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Düsterer Stoff soll zu heiterem "Weihnachtsmärchen" werden
Auf der kürzlich eingeweihten Probebühne beginnen die Arbeiten für das diesjährige Weihnachtsmärchen.  Foto: Brüning
23.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Gisela Brüning

Baden-Baden - "Der Schwarzwald beginnt direkt vor der Haustür, und das Murgtal mit seiner Flößer-Tradition liegt in unmittelbarer Nähe. Dennoch kam bisher niemand auf die Idee, das Märchen für unser Theater zu inszenieren", wunderte sich Thomas Höhne am Montagmorgen auf der kürzlich eingeweihten Probebühne, als Ensemble und Team die Arbeit an dem Stück "Das kalte Herz" aufnahmen.

Den Stoff von Wilhelm Hauff hatte er als "Weihnachtsmärchen" oder "Kinder-Hausstück" vorgeschlagen und wurde zustimmend mit der Regie beauftragt. Die Resonanz an den Schulen sei dagegen eher zurückhaltend gewesen, hat Schauspielerin Constanze Weinig erfahren, denn sowohl die Urfassung als auch die jüngsten Verfilmungen hätten teilweise düster und bedrohlich gewirkt.

Dem trat Höhne beruhigend entgegen. Er habe mehrere Bühnenfassungen gelesen, und die des Schweizer Autors Ueli Blum sei kindgerecht. Sie verwässere nicht die Botschaft des Romantikers Hauff, nämlich dass Gier und Geiz und die Sucht nach immer mehr Reichtum nur unglücklich machen. Aber er verkünde diese Erkenntnis nicht moralinsauer mit der pädagogischen Keule. Vielmehr zeige er, dass auch ein einfaches Leben zufrieden mache. Sofern man seinen Mitmenschen mit neidloser Empathie, Hilfsbereitschaft und Respekt entgegenkomme, werde man Gleiches von ihnen erfahren.

Von einem heiteren Stück, das Spaß mache und in dem gesungen und getanzt werde, schwärmte Höhne. Hinter dem fremden Komponisten-Namen Ephraim Bender verbirgt sich kein anderer als Ensemble-Mitglied Oliver Jacobs. Den Rahmen für die Geschichte um den armen Köhlersohn Peter Munk, den seine Unzufriedenheit in die Hände zauberischer Mächte führt, denn von ihnen hausen in den Wäldern gute und böse Gestalten, schuf Bühnenbildner Steven Koop. Liebevoll und die kindliche Fantasie anregend, zieht eine historisierende Szenerie auf der Drehbühne vorbei.

"Zeitlos" nannte Ilona Lenk die Kostüme der handelnden Personen, die Anklänge ans 19. Jahrhundert verrieten. Neben Peter Munk, den Nils Daub als Gastrolle übernimmt, verkörpert Constanze Weinig dessen Mutter Barbara Munkin. In einer zweiten Rolle trifft man sie als das wundertätige Glasmännlein, den Schatzhauser im Tannenwald, an. Der böse Gegenspieler, der Holländer-Michel, der pulsierende Herzen gegen Steine und unermesslichen Reichtum eintauscht, tritt mit der mächtigen Gestalt von Hendrik Pape auf. Aus beruflichen Gründen fehlte beim Probenauftakt Anne Leßmeister. Das frühere Ensemble-Mitglied in Baden-Baden stellt die Dorfschöne Lisbeth dar, um die der erbitterte Kampf zwischen den Burschen entbrennt. Zwei Namen fehlen noch: Holger Stolz, kürzlich als Nazi bei "Cabaret" zu sehen, findet sich im "Hausmärchen des TBB" in Gestalt des Ezechiel wieder, und Mattes Herre, der sich als "Tanzbodenkönig" produzieren wird.

Im Vorfeld der Premiere am 25. November, 15 Uhr, im Theater lockt der alljährliche Malwettbewerb mit der Chance, das preisgekrönte Bild als Plakat auf allen Litfaßsäulen entdecken zu können. Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahren konzipiert und Besucher jeden Alters, die "Lust auf etwas Schwarzwald-Zauber" haben.

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