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Spielerisches Lernen in den Ferien
05.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Schulranzen stehen herum, Hefte und Stifte liegen auf den Tischen, Jungen und Mädchen arbeiten konzentriert. Ist denn schon wieder Schule? Ja, und zwar eine ganz Spezielle. Nämlich die Sommerschule im Festspielhaus. Dieser hat Kultusministerin Susanne Eisenmann gestern einen Besuch abgestattet.

Sommerschulen gibt es in Baden-Württemberg seit 2010 für Schüler weiterführender Schulen. Sie sind ein Projekt des Kultusministeriums des Landes. Neu ist in diesem Jahr, dass dieses kostenlose Angebot auf Grundschulen ausgeweitet wurde. Das größte deutsche Opernhaus beherbergt nun eine von acht baden-württembergischen Sommerschulen im Primarbereich. Ziel der Sommerschule, die in der letzten Ferienwoche stattfindet, ist es laut Ministerin Susanne Eisenmann zum einen, Schüler mit Lernförderbedarf zu motivieren und ihnen einen guten Start ins neue Schuljahr zu ermöglichen. Zum anderen soll kulturelle Bildung mit Unterrichtsstoff kombiniert werden - und zwar spielerisch.

Die drei Lehrerinnen Corina Chavillie, Katrin Robeck und Jessica Weier begleiten gemeinsam mit der Theaterpädagogin Nelly Noack die 22 Jungen und Mädchen, die an der Festspielhaus-Sommerschule teilnehmen, durch die Woche. Robeck erläuterte, dass jeweils morgens in der "Lernwerkstatt" die Fächer Mathe und Deutsch im Vordergrund stünden. So wurde gestern das Thema Wortarten behandelt, und die Kinder mussten beispielsweise beschriftete Puzzleteile so zusammenkleben, dass ein Adjektiv neben dem passenden Nomen stand. Spielerisch sollen alle Inhalte vermittelt werden. Im Anschluss daran gab die Gruppe einen Einblick in das nachmittägliche Programm.

Denn am Nachmittag, so Robeck weiter, stehe das "szenische Spiel" im Mittelpunkt. Gestern übten die Schüler, die von vier Baden-Badener Grundschulen stammen (Theodor-Heuss, Vincenti, Cité und Oos) und nach den Ferien in die 4. Klasse wechseln, mit dem Musiker Albrecht von Stackelberg ein Lied ein. Mit sichtlicher Begeisterung fanden sich die Schüler in ihren Rollen als Wölfe wieder und jaulten um die Wette. Die spielerische Einführung von Stackelbergs machte es den Kindern merklich leicht, aus sich herauszukommen. Und auch das seien Ziele der Sommerschule, wie Franz Veith, Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts Rastatt, erklärte: die Steigerung des Selbstwertgefühls und die Persönlichkeitsbildung.

Während gestern der Gesang den Nachmittag dominierte, werden es heute das Theaterspiel sein und am Donnerstag der Tanz. All das Erlernte gipfelt dann am Freitag in den Höhepunkt der Woche: Die Schüler führen das von ihnen in den fünf Tagen erarbeitete Musiktheater "Ronja Räubertochter" ihren Eltern vor. Beim Erarbeiten des Stücks beziehen sich laut den Lehrerinnen die Lern- und Erlebnis-Inhalte eng aufeinander. "Musik und Oper werden verknüpft mit Mathe und Deutsch", so Ministerin Eisenmann. Sie verteilte gestern im Beisein der Landtagsabgeordneten Beate Böglen (Grüne) und Tobias Wald (CDU) nur Lob für die Organisation und Durchführung des Pilotprojekts am Festspielhaus.

Und auch die Kinder und Pädagoginnen zeigten sich begeistert. So wusste der neunjährige Nevio die Antwort auf die Frage, was ihm bisher gefallen hat, sofort: "Alles war schön!" Die Lehrerinnen schätzen vor allem, dass sie die Kinder einmal im außerschulischen Rahmen erleben.

Schulamtsdirektor Veith hob hervor, dass es sich bei den Sommerschulen nicht nur um Nachhilfe handelt, sondern ein viel umfassenderes Programm geboten werde, das nachhaltig wirken solle. Oberbürgermeisterin Margret Mergen brachte es so auf den Punkt: "Wenn die Kinder jetzt an die Kultur herangeführt werden, dann werden sie die späteren Besucher sein." Und zwar nicht nur des Festspielhauses.

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