FOC verschreckt Region mit Ausbauplänen

Allein das Markendorf Roppenheim soll um zehn Hektar wachsen. Foto: av

Roppenheim/Karlsruhe (red/as) - Der Region steht Ärger mit den elsässischen Nachbarn ins Haus. Hintergrund sind Pläne, das Factory Outlet Center im elsässischen Roppenheim um weitere zehn Hektar zu erweitern und ein 46 Hektar großes Baugebiet für Hotels, Gastronomie und Freizeitattraktionen südlich des 2012 eröffneten FOC auszuweisen.

Im Rahmen der Aufstellung eines interkommunalen städtebaulichen Leitplans (PLUI) auf französischer Seite hat der Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) im Zuge der grenzüberschreitenden Beteiligung die Stimmen aus der Region dazu eingeholt. Fazit: D ie Mittelzentren, das Oberzen-trum Karlsruhe, die Industrie- und Handelskammer sowie der Regionalverband lehnen die Erweiterung ab. Denn im PLUI werde als Ziel "explizit hervorgehoben, Anzahl und Anteil der deutschen Kunden zu erhöhen", heißt es in einer Mitteilung des RVMO. Zu den bislang mehr als 100 Geschäften mit insgesamt 27000 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen auf weiteren zehn Hektar Einzelhandelsgeschäfte entstehen. Darüber hinaus seien Hotels, Gastronomie, Freizeitattraktionen und Dienstleistungen vorgesehen. "Konkretisierte Pläne liegen bisher noch nicht vor", heißt es beim Regionalverband. Überhaupt habe sich die Stellungnahme schwierig gestaltet, da die Unterlagen nur auf Französisch vorlagen - rund 100 Seiten mit 40 bis 50 Karten, wie RVMO-Sprecher Volker Baumgärtner erläutert.

"Es ist offensichtlich, dass in Roppenheim eine künstliche Innenstadt an einem peripheren Standort geschaffen werden soll", kommentiert der Vorsitzende des Regionalverbands, Christoph Schnaudigel (CDU), die Ausbaupläne. "Allein die Handelsfläche des FOC Roppenheim von fast 30 Hektar wäre dann so groß wie die Einkaufsinnenstadt von Baden-Baden", veranschaulicht er die Dimension. Die Zentren in der Region befürchten, dass die "bisher eher überschaubaren negativen Auswirkungen des FOC Roppenheim sich durch seinen Ausbau deutlich verschärfen werden". Vor allem sieht man die Bemühungen von Einzelhändlern beispielsweise in Hagenau oder Rastatt zur Schaffung lebenswerter und attraktiver Innenstädte gefährdet. "Konsum- und Freizeitwelten, die nur mit dem Auto zu erreichen sind, (...) konterkarieren auch das Prinzip der europäischen Stadt mit lebendigen, vielfältigen Innenstädten nahe am Menschen und verschärfen die Effekte des Online-Handels", befürchtet Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD).

Welche Erfolgsaussichten der regionale Protest hat, bleibt abzuwarten. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein will nun jedenfalls zusammen mit dem Regionalverband Rhein-Neckar im gemeinsamen Planungsausschuss am 24. Oktober in Kandel über das weitere Vorgehen beraten.

Begrüßt wird laut RVMO hingegen die Planung der französischen Nachbarn, eine mehrere Hundert Hektar große Industriebrache bei Drusenheim zu reaktivieren. Dort sollen nach den Plänen rund 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden. In der Region sehe man allerdings die Auswirkungen, die das Vorhaben auf Verkehr und Umwelt im gesamten Oberrheinraum haben wird, ebenfalls mit Sorge.

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