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Urteil gegen Brandstifter: "Mir stockt der Atem"
Urteil gegen Brandstifter: 'Mir stockt der Atem'
07.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Werner Frasch

Baden-Baden - Bei der Verkündung des Urteils wegen des wiederholten Einbruchdiebstahls in eine Gaststätte und dem Versuch der besonders schweren Brandstiftung sparte Richter Klaus Jung am Amtsgericht gestern nicht mit deutlichen Worten: "Mir stockt der Atem, wenn ich daran denke, dass viele Menschen hätten tot sein können, wenn mitten in der Altstadt ein Brand ausgebrochen wäre, den Sie gelegt haben", sagte er zum Verurteilten.


Gegen den 25-jährigen Baden-Badener wurde wegen der Taten, die er innerhalb weniger Wochen im Frühjahr begangen hatte (wir berichteten), eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und wegen Drogenabhängigkeit die Einweisung in eine Entziehungsanstalt verhängt. Das Gericht blieb damit unter dem Antrag von Staatsanwältin Beate Mendler, die eine um sechs Monate längere Haft gefordert hatte. Die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt hielt sie zum Schutz der Allgemeinheit für erforderlich. Es bestehe Aussicht auf Erfolg einer Therapie. Eine solche hatte der Verurteilte nach früheren Taten abgelehnt. Seit Geburt seines Sohnes vor drei Jahren habe sich die Situation aber verändert. Er wolle den Hauptschulabschluss nachholen, ließ der Verurteilte den Verteidiger erklären.

Nur durch Glück kein großer Schaden

Ungeklärt blieb die Frage der Staatsanwältin, wie ein Täter dazu komme, ein bewohntes Gebäude inmitten einer engen Bebauung in Brand setzen zu wollen. Nur durch glückliche Umstände sei großer Schaden verhindert worden. Das Gericht war davon überzeugt, dass durch die Brandlegung der Einbruchdiebstahl vertuscht werden sollte. Es folgte auch nicht dem ansonsten geständigen Täter, dass er durch erheblichen Drogen- und Alkoholkonsum nicht mehr wisse, wie es zu dem Geschehen kommen konnte. Der Einbruch, die Entwendung einer größeren Menge von Weinflaschen und wertvollen Messern und deren Transport in die nahe gelegene Wohnung des Täters erfordere planvolles Vorgehen. "Das ist unter Drogeneinfluss nicht vorstellbar", so die Staatsanwältin.

Auch die medizinischen und psychologischen Gutachter gingen nicht davon aus, dass bei den Taten die Einnahme von berauschenden Mitteln im Spiel war. Wegen Diebstahls, Missbrauchs von Notrufen, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung und Drogendelikten stand der jetzt Verurteilte seit 2008 bereits insgesamt 14 Mal vor Gericht.

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