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Wildtierbabys sorgen für Schlafmangel
11.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Etliche ganz besondere Gäste beherbergt das Baden-Badener Tierheim in diesen Wochen. Es handelt sich um Wildtierkinder, deren Aufzucht einige Arbeit mit sich bringt.

Der Frühling hat für das Team vom hiesigen Tierheim im Märzenbachweg stets auch einiges an Übermüdung zur Folge. An ein erholsames Durchschlafen ist nämlich so manches Mal nicht zu denken. Wenn Tierbabys ihre Milch bekommen müssen, dann klingelt eben alle zwei bis drei Stunden der Wecker.

Aber daran haben sich die Tierschützer längst gewöhnt, denn in jedem Frühjahr werden zahlreiche neugeborene beziehungsweise sehr junge Wildtiere ins Tierheim gebracht, die irgendwo ohne Mutter gefunden worden sind. Dann gilt es, die Kleinen gut durch die ersten Lebenstage und -wochen zu bringen. Abends werden die Babys dann von den Helferinnen mit nach Hause genommen, um eine gute Versorgung zu garantieren.

"Auf diese Weise verteilen wir auch den Schlafmangel", erklärt Tierheim-Mitarbeiterin Jessica Reichynek lächelnd. Zurzeit herrscht diesbezüglich wieder Hochbetrieb, denn elf Wildtierjunge haben im Haus im Märzenbachweg Aufnahme gefunden - und diese Zahl kann sich praktisch täglich erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel die beiden kleinen Marder "Firle" und "Fanz". Eigentlich, so erzählt Reichynek, sei es im Tierheim nicht üblich, den Wildtieren Namen zu geben, doch "bei diesen beiden bot es sich einfach an, denn sie haben immer wieder Dummheiten im Kopf".

Die etwa sechs bis sieben Wochen alte "Firle" wurde in Sinzheim gefunden. Sie ist inzwischen aus dem Gröbsten heraus und kann auch schon feste Nahrung zu sich nehmen. Der vier Wochen alte "Fanz" hingegen - ihn entdeckte man im Rebberggelände, wo ihn möglicherweise die Mutter zurückgelassen hatte - muss noch "geschöppelt" werden. Er bekommt Katzen-Aufzuchtsmilch. In wenigen Wochen werden die jungen Marder ausgewildert. Allerdings steht noch nicht fest, wo das sein wird: "Da strecken wir noch die Fühler nach einem geeigneten Platz aus", so Reichynek.

Bei den zwei Jungfüchsen im Tierheim - ein Bub und ein Mädchen - handelt es sich sehr wahrscheinlich um Geschwister. Sie waren in einen Swimmingpool gestürzt, in dem sich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise kein Wasser befand. Beide Tiere wurden mit Hundewelpen-Aufzuchtsmilch ernährt und sind inzwischen schon "futterfest". Um sie auf das Leben in der Natur vorzubereiten, bekommen sie neben Hundefutter nun bald auch Mäuse und Küken - dabei handelt es sich aber nicht um lebende Tiere.

Sehr gut gewirkt hat die Katzenaufzuchtsmilch bei drei Eichhörnchenkindern, die inzwischen schon Sämereien und leckere Nüsse zu sich nehmen können. Die zwei Jungs und ein Mädchen wurden an verschiedenen Stellen - so zum Beispiel in Lichtental auf einer Straße und am Fremersberg - gefunden. Sie sind schon ziemlich fit und unternehmungslustig, in zwei bis drei Wochen sollen sie in eine Auswilderungsstation gebracht werden.

Doch damit wird es auch nicht ruhiger im Tierheim. So wurden erst vor wenigen Tagen zwei Vogelbabys abgegeben. Sie sitzen jetzt in einem kleinen Nest und machen einen doch recht mitleiderregenden Eindruck. Um welche Vogelart es sich hier handelt, weiß man im Tierheim noch nicht. Möglicherweise sind es Meisen, doch das zeigt sich erst bei der Herausbildung des Gefieders. Sicher ist allerdings, dass der Vogelnachwuchs für weitere schlafarme Nächte sorgen wird. Kommt man den beiden nämlich näher, so streckt sich gleich ein weit geöffneter Schnabel nach oben.

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