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TC Rot-Weiss: Der Baum brennt
TC Rot-Weiss: Der Baum brennt
12.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Hucky Krämer

Baden-Baden - Durch den Tennisclub (TC) Rot-Weiss Baden-Baden geht ein Riss. Es haben sich zwei Fraktionen herauskristallisiert, die sich auch kurz vor der ordentlichen Mitgliederversammlung am morgigen Mittwoch nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnten. Bei Deutschlands ältestem Tennisclub tickt eine Zeitbombe, die nun hochgehen und den Gesamtvorstand um Präsident Gregor Krampe sowie Vizepräsidentin Ute Ujlaky hinwegfegen könnte.

Hintergrund

103 Mitglieder haben per Unterschrift eine satzungsgemäße Petition eingereicht. Sie wollen die Abwahl des Altvorstandes und eine Neuwahl des Gremiums auf die Tagesordnung setzen. Ein neues Team mit Tennis-Fachwissen stehe zur Verfügung. Vom aktuellen Vorstand fühle man sich "nicht zufriedenstellend geführt". Der Verein habe nach einem "etwas anderen Weihnachtsbrief" des Vorstandes an die Mitglieder einen "Imageschaden" erlitten. Dieser "etwas andere Weihnachtsbrief" stieß zahlreichen Mitgliedern im Dezember 2018 so sauer auf, dass beim TC Rot-Weiss auch jetzt, knapp zwei Monate später, noch richtig der Baum brennt. In dem Brief an die Mitglieder wiesen die Clubverantwortlichen darauf hin, wie "schmalbrüstig" der TC Rot-Weiss finanziert ist. Da teure Maßnahmen wie die Sanierung des Tennishallendachs und die Erneuerung der Heizungsanlage im Clubhaus anstehen, rief man deshalb zu Spenden auf.

Bis dahin waren 18 000 Euro eingegangen. Mit dem Förderverein einigte man sich einvernehmlich, dass die Einnahmen aus Sponsoring-Verträgen, Sichtblenden und Anzeigenwerbung im Clubjournal ab 2019 wieder dem Hauptverein (bisher Förderverein) zufließen. Das sind noch einmal rund 20 000 Euro. Doch das alles reicht nicht einmal für die Erneuerung der Heizung.

So weit, so gut. Spendenaufrufe haben ja zur Weihnachtszeit keinen Seltenheitswert. In einem "Weihnachtsbrief" die Vertragsauflösung mit dem Cheftrainer Sascha Petratschek zu verkünden und zu begründen, ist dagegen alles andere als eine frohe Botschaft. Zumal Petratschek auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung am 21. Februar 2018 noch zum Sportwart gewählt worden war. Nun soll der Mann, den man 2015 aus München an die Oos geholt hatte, am 31. Dezember 2019 gehen. Und der Vorstand stellte Petratschek an den Pranger, warf ihm in dem Brief "praktizierte Selbstjustiz" gegen einen jüngeren Trainerkollegen vor, sprach von einer "massiv erschütterter Vertrauensbasis". Zudem sei Petratschek seinen Aufgaben als Sportwart nur "ungenügend" nachgekommen, hieß es.

Fünf Trainer



für 560 Mitglieder

Folgerichtig liegt mittlerweile auch ein Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung um den Punkt "Abberufung des Sportvorstandes Sascha Petratschek" vor. Der Kritisierte hat nach Informationen des Badischen Tagblatts mittlerweile seine Ansprüche gegenüber dem Club per Rechtsanwalt geltend gemacht. Der vertragslose Trainer Vicente Jimenez, dem man vor vier Jahren Petratschek vor die Nase gesetzt hatte, hat bereits Konsequenzen gezogen und fungiert ab April beim schwäbischen TG Plochingen als Che ftrainer.

"Der Baum hat schon lange vor unserem Weihnachtsbrief gebrannt. Die Trainerfrage drohte zu eskalieren, also haben wir im Interesse des Vereins gehandelt und die Verträge mit Sascha Petratschek und Lana Jägersberg gekündigt, wobei Lana einen neuen Vertrag erhält", erklärt Vizepräsidentin Ute Ujlaky auf BT-Anfrage. "Die Frage, ob sich der Club mit seinen 560 Mitgliedern fünf Trainer leisten kann, beschäftigt den TC Rot-Weiss schon seit Langem, dennoch hatten wir allen eine Garantie für das Jahr 2018 gegeben. Den Vertrag mit Sascha Petratschek, von dem wir uns übrigens auch als Sportwart mehr erhofft hatten, haben wir aufgrund der fehlenden Gegenleistung ordentlich zum 31. Dezember 2019 gekündigt, er hat also ein Jahr Zeit, sich nach einem neuen Trainerjob umzusehen", betont sie.

Der Hickhack ist auch an ihr nicht spurlos vorübergegangen, aber Ute Ujlaky ist eine Kämpferin: "Ich habe zu viel Energie in den Club reingesteckt, dass ich jetzt aufgebe. Meiner Meinung nach sind wir ein gutes Führungsteam, das schon einige verkrustete Strukturen aufgebrochen hat." Allerdings ist auch sie froh, wenn die Mitgliederversammlung am Mittwoch vorbei ist.

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