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Schatten des Attentats lasten schwer auf dem "Marché de Noël"
16.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Lorey

Straßburg - "Wir lassen uns nicht unterkriegen!" Diese Botschaft stellten Straßburgs Stadtobere bei der Vorstellung des Programms für den 450. Weihnachtsmarkt in der Elsass-Metropole allem voran. Trotz des Attentats am 11. Dezember 2018 in der Altstadt am Rande des Weihnachtsmarktes mit fünf Toten und elf Verletzten will Straßburg in diesem Jahr auf Kontinuität setzen.

Wie im vergangenen Jahr werden in der Innenstadt mehr als 300 Holzbuden auf mehreren Plätzen quer über die Innenstadt verstreut aufgestellt. Rund um den Weihnachtsmarkt, der vom 20. November bis zum 30. Dezember dauert, wird es ein Programm mit mehr als 500 Veranstaltungen (Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und vieles mehr) geben.

"Der Schwerpunkt, den wir auf Authentizität und Tradition legen, ist auch eine Art für Straßburg, daran zu erinnern, dass nichts und niemand uns Weihnachten und unsere Traditionen nehmen kann", betonte mit Vehemenz Alain Fontanel, erster Beigeordneter der Stadt Straßburg. Selbstverständlich denke man bei der Organisation des Weihnachtsmarktes zuallererst an die Opfer und ihre Angehörigen. "Aber das Leben geht weiter. Das ist auch eine Botschaft des Widerstandes und der Resilienz", sagte Fontanel.

Über die geplanten Sicherheitsmaßnahmen für den Weihnachtsmarkt wird die Präfektur Anfang November auf einer gesonderten Pressekonferenz informieren "Wir möchten so den Festaspekt vom Sicherheitsaspekt trennen", sagte Straßburgs OB Roland Ries. "Wir arbeiten seit mehreren Monaten mit der Präfektur zusammen, um das Ereignis sicher zu machen", ergänzte Fontanel. Das Sicherheitskonzept werde selbstverständlich anders als im vergangenen Jahr sein und es werde Weiterentwicklungen geben.

Während des Weihnachtsmarkts wird es am 11. Dezember eine Gedenkfeier für die Opfer des Attentates vom vergangenen Jahr geben. Einzelheiten würden derzeit mit den Angehörigen besprochen, sagte Ries.

Hatte das Attentat vom 11. Dezember vergangenen Jahres einen Einfluss auf den Besucherzustrom auf dem Weihnachtsmarkt? Straßburg bleibe das erste Reiseziel in Frankreich, was die Nachfrage und die Auslastungsquote der Hotels betreffe, so Fontanel. Nach drei Tagen, in denen die Stadt Straßburg nahezu "tot" gewesen sei, seien die Touristen zurückgekommen. Die Zahl der Übernachtungen habe im Monat Dezember um 0,2 Prozent auf 319 000 zugelegt, wie Paul Meyer, als Beigeordneter für Tourismus und Handel zuständig, erklärte.

Wie man sich diese Ergebnisse erkläre? "Vielleicht, weil die Häufigkeit der Terrorakte dazu führt, dass sie nicht mehr dieselbe Wirkung wie zuvor haben", vermutet Fontanel. "Wir haben festgestellt, dass während der letzten zehn Tage des Markts die Straßburger wieder vor die Türe gingen, als Zeichen der Solidarität."

Gastland in diesem Jahr ist der Libanon. Auf dem Place Gutenberg werden 18 Holzhäuschen errichtet, die unter anderem Spezialitäten und Kunsthandwerk aus der Stadt Byblos präsentieren.

Drei große

Weihnachtsbäume

Neu im Programm sind in diesem Jahr 24 "Leucht-Bäume", die in der Rue de la Mésange (zwischen Place Broglie und Place de l'Homme de Fer) aufgestellt werden sowie eine nächtliche Fahrradparade.

Wie im vergangenen Jahr auch wird die Spitze des Münsters bei Einbruch der Dunkelheit leuchten, die Eislaufbahn wird auf dem Place Kléber errichtet.

Über die Stadt verteilt werden drei Weihnachtsbäume aufgestellt: Die große klassische 30 Meter hohe Tanne auf dem Place Kléber, die beiden anderen auf dem Place Saint-Étienne östlich des Münsters und dem Place Grimeissen im Gerberviertel Petite France.

www.noel.strasbourg.eu/de

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