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Lärmschutz: B3 neu-Planung in Schieflage
Lärmschutz: B3 neu-Planung in Schieflage
21.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

und Harald Holzmann

Baden-Baden/Sinzheim - Die fürs kommende Jahr vorgesehene Vollendung des Lückenschlusses der B 3 neu zwischen Sinzheim-Halberstung und Müllhofen verschiebt sich auf jeden Fall um ein Jahr. Sie könnte sich schlimmstenfalls aber auch bis 2024 hinauszögern. Grund dafür ist eine komplizierte Rechtslage beim Lärmschutz.

"Ich hoffe aber, dass wir dieses Problem vom Tisch bekommen", sagte der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker (CDU) mit Blick auf die Chance einer früheren Fertigstellung bei einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern von Bahn, Behörden, Gemeinderatsfraktionen und Bürgermeister Erik Ernst gestern im Sinzheimer Rathaus.

Hintergrund: Der trockene Sommer 2018 brachte Teile der Lärmschutzwand entlang der Rheintalbahnstrecke bei Sinzheim in arge Schräglage (wir berichteten). Der Grund: Das Fundament ist auf Torf gebaut. Die Schäden seien mittlerweile zwar alle repariert, sagte Whittaker gestern. Allerdings gibt es jetzt ein Problem mit dem Lärmschutz auf der künftigen Bundesstraße. Ursprünglich war nämlich vorgesehen, für den Lärmschutz an der Straße lärmabsorbierende Wandelemente an der bestehenden Lärmschutzwand der Bahn an der der Straße zugewandten Seite zu befestigen. Das geht nun aber nicht mehr. Diese neue Konstruktion würde die alten Wände der Bahn zu sehr belasten, wie Whittaker gestern sagte. Möglich wäre stattdessen der komplette Abriss der Bahn-Lärmschutzwand und ein Neubau der gesamten Konstruktion oder aber Lärmschutz auf der B 3 neu auf eine andere Art und Weise - beispielsweise durch die Verwendung von offenporigem Asphalt. Beide Optionen werden laut Whittaker derzeit geprüft.

Beide Möglichkeiten wären auch zeitlich so zu bewerkstelligen, dass der Straßenbau sich nur um ein Jahr verzögern würde. Der Knackpunkt, der den von der gesamten Region seit Jahren herbeigesehnten Lückenschluss noch weiter nach hinten verschieben könnte, ist aber das Planungsrecht. Die Frage, die nicht geklärt ist: Wäre ein Neubau der Lärmschutzwände oder die Verwendung eines anderen Asphalts möglich, ohne dass das Planfeststellungsverfahren für die B 3 neu zuvor komplett wieder aufgerollt werden muss? Lautet die Antwort darauf "Ja", dann verzögert sich die Fertigstellung der B 3 neu nur um ein Jahr. Falls das Planverfahren aber neu gestartet werden muss, dann gehen die Fachleute von einer Verzögerung von mindestens drei Jahren aus.

"Wird in Öffentlichkeit nicht mehr verstanden"

Die Bahn prüft derzeit mit dem Eisenbahnbundesamt und dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe als zuständige Straßenverkehrsbehörde die Sachlage. "Wir werden politisch alles tun, damit wir kein großes Verfahren bekommen", sieht Whittaker die gemeinsamen Interessen von Bahn und RP als Chance auf einen Abschluss der Straßenbaumaßnahme 2022. Er zeigte sich zuversichtlich: "Zwischen allen Beteiligten herrscht Korpsgeist. Es soll keine unendliche Geschichte Teil zwei werden, sondern ein Happy End."

Am betreffenden Sinzheimer Bahnabschnitt und der B 3 neu herrschen laut Jürgen Genthner vom RP "sehr beengte Verhältnisse". Das neue Straßenstück liege direkt neben den Schienen und habe somit Einfluss auf die Bahn, erläuterte er. Diese Argumente würden bei der rechtlichen Würdigung des RP und des Eisenbahnbundesamtes vorgebracht. Die Entscheidung könne wohl in rund zwei Monaten erwartet werden.

Die Gemeinde habe bereits Bauprojekte angestoßen. Eine Verzögerung wäre für alle schwierig. "So etwas wird in der Öffentlichkeit auch nicht mehr verstanden", äußerte Bürgermeister Erik Ernst sein Unbehagen über die Sachlage. Immerhin: Anfänglich ungeklärte Zuständigkeiten bei der Bahn seien mittlerweile durch die Intervention des Bundestagsabgeordneten beseitigt worden. "Wir sind jetzt gut miteinander im Dialog", stellte Ernst gestern fest.

Ursprünglich sollten für rund eine Million Euro lärmabsorbierende Aluminiumelemente an der bestehenden Lärmschutzwand installiert werden. Diese Planung wurde verworfen, weil die Sinzheimer Lärmschutzwand nicht mehr den Maßstäben entspricht, die heute an ein solches Bauwerk angelegt werden. Vor 20 Jahren wurden Stützpfeiler in einem Abstand von jeweils 7,50 Meter in den Boden eingelassen. Heute sind geringere Abstände üblich. Die bestehende Wand sei zwar standsicher, betonte Whittaker. Sobald man daran aber etwas verändere, beispielsweise wie geplant durch den Anbau der Aluminiumelemente, gelten die statischen Grundsätze von vor 20 Jahren nicht mehr und die gesamte Wand müsste auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden. Ein weitaus kostspieligerer Abriss und Neubau wären somit unvermeidlich.

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