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Mit äußerster Zartheit, aber voller Spannung
Mit äußerster Zartheit, aber voller Spannung
28.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Karen Streich

Klassische Klänge pur prägten das zweite Sinfoniekonzert der Baden-Badner Philharmonie unter ihrem Dirigenten Pavel Baleff im Weinbrennersaal des Kurhauses. Zur Eröffnung wurden die 26 Variationen über "La Follia di Spagna" des Wiener Hofkapellmeisters Antonio Salieri angestimmt. Salieris Werk den Kompositionen von Beethoven und Schubert voranzustellen, war zeitlich gesehen logisch und konsequent, schließlich wirkte der Komponist nicht nur als Schöpfer von 40 Opern und zahlreichen sakralen Werken, sondern auch als Lehrmeister vieler später berühmter Tonschöpfer wie zum Beispiel Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

La Follia ist eine alte, ziemlich ruppige Tanzform, deren Thema von vielen Komponisten aufgegriffen wurde. Von den Klarinetten intoniert, zu Fagotten, Harfe und Tutti weitergegeben, zeigten sich die Variationen Salieris an diesem Abend in allen möglichen Instrumentalkombinationen von einer reichen, üppigen Klangvielfalt, die durch Baleffs emotionalen Dirigierstil hervorragend zur Wirkung gebracht wurde. Zum Höhepunkt des Konzertprogramms wurde das Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61 von Ludwig van Beethoven mit dem chinesischen Violinvirtuosen Ning Feng als Solisten.

Ning Feng ist ehemaliger Carl-Flesch-Preisträger der Lions Clubs aus dem Jahre 2005 und Preisträger renommierter Wettbewerbe und ist so für das Baden-Badener Publikum kein unbekannter Musiker. Dieses Violinkonzert wurde bereits mit Ning Feng und der Philharmonie auf CD aufgenommen.

Pauken, Bläser und Streicher übernahmen auch an diesem Abend die Einleitung, bevor der Solist das Thema mit äußerster Zartheit und Sensibilität aufnahm und mit selbstverständlich wirkender Virtuosität und ständigem Kontakt zum Dirigenten und Orchester fortsetzte. Der Mittelsatz des Werkes, ein Larghetto attacca, mit sehr langsam gewähltem Tempo, aber voller Spannung und Kontraste, ließ den Solisten das romanzenhafte Thema im Tutti kunstvoll umspielen und schließlich mit einer Kadenz zum heiteren, mitreißenden Final-Rondo überleiten. Das Publikum zeigte sich restlos begeistert mit Standing Ovations und wurde von Ning Feng noch mit einer Zugabe für Violine solo von Johann Sebastian Bach belohnt.

Der zweite Teil dieses Sinfoniekonzertes war erfüllt von der Sinfonie Nr. 2 B-Dur D 125 von Franz Schubert. Ein stürmisches Werk mit einer Largo-Einleitung der Holzbläser, unterstützt von Pauken, bis die Szenerie in ein rasantes Allegro des Tutti mündet. Das folgende romanzenähnliche Andante zeigte sich als liedhafter Variationssatz, der verschiedenen Orchestersolisten und -gruppen aufs schönste Gelegenheit gab, sich vorzustellen. Dem eher derben Menuetto, das auch ein recht feinsinniges Oboensolo zuließ, schloss sich ein rasantes Presto vivace an und beendete dieses Sinfoniekonzert der Baden-Badener Philharmonie unter dem Dirigat Pavel Baleffs mit einem glanzvollen Finale.

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