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Blick in die Zukunft der Kurstadt gewagt
Was wird aus Baden-Baden? Dies beschäftigt Bürger und Verwaltungsvertreter beim Workshop in Oos. Foto: Zorn
04.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Beim ersten Bürger-Workshop zur Fortschreibung der Strategischen Entwicklungsplanung Baden-Badens bis 2030 am Montag in der Ooser Festhalle waren Verwaltungsvertreter und Stadträte in der Mehrheit. Lediglich rund 15 "Normalbürger" beteiligten sich, wobei deutlich wurde, dass vor allem das Thema Verkehr/Mobilität die Gemüter bewegt.

"Wir wollen einen Blick in die Zukunft wagen", meinte OB Margret Mergen bei ihrer Begrüßung. Eine Fortschreibung des bestehenden Entwicklungsplans mit einem Zeithorizont bis 2020 sei jetzt nötig, denn man habe bereits rund 70 Prozent der damaligen Zielvorgaben umgesetzt, und inzwischen seien auch neue Themen aktuell wie die Digitalisierung und die Integration von Flüchtlingen. Es gelte etwas zu tun, um die große Attraktivität Baden-Badens zu erhalten.

Die Verwaltung hatte für den Bürger-Workshop etliche Themenfelder wie Kultur, Stadtbild, Familienfreundlichkeit, Digitalisierung, Tourismus, Mobilität und Schulen ausgewählt und dazu stichwortartig einzelne Handlungsvorschläge gemacht. Auf Kritik aus dem Publikum wurde den Bürgern auch die Möglichkeit eröffnet, auch eigene Vorschläge zu weiteren Themen zu machen.

Die Meinungsabgabe sollte nicht so sehr durch Wortmeldungen vom Sitzplatz her erfolgen, sondern nach dem Konzept des "Open Space", wie Moderatorin Ute Kinn erklärte. Dies hieß nicht, dass jemand ins Weltall starten musste, aber bewegen sollten sich die Teilnehmer schon. Und zwar von Stellwand zu Stellwand, wo sie Stellungnahmen zu den jeweiligen Themen auf farbigen Zetteln hinterlassen konnten. Aufgrund der geringen Zahl anwesender Bürger hielt sich die Ausbeute in Grenzen, dennoch gab es auch interessante Anregungen.

Mobilität/Verkehrsmanagement: Die Stadt will den Individualverkehr kanalisieren (Parkleitsystem) und reduzieren (Förderung des öffentlichen Nahverkehrs). Im Workshop beklagten sich Bürger über die täglichen Staus auf dem Zubringer (B500). Verkehrsleitsysteme würden ohnehin nicht verstanden werden. Bezüglich der Busse der Verkehrsbetriebe wurde angeregt, wieder den Einstieg hinten zu erlauben und zu einem Sieben-Minuten-Takt auf der Tallinie zurückzukehren. Gewünscht wurde auch kostenloses Fahrradparken am Bahnhof und ein Radschnellweg entlang der Grünen Einfahrt.

Tourismus: Hier möchte die Stadt Qualität fördern und ein junges Publikum anziehen. Nichts hält man von Low Budget Hotels. Von Bürgerseite wurde gefordert, gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum als Ferienwohnungen vorzugehen.

Kulturstadt: Die Stadt möchte gerne die Zahl der Angebote und Veranstaltungsorte erhöhen. Auf Bürgerseite stieß dies nicht nur auf Zustimmung: "Das Angebot ist üppig und reicht aus". Angeregt wurde ein früherer Beginn von Abendveranstaltungen und ein Shuttle-Service für Altenheimbewohner.

Stadtbild: Die Aufenthaltsqualität soll gefördert werden. Bürger verlangen, keine Hochhausbebauung im Talkessel zuzulassen.

Familientag: Der von der Verwaltung propagierte Familientag in öffentlichen Einrichtungen wurde skeptisch gesehen: So etwas dürfe nicht kostenlos sein, sonst gebe es nur Mitnahmeeffekte.

Bürgerschaftliches Engagement: Hier schlägt die Stadt unter anderem "Digitalisierungs-Coaches" vor, die gerade älteren Menschen beim Umgang mit dem Internet helfen sollen. Hierbei wird von Bürgern gewarnt, dass auch über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden müsse.

Marktplatz-Belebung: Freilichtaufführungen, mehr Gastronomie, erlebbare römische Geschichte - dies sind einige kommunale Vorschläge. Von Bürgerseite allerdings wird auf den beschwerlichen Weg zum Marktplatz hingewiesen.

Schulen: Die Stadt möchte unter anderem die Kooperationen von Schulen und Vereinen ausbauen. Hinsichtlich der gewünschten Unterstützung des digitalen Lernens, wurde von einem Bürger verlangt, auch das klassische Lernen ohne PC zu fördern.

Sportstadt: Hier schlägt die Verwaltung unter anderem die Belebung des Trimm-Dich-Konzepts vor und möchte den Merkur zum "Sportberg" machen (Parcours, Sommer- und Winterrodelbahn).

Sonstige Kritik: Angesprochen wurde von Bürgerseite auch, dass das THW einen Teil seines Geländes in der Wörthstraße an einen Containerdienst vermietet habe. Dort sei nun ein Containerumschlagplatz entstanden, der durch Lärm und Staub die nahe, erst jüngst bezogene Wohnsiedlung belaste. Eine besondere Gefahr bestehe für Kinder. Rudolf Schübert, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, erklärte, dass die Stadt darüber Gespräche mit der Containerfirma aufgenommen habe.

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