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Perspektive für den Heitzenacker
Perspektive für den Heitzenacker
12.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Franz Vollmer

Baden-Baden - Ursprünglich war es mal eine ehemalige französische Funkstation, dann fungierte es als potenzielle Flüchtlingsunterkunft und zwischenzeitlich diente es sogar mal als Lagerraum für Theaterrequisiten: Die diversen Rollen, die der Gebäudekomplex "Im Heitzenacker 10" unweit der B 500 schon einnahm, sind durchaus abendfüllend. Nun könnte das Objekt in Bälde eine fixe Bestimmung bekommen - zugunsten der Feuerwehr.


Landkreis Rastatt und Stadt Baden-Baden jedenfalls fassen eine gemeinsame Atemschutzübungsanlage (ASÜ) ins Auge, favorisierter Standort ist das Gebäude direkt neben der B 500. Im Kreistag berät der Finanz-Ausschuss bei seiner nächsten öffentlichen Sitzung am kommenden Montag hierüber, in Baden-Baden befasst sich der Hauptausschuss am 21. Oktober mit der Thematik.

Ein etwaiger Umbau der bestehenden Einrichtungen in der Baden-Badener Feuerwache (Schwarzwaldstraße) und der landkreiseigenen in Kuppenheim, die beide in Teilen sanierungsbedürftig sind, wären in finanzieller wie standorttechnischer Hinsicht nur zweite Wahl. Zumal sie mit unbefriedigenden Interimslösungen verbunden wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Feuerwehren von Stadt und Landkreis sowie des Landratsamtes.

Kurstadt hat kleinste Anlage im ganzen Land

"Der Landkreis ist auf uns zugekommen. Wir würden das schon gern realisieren", hofft Bürgermeister Roland Kaiser auf einen positiven Grundsatzbeschluss - schon im Eigeninteresse. "Wir haben die kleinste Atemschutzübungsanlage in ganz Baden-Württemberg", verweist Kaiser auf die minimale Auslegung der Anlage, die seit 1994 in Betrieb ist. Da es im Rahmen der anvisierten Umgestaltung der Feuerwache ohnehin einer Ausweichlösung bedarf, mache es Sinn, "das schon jetzt im Vorgriff mit dem Landkreis anzugehen." Somit würden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Überhaupt sei es ratsam, parallel zur künftigen gemeinsamen Leitstelle auch hier in "größeren Einheiten zu denken".

Für den Neubau selbst sprechen in erster Linie die deutlich geringeren Kosten. Sie werden mit rund 458 000 Euro beziffert. Zum Vergleich: Ein entsprechender Umbau der Anlage in Kuppenheim (seit 1989 in Betrieb) würde sich laut einer Kostenschätzung auf knapp eine Million Euro und somit das Doppelte belaufen. Die Anlage wurde 2012/2013 für 130 000 Euro saniert. Weitere Vorteile Heitzenacker: Ein Neubau würde keine Störung des laufenden Einsatz- und Übungsbetriebs mit sich bringen, zudem wäre ausreichend Fläche zur Erfüllung aktueller DIN-Normen, aber auch für etwaige Erweiterungen vorhanden. Ganz zu schweigen von der guten Verkehrsanbindung.

Für den Heitzenacker 10 wäre es zudem eine sinnvolle Dauerfunktion. "Im Moment ist da ja keine richtige Nutzung. Das ist weitgehend Vorratsfläche in gewerblich geprägtem Umfeld", erklärt Bürgermeister Alexander Uhlig. Wenn auch die Infrastruktur, sprich Zufahrt, "nicht das Gelbe vom Ei" sei, so sei die ASÜ eine Nutzung, die "von der Örtlichkeit in Frage käme. Dem werden wir uns nicht verwehren", so Uhlig. Auch aus baurechtlicher, erschließungstechnischer und naturschutzrechtlicher Sicht erscheint das Projekt realisierbar und unbedenklich, heißt in der Vorlage. Sofern die Kosten darstellbar und eine ausgewogene Kostenverteilung mit dem Landkreis gefunden werde, sei die Finanzierung zu klären.

In Baden-Baden und im Landkreis werden jährlich 100 Atemschutzgeräteträger ausgebildet (Stadt 20/Landkreis 80). Hinzu kommen rund 1 000 vorgeschriebene Belastungsübungen (200/800). Dabei wird zum Nachweis der Fitness der Ernstfall simuliert, die Übungsstrecke ist unter realen Bedingungen (Rauch, Wärme, Hindernisse) in voller Montur zu absolvieren. In Baden-Baden umfasst der Gitterkäfig nach Auskunft von Feuerwehrchef Martin Buschert nur 50 Meter Wegstrecke. "Das ist gerade Mal Mindestmaß."

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