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Durchschnittsalter im Land steigt
Durchschnittsalter im Land steigt
23.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Stuttgart - Baden-Württemberg altert: Nach der jüngsten Übersicht des Statistischen Landesamtes in Stuttgart kletterte das Durchschnittsalter im Ländle Ende 2018 auf 43,5 Jahre. Damit stieg es um "annähernd neun Jahre" im Vergleich zu 1970. Damals lag das Mittel noch bei 34,9 Jahren. Eine feste Konstante hat die Untersuchung aber auch diesmal: Der Stadtkreis Baden-Baden (47,2 Jahre) hat einmal mehr seinen Ruf als "Stadtgreis" gefestigt und beherbergt im Vergleich der Stadt- und Landkreise die mit Abstand ältesten Bewohner.


Der Landkreis Rastatt steht aber auch nicht viel jünger da: Als Vierter "verfehlt" er mit einem Durchschnitt von 44,9 Jahren hauchdünn einen Medaillenplatz. Der Main-Tauber-Kreis (45,2) und der Zollernalbkreis (45) sind nur einige wenige Monate älter. Zwischen den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg zeigen sich dabei bezüglich der Altersstruktur der Bevölkerung deutliche Unterschiede. Am anderen Ende der Skala finden sich die Stadtkreise Heidelberg (40,4), Freiburg (40,5) und der Landkreis Tübingen (41,4) - sie haben auf ihrem Gebiet durchweg Universitäten liegen und somit viele Studenten.

Nimmt man die 1 101 Kommunen des Landes unter die Lupe, zeigen sich noch größere Unterschiede: Die jüngste Bevölkerung lebt derzeit in Riedhausen im Landkreis Ravensburg (38,3 Jahre), gefolgt von Allmannsweiler im Landkreis Biberach und Bubsheim im Landkreis Tuttlingen (jeweils 38,5 Jahre). In sieben weiteren Kommunen liegt das Durchschnittsalter bei unter 40 Jahren; hierzu zählt auch die Universitätsstadt Tübingen, in der die Einwohner im Schnitt lediglich 39,2 Jahre alt sind.

Kloster-Bewohner prägen Untermarchtal

Auf der anderen Seite wird das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerung in der Stadt Baden-Baden noch von immerhin 35 Gemeinden übertroffen. Am höchsten liegt es im Erholungsort Ibach, der kleinsten Gemeinde im Landkreis Waldshut, mit stolzen 52,9 Jahren. Über ein halbes Jahrhundert alt ist zudem Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis) mit 50,7 Jahren - das Ergebnis wird laut dem Statistischen Landesamt "sicherlich ganz entscheidend von den dort ansässigen Kloster-Bewohnern bestimmt". Am drittältesten ist die Bevölkerung in Moosburg (Landkreis Biber ach) mit durchschnittlich 50,2 Jahren.

Die Gründe für das regional sehr unterschiedliche Durchschnittsalter der Bevölkerung sind vielfältig. Neben den genannten Sondereinflüssen wie einem hohen Studentenanteil oder einem Klostersitz prägen auch andere Faktoren die Altersstruktur. In Baden-Baden ist es der Kurbetrieb. "Die Infrastruktur ist für Ältere wie geschaffen. Dazu kommt die Historie der Stadt", vermutet Werner Brachat-Schwarz vom Statistischen Landesamt, warum der Stadtkreis auf Senioren wie ein Magnet wirkt. Seiner Erinnerung zufolge liegt die Kurstadt schon immer seit Beginn der Erfassung 1995 an der Spitze der Alterspyramide.

Rang vier des Landkreises Rastatt mit 44,9 Jahren dürfte seiner Meinung nach an der unterdurchschnittlichen Zahl der Zuwanderer liegen: "Sie sind im Durchschnitt zehn bis zwölf Jahre jünger als die Einheimischen", erläutert der Statistiker. Die vorhandene Wirtschaftskraft im Raum von Durmersheim bis Ottersweier ändert wenig. "Der Trend geht seit 2000 zum Zuzug in die Großstädte."

Blieb das Durchschnittsalter der Baden-Württemberger von 1952 (34,6 Jahre) bis 1970 (34,9) nahezu konstant, steigt es seit 1980 (37,1) in jedem Jahrzehnt um 1,4 bis 2,6 Jahre. Seit 2010 (42,8 Jahre) hat sich der Anstieg allerdings wegen der Zuwanderung verlangsamt über 43,2 (2015) auf jetzt 43,5 Jahre. Hängt die permanente Erhöhung auch mit einem erfreulichen Grund - der höheren Lebenserwartung - zusammen, gilt dieser jedoch nur als zweitwichtigste Faktor. "Wesentlicher ist die Geburtenrate", betont Brachat-Schwarz. Die brach 1970 nach den geburtenstarken Jahrgängen von einst zwei Kindern pro Frau auf lediglich durchschnittlich 1,4 Kinder ein. Inzwischen zieht sie wieder an, so dass die Gesamtbevölkerung nur noch marginal altert.

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