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Schäden am Stahlüberbau lassen Zeitplan wanken
Schäden am Stahlüberbau lassen Zeitplan wanken
12.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Karlsruhe - Nach rund 13 Monaten und damit spätestens an Weihnachten sollte die Sanierung der Rheinbrücke Karlsruhe abgeschlossen sein. Doch dann wurden unerwartet viele Schäden am Stahlüberbau festgestellt.

Ob die Arbeiten noch in diesem Jahr beendet werden können, sei fraglich, hieß es vergangene Woche aus dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe. Man liege aber noch immer innerhalb des ursprünglich angestrebten Zeitrahmens.

Wo genau gab es Schäden, und sind diese ein Indiz dafür, dass die Brücke marode ist?

Schäden sind vor allem dort aufgetreten, wo die stählernen Schutzeinrichtungen - also die Bereiche zwischen Radweg und Fahrbahn sowie in der Brückenmitte - auf die Brückenplatte aufgeschweißt wurden. Fast auf der gesamten Brückenlänge haben Rückstände der früheren Arbeiten zu sogenannten "Einbrandkerben" geführt. Diese haben zwar keinerlei Einfluss auf die Standsicherheit der Brücke, doch auf Dauer könnten Rissbildungen nicht ausgeschlossen werden. Da demnächst ultrahochfester Beton die Schadstellen überdecken wird, müssen die Schäden zuvor beseitigt werden.

Dass bei der Sanierung der Brücke unerwartete Schäden auftreten, ist nicht neu. Wieso wurde nicht gleich etwas mehr Zeit veranschlagt?

Laut RP ist der Terminplan bewusst sehr knapp bemessen, damit die Arbeiten tatsächlich so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Hätte man den Firmen mehr Zeit zugestanden, dann hätten diese wohl auf Wochenend- und Nachtarbeiten verzichtet - und die jetzt gefundenen Schäden hätten trotzdem zu Verzögerungen geführt.

Wieso wird nicht rund um die Uhr gearbeitet, um wenigstens einen Teil der Verzögerungen aufzuholen?

Tatsächlich wurden die Arbeiten als 24-Stunden-Baustelle ausgeschrieben, doch die gute Baukonjunktur machte dem RP einen Strich durch die Rechnung. Immerhin wird aber in zwei Schichten mit jeweils zehn Stunden gearbeitet. Am zurückliegenden Samstag waren gegen 18 Uhr beispielsweise noch knapp 30 Stahlbauer bei der Arbeit. Mehr sei aktuell nicht leistbar.

Wieso wurde mit der Ertüchtigung nicht gewartet, bis die zweite Rheinbrücke gebaut ist?

Bis mit dem Bau der zweiten Brücke begonnen wird, kann es noch Jahre dauern - selbst dann, wenn die aktuellen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss von den Verwaltungsgerichten abgewiesen werden. So lange wollte das RP mit der Ertüchtigung nicht warten, zumal jederzeit unvorhergesehene Schäden auftreten und zu Verkehrsbeschränkungen führen könnten.

Seit Mitte Juli rollt der Verkehr auf der nördlichen Brückenhälfte und damit auf dem neuen Belag. Gibt es schon erste Erfahrungen?

Messungen des KIT haben gezeigt, dass die Schwingungen auf der nördlichen Brückenhälfte zurückgegangen sind. Auch verteilt sich die Belastung besser auf die einzelnen Tragglieder. Unebenheiten und signifikant lautere Abrollgeräusche, die von Verkehrsteilnehmern moniert wurden, konnten nicht bestätigt werden.

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