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Hunderte Fische sterben in der Oos
19.07.2018 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (sre/red) - Zu einem dramatischen Vorfall ist es am Dienstagabend in einem Bereich der Oos gekommen: Das Bachbett fiel überraschend trocken. Zahlreiche Fische drohten zu ersticken. Durch den raschen Einsatz engagierter Helfer konnten zwar unzählige Fische gerettet werden, trotzdem starben Hunderte.

Gleich von zwei Seiten sei Alarm geschlagen worden, berichtete der Vorsitzende des Angelsportvereins (ASV) Baden-Baden, Hans-Jürgen Vogt, gestern im BT-Gespräch: In Trockenheitsphasen wie derzeit seien die Gewässerwarte des ASV täglich auf Kontrollgängen unterwegs, außerdem habe der Vorsitzende der Anglerkameradschaft Iffezheim angerufen. Man habe daraufhin ein "drohendes Fischsterben größeren Ausmaßes" an Feuerwehr und Polizei gemeldet.

Denn: Das alte Bachbett der Oos, auch "Ooser Landgraben" genannt, war im Bereich B3 neu, Bahnhof Oos, Flugplatz und Decathlon bis zur Gemarkungsgrenze Sandweier teils trocken gefallen. In den tieferen Bereichen sammelten sich laut Vogt die Fische zu Hunderten im stehenden Wasser. Insbesondere die größeren Fische hätten bereits "starke Notatmung" aufgewiesen.

Der erste Gewässerwart des Vereins, Yannick Seckler, habe deshalb die Umsetzung in den Oos-Kanal koordiniert. Dabei handle es sich um das gleiche Gewässersystem - nur dann darf man einen Fisch umsetzen. Dank des Einsatzes der Feuerwehr und Polizei habe man bis zum Einbruch der Dunkelheit so viele Fische wie möglich geborgen. Wieder eingesetzt worden seien sie im Bereich der Kläranlage: Da dort das gereinigte Wasser eingespeist werde, könne man sicher sein, dass stets genug Wasser vorhanden ist.

Die Polizei und zahlreiche Angelsportler hätten zudem nach der Ursache des plötzlichen Trockenfalls gesucht. Denn dass ausschließlich fehlender Regen der Grund war, hält Vogt für ausgeschlossen: Bei anhaltender Trockenheit sei in der Vergangenheit der Steinbach stets lange vor der Oos trockengefallen, und dieser führte noch Wasser.

Gegen 22 Uhr habe ASV-Vorstandsmitglied Jan Harbrecht am Wehr, der Trennung der Gesamt-Oos in die "alte Oos" und den "Ooskanal", ein Kiesgeschiebe entdeckt, das sich über einen längeren Zeitraum angesammelt hatte und den Zufluss blockierte. Dabei handelt es sich um Gesteinsmaterial, das ein Gewässer bei höheren Wasserständen mit sich führt und an ruhigeren Stellen ablagert. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hätten die Stelle gestern Morgen wieder freigeräumt.

Das Geschiebe könne aber nicht der einzige Grund für den Vorfall sein, zeigte sich Vogt überzeugt: "Wir sind sicher, dass auch Wasser entnommen wird." Man gehe davon aus, dass Gartenbesitzer Wasser zum Gießen herauspumpten, was die Situation noch verschärft habe.

Als das Wasser gestern wieder floss, sammelten die Angelsportler die verendeten Großfische ein, die an der Oberfläche trieben. Es seien mehrere Kisten mit etwa 200Fischen zusammengekommen, berichtete Vogt. Die Zahl der verendeten Tiere sei aber sicher noch sehr viel höher: Man habe bestimmt nicht alle gefunden, auch viele kleine Fische seien erstickt.

Dennoch sei es noch "relativ glimpflich" gelaufen: "Es hätte schlimmer kommen können." Vor diesem Hintergrund bitte er alle Anwohner an der Oos auch dringend, kein Wasser mehr zu entnehmen. Gerade der jetzt vom Trockenfall betroffene Bereich sei fischbiologisch sehr wertvoll, dort laichten etwa die geschützten Bachneunaugen. "Lasst uns diese Art in unseren Gewässern erhalten und nehmt Rücksicht auf die im Wasser lebenden Tiere und Pflanzen", so sein Appell. Der Verein sei zudem auch auf die Beobachtungen von Bürgern angewiesen. Wer anormale Vorkommnisse an den Gewässern beobachte, könne diese dem Umweltbüro unter (07221) 931511 oder dem ASV unter (0171) 3005684 melden.

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