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"Enormer Effekt" für teilnehmende Schüler
Am Ende führen die Kinder ihre Oper gemeinsam mit erwachsenen Profis im Festspielhaus auf. Diese Impression stammt aus dem vergangenen Jahr. Foto: Michael Bode/Manolo Press
29.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Opern sind nur etwas für Erwachsene? Von wegen: Dass auch Kinder Freude an Oper haben und sogar selbst als Komponisten, Bühnenbildner, Musiker und Sänger eine Aufführung gestalten können, das beweist das Festspielhaus gemeinsam mit Grundschulen aus der Region. Das Projekt zu Homers "Odyssee" steht nach drei Jahren kurz vor dem Abschluss.

Mit dem dritten und letzten Teil einer von Grundschülern selbst erdachten Oper endet die Aktion im September. Gestern zogen Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und Professor Felix Osterheider von der Felicitas und Werner Egerland Stiftung, die für die finanzielle Unterstützung sorgte, eine erste Bilanz und zeigten auf, welchen Nachhall sie sich von der innovativen Idee erhoffen.

Wie berichtet, haben sich an der Aktion bereits mehrere Grundschulen beteiligt. In diesem Jahr mit von der Partie sind die Grundschule Balg, die Hans-Thoma-Schule in Gaggenau und die Astrid-Lindgren-Schule in Iffezheim. Seit Ostern beschäftigen sich dort die dritten Klassen zwei Schulstunden pro Woche mit dem Epos. Sie entwickeln unter der künstlerischen Leitung von Theaterpädagogin und Musikerin Nelly Noack eigene Wege, die Erlebnisse von Odysseus musikalisch und mimisch darzustellen.

Weil der Stoff so umfassend ist, habe man diesen auf drei Jahre verteilt, erläuterte Noack gestern: Die ersten beiden Teile der Irrfahrt wurden 2016 und 2017 von anderen Klassen entwickelt und mündeten jeweils in einer "echten" Opernaufführung. Der aktuelle Jahrgang beschäftigt sich nun mit dem letzten Abschnitt von Homers Reise und mit seiner Heimkehr. Dabei entwickeln die Kinder eigene Texte, suchen für sie spannende Aspekte des Stoffs aus, gestalten Bühnenbilder, komponieren Musik. Das habe einen "enormen Effekt" in den Klassen, berichtete Lehrerin Birgit Bauer von der Balger Grundschule. Paul Wiest von der Hans-Thoma-Schule hat beobachtet, dass sich immer mehr seiner Schüler zutrauen, musikalisch zu improvisieren. Die Erfahrungen seien auch gut fürs Selbstbewusstsein: "Die Kinder merken: Oh, ich kann ja was richtig gut."

In einer Endprobenwoche ab dem 18. September sollen die Szenen der einzelnen Schulklassen mit den Parts der Profis im Festspielhaus verwoben werden. Bei der abschließenden Aufführung am Wochenende des 23. und 24. September können auch andere theaterinteressierte Kinder ab neun Jahren mitwirken und an einem Wochenend-Workshop teilnehmen. Weitere Informationen hierzu gibt es im Internet.

Mit der Aufführung ist das Projekt allerdings noch nicht komplett beendet, betonte Professor Osterheider von der finanzierenden Stiftung: Es werde noch eine Dokumentation erarbeitet, die anderen gratis zur Verfügung gestellt werden soll. So wolle man Bühnen und Konzerthäusern in ganz Deutschland Mut machen, ähnliche Projekte zu starten. Das Festspielhaus verstehe sich auch als Labor, das solche innovativen Konzepte entwickle, die von Baden-Baden aus ausstahlen könnten, ergänzte Festspielhaus-Kommmunikationsdirektor Rüdiger Beermann. Ob es hier ein Nachfolgeprojekt geben wird, steht noch nicht fest: Darüber werde man im September nachdenken, kündigte Beermann an.

www.festspielhaus.de

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