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Microsoft erteilt Neohelden den Ritterschlag
Microsoft erteilt Neohelden den Ritterschlag
14.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Karlsruhe - "Wenn nicht wir, wer dann? Wir haben uns wegen des Namens beworben!", bekennt Kiryo Abraham lachend. Die Technologieregion Karlsruhe vergibt den Innovationspreis "Neo 2019" an ein Unternehmen, das dank Künstlicher Intelligenz (KI) die Arbeitswelt von Morgen positiv beeinflusst. Die Neohelden GmbH reichte die Unterlagen zu ihrem KI-Assistenten "Neo" ein - bei der Namensgleichheit mussten es die Karlsruher ja zwangsläufig ins Finale der fünf interessantesten Projekte schaffen.


Der Sieger des "Neo 2019" wird am 23. Oktober im Karlsruher ZKM gekürt. Das BT stellt die fünf innovativen Finalisten in loser Folge vor. Dass die Neohelden die Auszeichnung gerne fürs Renommee mitnähmen, steht außer Frage - über das Preisgeld von 20 000 Euro würde sich das junge Team mit zwölf Mitarbeitern, die im Durchschnitt erst 24 Jahre alt sind, aber auch freuen. "Wir sind zu 100 Prozent eigenfinanziert. Das ist hartes Brot - aber auch lehrreich, um nicht abzuheben. Wir verprassen so das Geld nicht. Es ist etwas Anderes, wenn man Millionen von Investoren bekommt so wie Elon Musk", fällt Abraham spontan der Vergleich zu Elektroautobauer Tesla ein.

Aber wenn es weiter so gut läuft, könnten für die Neohelden schon bald Preisgelder ein lediglich kleines Zubrot sein. "Fünf große Kunden" haben sie schon an der Angel. Besonders stolz ist Abraham darauf, dass der digitale Assistent aus der Fächerstadt "bei der größten Microsoft-Konferenz weltweit erwähnt wurde". Der Ritterschlag schlechthin in der Branche.

Die Tech-Giganten Apple, Google und Amazon zielen derzeit mit ihren Assistenten Siri, Google Assistant und Alexa noch auf die Privatanwender. "Wir visieren dagegen mit ,Neo' den B2B-Markt an", erläutert Abraham, der zusammen mit Philipp Csernalabics und Maik Hummel die Neohelden führt, den Unterschied. Bei den Firmen trifft die Arbeitserleichterung auf gewaltiges Interesse. "Innerhalb kürzester Zeit seit der Gründung am 18. Juli 2018 in Karlsruhe gewannen wir große Kunden", freut sich der 39-Jährige. Mit mehr als 100 Unternehmen seien die Neohelden im Gespräch. Auf "60 bis 70 Interessierte" schätzt der gebürtige Bietigheim-Bissinger, der in München in Innovations- und Technologiemanagement promovierte, das Potenzial. Der Bekanntheitsgrad der Karlsruher wächst ebenfalls permanent: "Inzwischen melden sich sogar Schweizer, Österreicher und Israelis bei uns." An einen teuren Aufkauf des "bewusst in Karlsruhe gegründeten Unternehmens" - weil hier das "Ökosystem" aus Hochschule, Cyberforum und KIT perfekt sei - glaubt Abraham indes nicht. "Dafür sind wir zu jung", schüttelt er den Kopf.

Für den größten Fürsprecher wäre ein Aufkauf nur Taschengeld: Siemens. Manager Jan-Henrik Schmitz ist regelrecht begeistert vom "tollen Ergebnis, das wir mit Neohelden in so kurzer Zeit erreichten". Damit sei es "ein anderes Arbeiten!", loben die Münchner.

Waren die Protokolle in Kraftwerken bisher nur aufwändig zu erstellen, können Mitarbeiter diese Daten nun diktieren. Zudem sind mit einer Datenbrille Fotos zu machen. "Das alles verarbeitet ,Neo' sofort. Der Mitarbeiter muss nicht mehr händisch alles selbst erfassen - und er ist sicherer unterwegs", nennt Abraham die Vorzüge. Der digitale Assistent kann sich auch mit Datenbanken abstimmen und so etwa analysieren, wenn immer dieselbe Turbine im Kraftwerk für Probleme sorgt. Vor lauter Überschwang drehte Siemens sogar ein Video über die Innovation und schlug ein englisches Wortspiel als Werbespruch für das Neohelden-Produkt vor: "Are you ready for the neo way of working?" (Sind Sie bereit für den Neo-Weg der Arbeit?).

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig: "Neo" kann auf allerlei Geräten von Handy bis zum "Staubsauger-Roboter hier im Büro laufen", zählt Abraham auf. Vertriebsgespräche könnten leicht protokolliert werden oder "Neo" übernimmt den Support in Autos, etwa wenn die Frage auftaucht, ob man das defekte Auto besser stehen lässt oder es noch in die Werkstatt schafft - oder verbindet einen mit einer nützlichen Rufnummer beim Autohersteller, TÜV oder ADAC. Daimler arbeitet daher auch mit den Neohelden zusammen (siehe "Im Blickpunkt" zur ersten Konferenz der "Zukunftstüftler"). Genauso kann "Neo" entscheiden, ob eine Maschine nach einer bestimmten Produktionszahl zu warten ist.

Neben all den Arbeitserleichterungen für den Menschen verweist Abraham auf einen weiteren Vorteil gegenüber den amerikanischen Datenkraken wie Google & Co.: "Der Datenschutz ist für uns sehr wichtig. Wir haben kein Interesse an den Daten. Um die Datensouveränität zu wahren, können Kunden ,Neo' auf ihren Rechnern laufen lassen."

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