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Pauluskirche: Schäden schlimmer als erwartet
24.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Die Glocken im Turm der Pauluskirche schweigen seit vergangener Woche. Aus Sicherheitsgründen wurde das Geläut stillgelegt. Die Aufhängungen der Glocken sind beschädigt. Wo die Klangkörper an der Turmwand befestigt sind, bröckelt Beton. Und auch das Kirchengebäude selbst ist sanierungsbedürftig.

Der schadhafte Beton an der Kirche in der Weststadt beschäftigt Planer und die Leitung der evangelischen Kirchengemeinde schon seit langer Zeit. Vor gut zehn Jahren war die Fassade des Glockenturms saniert worden, nachdem sich Betonteile gelöst hatten. 2011 musste der Innenraum der Kirche überarbeitet werden, weil Brocken aus der Betondecke ins Kirchenschiff gestürzt waren. 2013 begann eine systematische Untersuchung des gesamten Gebäude-Ensembles in der Jagdhausstraße, das vor genau 60 Jahren gebaut wurde. Man rechnete damals mit "mehreren 100000 Euro Kosten" für die dringend nötige grundlegende Sanierung.

Heute ist man schlauer. Nachdem Experten das Kirchengebäude und den Turm genau unter die Lupe genommen und ein Sanierungskonzept erstellt haben , ist klar: Um die Kirche nachhaltig zu stabilisieren, wird die Gemeinde etwa 1,9 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Alleine die Sanierung des Turms schlägt mit 445000 Euro zu Buche. "Die festgestellten Schäden waren bei weitem größer als ursprünglich angenommen", sagt Karl-Heinz Honeck, Geschäftsführer des evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden/Rastatt. Vor allem der vor gut zehn Jahren sanierte Turm weise unerwartet viele Schäden auf, weil der bei der Sanierung verwendete Beton an vielen Stellen von der ursprünglichen Bausubstanz abplatze.

Das soll bei der Instandsetzung, die jetzt ansteht, anders werden. An vielen Stellen in der Fassade wurden Proben des Ursprungsbetons entnommen und genau analysiert. Für die Sanierung soll jetzt Beton mit derselben Zusammensetzung benutzt werden, damit die Verbindung klappt. Zuvor wird mit Hilfe eines Hochdruck-Wasserstrahls eine 15 bis 20 Millimeter dicke Schicht des Ursprungsbetons am gesamten Kirchengebäude und am Turm entfernt. Die neue Schicht wird dann etwas dicker aufgetragen. "Der alte Beton hat gute Qualität. Aber über der Bewehrung im Beton wurde beim Bau der Kirche vor 60 Jahren nur eine eher geringe Überdeckung aufgetragen", sagt Architekt Steffen Meermann. Die Folge: Feuchtigkeit dringt ein und lässt die stählerne Verstärkung im Inneren rosten. Deswegen brechen Betonbrocken aus der Fassade - an manchen Stellen handtellergroß, wie Meermann zeigt.

Doch nicht nur die Betonteile sollen in den kommenden Monaten aufgefrischt werden. Auch einzelne Klinkersteine werden ausgetauscht und dann die gesamten Klinker-Bauteile mit einer Beschichtung versehen. Und nicht nur das: "Wenn wir schon was machen, dann machen wir es gründlich", sagt Honeck. So soll die Kirche eine Aufzugsrampe für einen behindertengerechten Zugang bekommen, das mit Kieselsteinen belegte Flachdach, das schwer auf dem Kirchenbau lastet, wird erneuert, innen werden Beleuchtung und Orgel saniert, und das Kirchengebäude bekommt einen neu gestalteten Eingangsbereich. Los geht es im Herbst mit Notmaßnahmen am Turm. Spätestens an Weihnachten sollen die Glocken wieder läuten. Kommendes Jahr sollen dann die grundlegenden Arbeiten an der Fassade erfolgen. Ende 2019 soll die Pauluskirche in neuem Glanz erstrahlen.

Der Kirchengemeinderat hat sich laut Honeck trotz der hohen Kosten mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen. 760000 Euro schießt die Landeskirche zu, dieselbe Summe zahlt die Kirchengemeinde. Zudem soll zur Finanzierung ein Darlehen von 380000 Euro aufgenommen werden. "Die einzige Alternative wäre es, das Kirchengebäude dem Verfall preiszugeben", sagt Meermann. Und das geht auch rein rechtlich nicht. Schließlich steht der 1958 vom damaligen Baden-Badener Regierungsbaurat Rolf Eckart im Bauhaus-Stil errichtete Klinker-Beton-Bau unter Denkmalschutz und ist, ursprünglich im Volksmund spöttisch als "Seelen-Silo" bezeichnet, mittlerweile zum Wahrzeichen in der Weststadt geworden.

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