Zahl der Straftaten rund um Karlsruhe rückläufig

Zahl der Straftaten rund um Karlsruhe rückläufig

Karlsruhe (win) - Die Zahl der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe ist im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Dies geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die gestern im Polizeipräsidium Karlsruhe vorgestellt wurde. So sank die Zahl der erfassten Delikte in den Stadtkreisen Karlsruhe und Pforzheim, sowie in den Landkreisen Karlsruhe, Enzkreis und Calw um 0,7 Prozent auf 63 053 Fälle. Auf Landesebene hatte es einen Rückgang um 1,3 Prozent gegeben.

Starke Rückgänge gab es laut Polizeipräsidentin Caren Denner vor allem bei Diebstahl und schwerem Diebstahl und damit jenem Bereich, dem knapp ein Drittel aller Straftaten zuzuordnen sind. Erfreulich sei auch eine unverändert hohe Aufklärungsquote von 61,7 Prozent. Dies sei um so bemerkenswerter, da die neuerliche Strukturreform viel Personal gebunden habe. Wie berichtet werden der Stadtkreis Pforzheim, der Enzkreis und der Landkreis Calw ab dem 1. Januar aus der Zuständigkeit des Präsidiums Karlsruhe herausgenommen und einem neuen regionalen Polizeipräsidium mit Sitz in Pforzheim zugeschlagen. "Trotz hoher Zusatzbelastung haben unsere Beamtinnen und Beamten sehr gute Arbeit abgeliefert", lobte Denner.

Dass es gelungen sei, die Zahl der Wohnungseinbrüche erneut deutlich zu senken, verbucht der Leitende Kriminaldirektor Thomas Rüttler als besonderen Erfolg. Bessere Sicherheitstechnik, die auf Anraten der Polizei von Wohnungsinhabern eingesetzt wird, sowie wachsame Nachbarn sorgten dafür, dass es bei fast der Hälfte aller Fälle inzwischen beim Einbruchsversuch bleibt. Mit 779 Wohnungseinbrüchen wurde zudem der niedrigste Stand seit zehn Jahren registriert, 2014 hatte es noch 2 011 Einbrüche gegeben.

Starke Zuwächse gab es hingegen bei Sexualdelikten, die um 38,1 Prozent sprunghaft auf 747 Fälle anstiegen. Hier dürfte aber auch die Änderung des Sexualstrafrechts eine große Rolle spielen. Inzwischen gilt auch sexuelle Beleidigung als Straftatbestand, außerdem habe es einen Wertewandel gegeben und die MeToo-Debatte habe die Öffentlichkeit sensibilisiert. Als besonders perfide stuft die Polizei Straftaten ein, die dem sogenannten "Enkeltrick", falschen Polizeibeamten und Schockanrufen zuzuordnen sind.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl um über 55 Prozent auf 563 Vorfälle, wobei relativ selten die Tat auch vollendet wurde. Beim Enkeltrick (142 Versuche) wurden letztlich "nur" zehn Fälle vollendet, der Gesamtschaden lag jedoch dennoch bei 218 000 Euro.

Ähnlich sah es bei "falschen Polizeibeamten" aus, wo die Täter in 15 Fällen erfolgreich waren, allerdings 353 000 Euro erbeuteten. Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit soll diesem Phänomen begegnet werden, wobei auch Taxifahrer und Bankmitarbeiter sensibilisiert werden sollen.

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