Neues Format für Nahversorgung

Neues Format für Nahversorgung

Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Weil sich die großen Discounter Aldi und Lidl mit ihrem Angebot immer mehr in Richtung Supermarkt entwickeln, suchen die klassischen Lebensmittel-Einzelhändler wie Rewe und Edeka nach neuen Wegen, sich mit ergänzenden Vertriebszweigen abzugrenzen. Rewe hat dafür ein "to-go-Konzept" mit Verkaufsflächen etwa an Tankstellen entwickelt. Edeka antwortet mit dem neuen Format "Edeka xpress" als klassischem Nachbarschaftsmarkt.

Für die neuen Märkte werden in der Regel die Flächen ehemaliger Treff-3000-Märkte genutzt. Dieser regionale Discounter war viele Jahre unter dem Dach von Edeka Südwest. Rund 160 solcher Treff-3000-Märkte wurden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Teilen Bayerns betrieben. Zum 1. August hat sich der Lebensmittelhändler jedoch von diesem Konzept verabschiedet. Das Billig-Sortiment wird künftig nur noch bei Netto Marken Discont, das ebenfalls ein Edeka-Tochterunternehmen ist, angeboten. Nach Unternehmensangaben werden alle 600 Treff-Mitarbeiter dort weiter beschäftigt.

Ene Hälfte der ehemaligen Treff-Märkte ging an Netto, das sein Filialnetz im Südwesten damit weiter ausbauen kann. Diese Umwandlung ist in vollem Gange und hat auch bei einer Reihe von Märkten in der hiesigen Region bereits stattgefunden.

Die andere Hälfte der früheren Treff-Märkte verbleibt bei Edeka Südwest. An den betreffenden Standorten realisiert das Offenburger Unternehmer nach und nach sein neues Nahversorgungs-Format.

Vorbild hierfür ist Edeka Südbayern. Dort sind bereits im vergangenen Jahr ehemalige Tengelmann-Märkte in und um München erfolgreich mit dem neuen Konzept auf den Weg gebracht worden. In Südbayern übernehmen die kleinflächigeren Standorte mit ihren schmaleren Sortimenten die Rolle des Nahversorgers vor allem in den Städten.

In Mittelbaden hat der erste Markt dieser Art jetzt in Hügelsheim eröffnet. Der dortige frühere Treff 3000 wurde in den vergangenen Wochen mit einem erweiterten Angebot umgestaltet. Den Kunden stehen dort auf rund 750 Quadratmetern insgesamt etwa 9000 Artikel zur Verfügung. Zuvor waren es rund 3000. Die Schwerpunkte liegen wie bei allen anderen umgewandelten Märkten auf frischen Lebensmitteln, regionalen Erzeugnissen sowie Snacks und Convenience-Produkten (Fertiggerichte). Letztere werden von Verbrauchern zunehmend nachgefragt.

Das Konzept für "Edeka xpress" ist eine komplette Neuentwicklung. Layout, Farbgebung, Marktauftritt, Logo und Ladenbau heben sich von den klassischen Supermärkten ab. Auch das Betreibermodell ist ein anderes: Ein Sprecher von Edeka Südwest sagte gestern dem BT auf Anfrage, dass die neuen Märkte von der Offenburger Handelsgesellschaft in eigener Regie organisiert werden und nicht, wie bei anderen Edeka-Konzepten, von selbstständigen Kaufleuten geführt werden.

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