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Auch im Gemeinderat geht es um die Wurst
Auch im Gemeinderat geht es um die Wurst
26.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die Bratwurst vom Holzkohlegrill sorgt für Emotionen. So ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats um das Produkt, für das Gastronom Hans Schindler seit Jahren bei den Baden-Badener Sommernächten und beim Kurpark-Meeting sorgte - was er nun nicht mehr darf. Nora Waggershauser, Chefin der Baden-Baden Events GmbH (BBE), musste Stellung nehmen und sich Kritik anhören.

Die Entscheidung der BBE, bei den beliebten Open-Air-Veranstaltungen nicht mehr mit dem altgedienten "Auerhahn"-Wirt Schindler zusammenzuarbeiten und stattdessen bei den Sommernächten die Würste vom Gernsbacher Sterne-Restaurant "Schloss Eberstein" (Bernd Werner) zubereiten zu lassen, hatte für erheblichen Ärger in der Bevölkerung gesorgt. Dies zeigte sich auch in zahlreichen Leserbriefen an das BT. So wollte Rainer Lauerhaß (Freie Wähler) am Montag im Gemeinderat wissen, ob beim "Erfolgsmodell Sommernächte" nun Teile der Bevölkerung nicht mehr erwünscht seien und warum man Gastronomen von außerhalb hole.

Nora Waggershauser rechtfertigte ihre Entscheidung mit Beschwerden, die es in der Vergangenheit über die "Rauchwolke" durch Schindlers Holzkohlegrill gegeben habe. Es sei dann mit Schindler darüber diskutiert worden, was man tun könne. Der Wirt habe sich aber gegen Lösungen wie eine Abluft-Vorrichtung entschieden. Daher sei nach einem Ersatz gesucht worden, den man direkt in Baden-Baden nicht fand. Aber Sternekoch Bernd Werner könne ohne den kritisierten Rauch Bratwürste zubereiten in gleicher Qualität und zu den gleichen Kosten wie bisher.

Das Wort ergriff am Montagabend auch Hans Schindler persönlich, der dem Gemeinderat angehört. Er betonte: "Ich hätte nie gedacht, dass Bratwürste für so viel Aufregung sorgen können." Über den "riesigen Rückhalt aus der Bevölkerung" habe er sich sehr gefreut. Aber die Entscheidung der Baden-Baden-Events sei nicht in Ordnung gewesen. Wie man mit ihm umgegangen sei, das hab ihn sehr getroffen.

Die angesprochenen Lösungen wie eine Verlagerung des Standortes oder die Unterbringung des Grills in einem Zelt mit Dunstabzug ("Wo hätten wir den ganzen Dunst denn hinblasen sollen") seien nicht in Frage gekommen, sagte Schindler. Das Pommes-frites-Zelt habe schließlich auch keinen Abzug. Für Schindler steht fest: "Die BBE wollte mich nicht mehr und hat mich rausgeschmissen." Er habe auch Zweifel, "ob Werners Bratwurst so gut sein wird wie unsere". OB Margret Mergen ließ den Versuch erkennen, den großen Baden-Badener Bratwurst-Streit beizulegen: Man müsse die Sache im nächsten Jahr nochmals in Angriff nehmen und bei einem Bier und einer Bratwurst darüber reden.

Damit war die Auseinandersetzung im Stadtparlament aber keineswegs beendet, denn Grünen-Chefin Beate Böhlen hob die Kritik an Nora Waggershauser noch auf eine weitere Ebene. Sie meinte nicht nur, dass in Sachen Schindler eine "fürchterliche Entscheidung" getroffen worden sei, sonders rügte auch das Vorgehen bei der Einführung des neuen Kurstadt-Werbekonzepts "The good-good life", das auf eine "einsame Entscheidung" von Waggershauser zurückgehe und nicht im Gemeinderat behandelt worden sei. Sehr unzufrieden zeigte sich Böhlen mit dem aus diesem Konzept entstandenen neuen Internet-Auftritt Baden-Badens: Man werde den Antrag stellen, diese Seite zu überarbeiten.

Waggershauser entgegnete, dass das Good-good-Life-Konzept mit dem Aufsichtsrat der städtischen Tochtergesellschaft Kur und Tourismus-GmbH, die sie ebenfalls leitet, abgestimmt sei: "Das war kein Alleingang von mir".

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