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"Viele Tote", Ascheregen und Emotionen pur
16.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Irene Schröder

Baden-Baden - Für einen Abend rückte am Samstag wieder einmal Baden-Baden in das Zentrum der Tanzwelt: Die Kür-Weltmeisterschaft der Latein-Professionalpaare knüpfte an die große Tanzsport-Vergangenheit der Kurstadt an und führte 22 Paare aus elf Nationen auf das Parkett des Bénazetsaals.

Bevor Andre und Natalie Paramonov aus den USA für ihre Siegerkür "Romance" gefeiert wurden, lag ein wahrer Tanz-Marathon der Emotionen und politischen Statements hinter den Paaren und dem neunköpfigen Wertungsgericht mit prominenten Tänzern von Finnland bis Südafrika und Taiwan.

Bereits am Freitagabend hatte Chairman Klaus Gundlach die Programme der 22 angereisten Paare auf ihre Übereinstimmung mit den Kürregeln geprüft, denn die große Show darf beispielsweise nicht länger als vier Minuten dauern und maximal drei Hebefiguren bieten. Obwohl es bei dieser Prüfungsrunde keine Beanstandungen gab, wurden insgesamt drei Paare am Abend wegen Regelverstößen disqualifiziert, darunter ausgerechnet das für die USA startende Paar Pasha Pashkov/Daniella Karagach, die einen Lift zu viel in ihre spektakuläre Show "I need a doctor" eingebaut hatten und für viele Zuschauer einen Platz im Finale sicher gehabt hätten.

Einen Arzt hätten übrigens einige der Paare dringend brauchen können, denn "so viele Tote gab es noch nie", stellte Turnierleiter Matthias Fronhoff mit rheinischem Frohsinn fest. Während in der Vorrunde am Nachmittag, die immerhin über 100 Zuschauer aus der Frühlingssonne in den Saal gelockt hatte, einige durchaus heitere Lateinküren mit fröhlichen Gespenstern, einer verführerischen Zauberin und einer mitreißenden Folklorenummer aus Israel das Publikum begeisterten, setzten sich fürs Halbfinale zwölf Paare mit fast durchweg ernsten Themen durch. Von den typischen Elementen der fünf Lateintänze - Rumba, Samba, Cha-Cha-Cha, Paso doble und Jive - war mit all dem Drama um Liebe, Eifersucht und Tod oft wenig auszumachen, stattdessen gab es reichlich Politik: "Schindlers Liste" setzten Davide Fumagalli und Debora Macaluso aus Italien im Ascheregen und mit Gewehrschüssen in Szene, ihre Landsleute Fabio Modica und Tinna Hoffmann interpretierten das Obdachlosen-Dasein.

Vadim Garbuzov und Kathrin Menzinger aus Österreich tanzten ihre "Flüchtlingskür", die sie bereits bei einer Welttanzgala in Baden-Baden präsentiert hatten. Die mehrfachen Weltmeister im Showdance in Latein und Standard waren an diesem Tag die absoluten Publikumslieblinge. Auf Kathrin Menzinger, deren "Let's-dance"-Promipartner Heiko Lochmann wohl mit Blick auf die Weltmeisterschaftsteilnahme seiner Profi-Tänzerin in Runde drei ausscheiden musste, wartete am Nachmittag eine Teenierunde, die ihren Star hautnah erleben und bejubeln wollte. Auch am Abend gab es für die "Let's- dance"-Stars erheblich mehr Applaus als für die deutschen Meister Valera Musuc/Nina Trautz, die zwar ins Finale kamen, mit ihrer Show "Him and Her - Her and Him" aber nicht den angepeilten Platz auf dem Treppchen erreichen konnten. Ganz große Oper tanzten Arsen Agamalyan/Oksana Vasileva in ihrer mitreißenden "Carmen"-Version.

Einen Kontrapunkt zur geballten Latein-Tanzladung setzten Steffen und Sandra Zoglauer mit ihren Standardshows, darunter die Kür, mit der sie sich den Weltmeistertitel der Standard-Profisektion gesichert hatten. Zwischendurch geriet Steffen Zoglauer ins Schwärmen: "Die Paare sind ein Traum, der Saal hier ist ein Traum, das Publikum - einfach toll!" Die gleiche Begeisterung war auch einer deutschen und internationalen Tanzlegende anzumerken: "Jedes Mal, wenn ich im Kurhaus diese wundervolle Treppe hinaufgehe und in den Saal komme, in dem ich so viele Titel gewonnen habe, bin ich einfach glücklich", meinte Karl Breuer, der als Präsident des Deutschen Professional Tanzsportverbands (DPV) gemeinsam mit Gastgeberin Nora Waggershauser (Baden-Baden Events) die Siegerehrung vornahm. Dass der 86-Jährige erst am Morgen von einem Kongress in Thailand zurückgekehrt war, merkte dem bestens gelaunten Herrn im Smoking niemand an - nicht umsonst ist wissenschaftlich bestätigt, dass Tanzen besonders fit und agil hält.

Beide Eigenschaften zeichneten auch das ausgesprochen tanzfreudige Publikum aus, das mit der Feedback Dancing Band eines der besten deutschen Ballorchester genießen konnte - und auch noch in einer Lautstärke, die eine Unterhaltung im Saal zuließ.

Mit dieser Weltmeisterschaft haben die Veranstalter - DPV und Baden-Baden Events - die Messlatte hochgelegt für die Profi-Weltmeisterschaft im Standard am 17. November in Bonn, für die während des Abends kräftig geworben wurde.

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