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Videoüberwachung in der Lichtentaler Allee
Videoüberwachung in der Lichtentaler Allee
19.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Der Bénazet-Pavillon in der Lichtentaler Allee soll künftig abends und nachts mit mindestens zwei Videokameras überwacht werden. Die nächtlichen Aufnahmen sollen immer dann ausgewertet werden, wenn morgens an dem denkmalgeschützten Holzbau eine Beschädigung oder Verschmutzung festgestellt wird.

"Das ist so ein hübscher kleiner Pavillon. Den können wir nicht einfach irgendwelchen Hirnamputierten überlassen, die da des Nachts ihr Mütchen kühlen", redet sich Bürgermeister Alexander Uhlig schnell in Rage, wenn es um den immer häufiger werdenden Vandalismus in der Allee geht. Deshalb will er jetzt auch nicht mehr lange fackeln und den Pavillon mit Kameras überwachen lassen. "Das ist ein Geschäft der laufenden Verwaltung", sagt er. Er wolle nicht unnötig Zeit verstreichen lassen. Einen extra Gemeinderatsbeschluss brauche man dafür nicht. So hofft Uhlig, dass die Kameras noch im September aufgestellt oder an umliegenden Bäumen angebracht werden können.

Es komme durchschnittlich 15 bis 20 Mal im Jahr vor, dass der Pavillon nachts beschädigt werde, sagt der Bürgermeister. Das passiere immer in den relativ warmen Monaten zwischen Mai und Oktober. Der Sicherheitsdienst, der nachts durch die Allee patrouilliert, werde nur selten Zeuge der Vorgänge. Seit 2012 habe die Stadtverwaltung bereits rund 50 000 Euro aufwenden müssen, um den hölzernen Bau immer wieder zu reparieren. Dabei sind die "kleineren Schäden", bei denen es nur um den Austausch eines kaputten Holzteils oder um die Erneuerung des Anstrichs geht und die von Mitarbeitern des Gartenamtes ausgebessert werden, gar nicht mitgezählt. Zuletzt war der Pavillon in der Nacht zum 4. August schwer beschädigt worden (wir berichteten). Als Reaktion darauf hatte es von der Stadtverwaltung geheißen, dass man die Überwachung des Gebäudes rechtlich prüfen werde.

Das Ergebnis: Eine reine Objektüberwachung ist wegen der häufigen Beschädigungen machbar - nicht hingegen eine komplette Überwachung des Allee-Areals am Dahliengarten. Außerdem dürfen die Kameras nur abends und nachts eingeschaltet werden - "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit", wie Uhlig sagt. "Wir sind dabei, Angebote einzuholen", so der Bürgermeister. Außerdem mache man sich in der Verwaltung nun noch Gedanken um technische Fragen. Beispielsweise müsse ja auch die Stromversorgung der Kameras realisiert werden. Uhlig geht davon aus, dass für eine Überwachung des Pavillons mindestens zwei Kameras nötig sind. Zudem muss künftig ein Schild im Pavillon Besucher darauf hinweisen, dass der Bau mit Kameras überwacht wird. "Wird morgens ein Schaden festgestellt, dann werten wir die nächtlichen Bilder aus. Ansonsten werden sie gelöscht", so stellt sich Uhlig das Vorgehen in Sachen Datenschutz vor. Der unter Denkmalschutz stehende Pavillon wurde 1865 gebaut, allerdings zunächst auf dem Areal des Landsitzes von Spielbankpächter Edouard Bénazet in der Aumattstraße. 1967 wechselte er in den Garten der Firma Sans Soucis nach Oos. 1971 gelangte er an seinen heutigen Standort im Dahliengarten in der Allee.

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