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"Grandioses Ergebnis von Menschen für Menschen"
'Grandioses Ergebnis von Menschen für Menschen'
25.10.2019 - 00:00 Uhr
Karlsruhe (ham) - Der Innovationspreis "Neo", den die Technologieregion Karlsruhe zum zehnten Mal vergab, geht an das Entwicklungsteam von "Holomed". "Welch tolle und wichtige Auszeichnung für unsere Idee und unser Team!", freute sich Björn Hein am Mittwochabend im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) nicht nur über die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung. Vor allem bestätige "der Gewinn" sein Team vom KIT "in der Annahme, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind und ein für die Gesellschaft relevantes Produkt entwickeln. Natürlich hoffen wir nun auf die Strahlkraft dieses Preises, um das Interesse von möglichen Investoren zu wecken".

Der Professor an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft gehört zur Forschungsgruppe des KIT, die "Holomed" unter anderem mit dem Universitätsklinikum Ulm entwickelte. Wie das BT in seiner Serie über die fünf "Neo"-Finalisten berichtet hatte, ermöglichen Künstliche Intelligenz (KI) in Verbindung mit Augmented-Reality (AR) präzisere chirurgische Eingriffe im Gehirn. Diese "erweiterte Realität" ist Laien vor allem von Computer-Spielen her bekannt. Dank AR-Technik sieht selbst der erfahrene Operateur quasi mit "Röntgenblick" mehr, weil vorher angefertigte Aufnahmen mit Computer-, Kernspintomografie oder Ultraschall zu einem 3-D-Modell des Gehirns zusammengefügt werden. Dieses wird in die AR-Brille eingespielt und verringert so deutlich die Gefahr von Verletzungen durch die Operation. Dieses einfach zu bedienende und kosteneffiziente System eignet sich für finanzschwache Krankenhäuser in Schwellenländern ebenso wie zur Kostensenkung im westlichen Gesundheitswesen.

In Video-Clips stellten die Finalisten im ZKM ihre Beiträge zum Thema "Künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt von Morgen" vor: Neben "Holomed" waren der Videosensor "Patronusens" zur altersgerechten Alltagsunterstützung (Inferics GmbH), die simultane Übersetzungstechnologie "Lecture Translator" (Kites GmbH), ein Jät-Roboter, der Unkraut automatisch erkennt (Naiture GmbH & Co. KG), sowie "Neo", der digitale Assistent für Business-Prozesse (Neohelden GmbH), zu sehen.

Physikerin und Raumfahrt-Expertin Laura Winterling betonte in ihrer Laudatio vor 300 Zuhörern, dass KI dem Menschen dienen solle: "Das Wichtigste an der KI bleibt die Menschlichkeit. Das Siegerprojekt besticht durch eine überragende Kombination aus lösungsorientierten Denkprozessen und anwenderfreundlichem Mehrwert mit grandiosen Ergebnissen - von Menschen für Menschen." Jochen Ehlgötz, Geschäftsführer der Technologieregion Karlsruhe, sieht den Sieg von "Holomed" als Beleg, "wie stark auch die Medizintechnik" in Mittelbaden verankert sei. Für 2020 kündigte er das Wettbewerbsthema "Bioökonomie" an.

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