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Drogendealer soll für viereinhalb Jahre hinter Gitter
Drogendealer soll für viereinhalb Jahre hinter Gitter
24.11.2017 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (sre) - Vier Jahre und sechs Monate Haft für das Handeln mit Betäubungsmitteln in nicht unerheblicher Menge in elf Fällen: Das ist die Bilanz eines großen Drogenprozesses vor dem Landgericht. Der 25-jährige Angeklagte hat, so die Einschätzung des Gerichts, sowohl mit Kokain als auch mit kiloweise Marihuana gedealt.

Bei der gestrigen Urteilsverkündung wurde nicht nur die Strafe für Handel, Erwerb und Besitz der Drogen verkündet, sondern zudem angeordnet, dass die Taterträge eingezogen werden. Diese schätzte das Gericht auf mehr als 48000 Euro. Die Staatsanwaltschaft war sogar von mehr als 78000 Euro ausgegangen.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich der Prozess seit September über zahlreiche Verhandlungstage hingezogen. Der Angeklagte hüllte sich lange in Schweigen, als Beweis wurden ausführliche Protokolle aus der polizeilichen Ermittlungsarbeit eingeführt: Die Beamten hatten das Auto des 25-Jährigen verwanzt und diverse belastende Gespräche abgehört.

Dass der Angeklagte selbst zumindest einen Teil der Taten vor Abschluss des Prozesses doch noch eingeräumt hatte, wurde ihm von Richter Wolfgang Fischer positiv angerechnet. Auch bei einigen Taten, die der Angeklagte nicht zugegeben hatte, kam das Gericht allerdings zu dem Schluss, dass er sie begangen haben muss. Lediglich in zwei Fällen (die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung in 13Fällen gefordert) reichten dem Gericht die Beweise nicht aus: In diesen beiden Punkten wurde der Angeklagte freigesprochen.

Nicht nur die Protokolle der Abhöraktionen, sondern auch Zeugen hatten den Angeklagten in verschiedenen Fällen belastet. Durch die dem Verfahren vorangegangenen Ermittlungen waren ein Teil der Lieferanten des Angeklagten und zahlreiche seiner Zwischenhändler und Abnehmer ebenfalls ermittelt worden. Mehrere von ihnen wurden inzwischen bereits verurteilt. Der Angeklagte war von der Staatsanwaltschaft als eine Art Kopf und Lieferant vieler Kleindealer gesehen worden.

Bei den Drogengeschäften, die das Gericht nun als erwiesen ansieht, ging es um kiloweise Marihuana - die Menge variierte bei den einzelnen Fällen zwischen einigen Hundert Gramm und bis zu zwei Kilogramm auf einmal. Bei zwei Taten waren es 100 beziehungsweise 200 Gramm Kokain, die teils zum Eigenkonsum, größtenteils aber zum Weiterverkauf erworben wurden. "Er hat den Bogen völlig überspannt", sagte Richter Fischer mit Blick auf das Verhalten des Angeklagten. Man könne nur hoffen, dass er sich die Verurteilung zu Herzen nehme.

Staatsanwalt Michael Klose hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren beantragt. Die Taten seien "professionell" und "raffiniert" durchgeführt worden, hatte er argumentiert und auf eine "mafiöse Denk- und Vorgehensweise" verwiesen. Unter anderem habe sich der Angeklagte gerühmt, dass sein Onkel in Italien bei der Mafia sei, es habe Druck und Drohungen gegeben, damit niemand vor der Polizei aussage, und er habe andere Personen aktiv in seine Taten verstrickt, habe eine "Sogwirkung" auf Personen in seinem Umfeld. Deshalb müsse mit der Strafe ein Zeichen gesetzt werden.

Der Verteidiger hatte im Gegensatz zum Staatsanwalt betont, der Angeklagte habe nicht nur ein "taktisches" Teilgeständnis abgelegt. Er hatte dafür plädiert, den 25-Jährigen nur für die Fälle zu verurteilen, die er gestanden hatte. und um eine "milde Gesamtfreiheitsstrafe" gebeten - auch, weil der Angeklagte zum Zeitpunkt der Taten zum ersten Mal in seinem Leben arbeitslos gewesen sei, deshalb ein geringes Selbstwertgefühl gehabt und Kokain konsumiert habe.

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