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Die Umwelt spielend kennenlernen
14.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Mia-Sophie, Eva und Johanna sägen einen Bambusstab in kleine Stücke, Julius und Julian hantieren mit ihren Schaufeln und mit bloßen Händen im Sand, direkt nebenan wird die kleine Rutsche rege in Anspruch genommen: Ganz normaler Alltag für die Kinder der Naturgruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Natur pur - und zwar jeden Tag: Sobald die Eltern die Drei- bis Sechsjährigen beim Treffpunkt im Jägerweg in der Cité morgens um 7.30 Uhr abgegeben haben, steuern die Erzieherinnen und Erzieher mit ihren Schützlingen verschiedene Ziele an. Das kann irgendwo im Baden-Badener Stadtwald, im Wörthböschelpark, auf dem Merkur oder in der Lichtentaler Allee sein. Und auch in der Stadtbibliothek ist die Gruppe gelegentlich anzutreffen - oder, wie gestern, auf einer Wiese unterhalb des Klinikums. Zumindest so lange, bis das eigentliche Areal für die "Fuchsgruppe" in den Schweigrother Matten quasi bezugsfertig ist. "Dort sollen sie dann heimisch werden", erläutert AWO-Geschäftsführerin Eva Pfistner. Momentan sei dort aber der Tümpel noch nicht eingezäunt, sobald das erledigt sei, freue sich auch schon der zuständige Förster auf die Zusammenarbeit mit den kleinen Naturforschern.

Denn eins steht laut Pfistner für Naturgruppen generell im Fokus: Das Naturverständnis von klein auf fördern und die Tierwelt kennenlernen - wofür sich eben auch die Unken im besagten Tümpel wunderbar anbieten. "Wie sollen Kinder die Natur schützen können, wenn sie sie nicht kennen?", fasst Pfistner den Leitgedanken zusammen.

Zunächst mit zehn Kindern (Platz ist für 20) habe die Gruppe im Spätsommer 2018 gestartet, so Pfistner. Momentan sind 16 Mädchen und Jungen jeden Tag mit Matschhose, Vesper im Rucksack und entsprechend der Witterung mit Mütze, dicker Jacke und Handschuhen ausgerüstet, um bis 14 Uhr im Freien die Welt zu entdecken. Und auch auf die Toilette werde natürlich draußen gegangen. Materialen wie Handtücher und Seife sind im Bollerwagen immer griffbereit. Die Schutzhütte, die jeder Naturgruppe zur Verfügung stehen muss, sei nur für extreme Wetterlagen gedacht, führt Pfistner aus. Noch in diesem Jahr soll die Raupenhalle am Ende des Molière-Wegs entsprechend umgebaut werden, solange findet sich der Unterschlupf im AWO-Kindergarten "Le Petit Prince" in der Schwarzwaldstraße.

Kindergarten-Leiterin Anne-Kathrin Reif erläutert, dass die Tagesgestaltung auf dem baden-württembergischen Orientierungsplan basiere, der wie in den festen Gruppen bilingual - also deutsch und französisch - umgesetzt werde. So spricht auch gestern Erzieherin Nadine Schalck mit dem kleinen Julius französisch, Ulrich Neumann und Priska Lendle leiten auf Deutsch beim Sandburgenbauen an.

Bürgermeister Roland Kaiser zeigt sich dankbar ob des Angebots der AWO: Die Stadt benötige dringend Kindergartenplätze und "ist dankbar, wenn jeder freie Träger mitmacht". Gleichzeitig - ohne Absprache, wie Pfistner versichert - habe auch das Pädagogium die Idee einer Naturgruppe gehabt. Diese soll wie berichtet im Juli an den Start gehen. In den Naturgruppen sei durch den kleineren Personalschlüssel "intensivere Arbeit" mit den Kindern möglich, fügt Kaiser an.

Pfistner führt aus, dass für die pädogischen Tätigkeiten im Freien alle Fachkräfte der Einrichtung geschult werden, um bei Urlaub oder Krankheit entsprechend auszuhelfen. Die Drei- bis Sechsjährigen werden ebenfalls erst einmal geschult: Sie werden nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, sondern können laut Pfistner während einer zweiwöchigen Probezeit ausprobieren, ob sie in die Naturgruppe passen. Und auch für die Eltern sei das eine spannende und wichtige Phase, um herauszufinden, ob sie "loslassen" könnten.

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