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Städte wollen keine technologischen "Flickenteppiche"
Städte wollen keine technologischen 'Flickenteppiche'
15.10.2019 - 00:00 Uhr
Baden-Baden/Gaggenau (vn) - Die kommunale Digitalisierung und digitale Innovationen im Verwaltungsbereich sind Begriffe, deren konkreter Nutzen für die Bürger sich erst in Umrissen abzeichnet. Gleichwohl steigt der Druck auf die Behörden. Neun mittelbadische Kreisstädte wollen nun ihre Zusammenarbeit forcieren.



Eine entsprechende Vereinbarung wurde dieser Tage im Rastatter Rathaus unterzeichnet. Im Boot sind Baden-Baden, Bretten, Bruchsal, Bühl, Ettlingen, Gaggenau, Rastatt, Rheinstetten und Stutensee. Das Ganze firmiert unter dem Titel "rea@di - regional.digital".

"Durch den kontinuierlichen Austausch von Erfahrungen und Informationen sollen Synergieeffekte erzielt werden, mit denen die einzelnen Städte personelle und finanzielle Ressourcen einsparen können", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. "Zudem werden technologische ,Flickenteppiche' vermieden, indem man kommunenübergreifende Projekte abstimmt und gemeinsame Standards sowie Schnittstellen realisiert."

Nicht zuletzt gehe es auch um eine starke Stimme der Region in der Öffentlichkeit sowie gegenüber Dialoggruppen, Dienstleistern, anderen Kommunen und Netzwerken. Zusammen vertreten die beteiligten Städte immerhin mehr als 316 000 Menschen.

Das 2017 in Kraft getretene Online-Zugangsgesetz verlangt von Bund und Ländern, bis spätestens 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten. Neben der engen Zusammenarbeit zwischen Bund, Länder und Kommunen ist insbesondere die Arbeitsteilung von großer Bedeutung.

Um schnellstmöglich zu Ergebnissen zu kommen, hat die interkommunale Zusammenarbeit fünf Projektgruppen gebildet, in denen die Städte konkrete Umsetzungsschritte erarbeiten (in Klammern sind die federführenden Kommunen genannt):

Einführung der elektronischen Akte in den Stadtverwaltungen (Stutensee)

Einführung einer Online-Plattform für das freiwillige Engagement (Ettlingen)

Einführung des digitalen Rechnungslaufs (Rheinstetten)

Umsetzung von digitalen Bürgerdiensten (Gaggenau)

Umsetzung von Projekten im Bereich des "Internets der Dinge (IoT)" (Baden-Baden).

Nach Angaben des Gaggenauer Hauptamtsleiters Georg Feuerer sollen in einem Jahr erste Ergebnisse vorliegen, wobei die Arbeit danach neu bewertet und fortgeführt wird. Konkret geht es in der Gaggenauer Gruppe jetzt erst einmal um Nahziele: Wie lässt sich ein Antrag ganz ohne Papierausdruck bearbeiten? Wie muss der behördeninterne Datenaustausch organisiert werden? Wie lassen sich Angebote zugleich bürgerfreundlicher und rechtssicher gestalten?

Das treibt auch die Stadt Baden-Baden um, wo sich die Experten vereinfacht gesagt darum kümmern, mit Sensoren gemessene Daten so aufzubereiten, dass sie sowohl den Bürgern als auch der Verwaltung etwas bringen. IT-Leiter Matthias Götz nennt das Messen von Glatteis auf Straßen als Beispiel, die Straßenbeleuchtung, aber auch das weite Feld der Transport- und der Verkehrsleittechnik.

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