen Tanztheaters eine klassische Ballettkompanie zu leiten. Nach Vermittlung von Kultursenator Klaus Lederer hatten sich Tänzer und Intendantenpaar auf eine Zusammenarbeit verständigt. Kritiker sehen das Ballett inzwischen "aus der tiefen Krise wieder- und neu gefunden", "endlich wieder auf gutem Kurs", nach dem "Wunder von Berlin" probe die Kompanie nun "den Phönix aus der Asche". Waltz und Öhman freuten sich über die Auszeichnung, die sie "nach einem nicht ganz einfachen Start" in ihrer Vision für das Staatsballett Berlin bestätigt habe. "Wir konnten im letzten Jahr zeigen, dass es möglich ist, das klassische Erbe zu bewahren und dabei zugleich die Gegenwart und Zukunft des Tanzes auf hohem Niveau mitzugestalten", teilten beide mit. (dpa/cl)

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