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Für ein familienfreundliches Baden-Baden
Für ein familienfreundliches Baden-Baden
15.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Nora Strupp

Baden-Baden - Die Gebühren für Kindergärten und Kindertagesstätten steigen jährlich in der Kurstadt. Deshalb hat sich nun eine Elterninitiative zusammengeschlossen, die dies nicht länger hinnehmen möchte. Gleichzeitig präsentiert sie ein Gegenmodell, wie die Beiträge in Zukunft aussehen könnten.



"Wir können uns nicht erinnern, dass es in den vergangenen Jahren auch nur ein Jahr gab, in dem wir als Eltern nicht mit einer Beitragserhöhung belastet wurden", heißt es im Anschreiben der Initiative, das im Juli an die Gemeinderäte, Ortschaftsräte, an Bürgermeister Roland Kaiser und Oberbürgermeisterin Margret Mergen verschickt wurde.

Nachdem trotzdem vor einigen Monaten eine weitere Gebührenerhöhung ab September beschlossen worden ist, wandte sich die Initiative - bestehend aus den Elternbeiräten der Kindergärten St. Elisabeth in Varnhalt, Don Bosco in Neuweier, St. Jacobus und Regenbogen in Steinbach sowie dem Kinderhaus Eulenspiegel und dem Scherer Familienzentrum in Baden-Baden - in einem zweiten Brief Mitte September erneut an die Stadt. Sie fordert, dass Kindergartenbeiträge reduziert werden und die Kinderbetreuung für Familien mit mehreren Kindern günstiger wird.

Der Zuspruch von anderen Eltern ist scheinbar groß. Sehr viele hätten die Initiative darin bestärkt, für diese Sache weiter einzutreten, ist aus dem neuesten Brief herauszulesen. Doch aller Widerstand nutzte nichts - es blieb bei der vom Gemeinderat beschlossenen dreiprozentigen Gebührenerhöhung.

"Als ich das gehört habe, war ich enttäuscht", erzählt Eva Bender vom Elternbeirat St. Elisabeth. "Im Kommunalwahlkampf dieses Jahr wurde immer für ein familienfreundliches Baden-Baden geworben. Und ein paar Monate später wird beinahe wie selbstverständlich die Beitragserhöhung durchgewunken. Das finden wir als Eltern einfach nicht richtig."

Abhängig von der Betreuungszeit und dem Alter des Kindes belaufen sich die Beiträge für das Erstkind ab sofort auf 117 bis 292 Euro, beim Zweitkind auf 59 bis 234 Euro pro Monat. Im Jahr 2012 lagen die Beiträge für die günstigste Betreuungsvariante noch bei 87 Euro für das Erstkind und und bei 44 Euro für das Zweitkind.

"Dass Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung Geld kosten, ist uns durchaus bewusst, doch sind wir der Auffassung, dass dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist", geht aus dem ersten Anschreiben an die Stadt hervor.

Laut eines von der Initiative erstellten Rechenbeispiels betragen die Gesamtkosten für eine Familie mit drei Kindern im Alter von zwei, vier und sieben Jahren bei einer Betreuungszeit von sieben Stunden pro Tag 775 Euro im Monat.

"Diese Kosten übersteigen die finanzielle Belastungsgrenze vieler Familien", heißt es in dem Brief der Eltern. Deshalb geht die Initiative nun in die Offensive. Sie hat ein alternatives Gebührenmodell entwickelt und zusätzlich eine Unterschriftenaktion gestartet.

Eltern entwickeln



neues Gebührenmodell

Das Modell sieht zum einen gestaffelte Beiträge für Geschwisterkinder vor - konkret 50 Prozent Ermäßigung für das zweite Kind - sowie eine grundsätzliche Beitragsbefreiung für das dritte Kind. Gemäß der aktuellen Regelung der Stadt erfolgt eine Befreiung nur dann, wenn alle drei Geschwister gleichzeitig den Kindergarten besuchen.

Des Weiteren schlagen die Elternbeiräte vor, dass der Monatsbeitrag für ein unter dreijähriges Erstkind 15 Euro je Tagesbetreuungsstunde betragen sollte. Wer sein Kind sechs Stunden täglich betreuen lässt, müsste demnach 90 Euro im Monat bezahlen.

Bei den über dreijährigen Erstkindern soll der Monatsbeitrag bei zehn Euro je Tagesbetreuungsstunde liegen. Bei einer Betreuung von sieben Stunden täglich würde dies Gebühren von 70 Euro pro Monat bedeuten.

"Außerdem sprechen wir uns ausdrücklich für eine angemessene Entlohnung der Erzieherinnen aus, denn ihre Arbeit ist wichtig für unsere Kinder, für uns als Eltern, aber auch für die gesamte Gesellschaft", so die Beiräte. Bürgermeister Roland Kaiser sieht dieses Modell jedoch kritisch: "Würden die Gebühren gesenkt oder ganz abgeschafft, wäre die Frage ,Wie viel würde das das Land kosten?'. Irgendwas zwischen 800 000 und 3,5 Millionen jährlich", schätzt er. "Wir richten uns nach den landesweiten Empfehlungen zur Höhe der Elternbeiträge, und derzeit liegen wir sogar noch unter diesen Empfehlungen", so Kaiser.

Eva Bender hingegen wünscht sich mehr Unterstützung von der Stadt: "Wir Eltern haben keinen Einfluss auf die Höhe des Betrags, aber die Stadt hat Einfluss darauf, was ich als Elternteil zahlen muss."

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