Gemeinderat nimmt 2030 ins Visier

Gemeinderat nimmt 2030 ins Visier

Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Im Herbst soll der Gemeinderat die Fortschreibung des im Jahr 2011 beschlossenen Stadtentwicklungsplans "Baden-Baden 2020" beschließen. Unter dem Titel "Baden-Baden 2030" soll das Papier dann deutlich machen, in welche Richtung sich die Kurstadt in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.

Bei einer Klausursitzung am Freitag und Samstag in einem Hotel in Gengenbach haben Stadträte gemeinsam mit der Verwaltungsspitze und Abteilungsleitern der Verwaltung den Blick in die Zukunft gerichtet. "Die Frage ist: Wie entwickelt sich unsere Gesellschaft in den kommenden zwölf Jahren und wie reagieren wir darauf?", sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen gestern. Politikwissenschaftler und Publizist Dr. Winfried Kösters habe bei einem Vortrag versucht klarzumachen, was auf die Kurstadt bis 2030 zukommt. Der demografische Wandel und die vielfältige Aufgabe der Integration seien die größten Herausforderungen, meinte Mergen. "Die Stadt ist nicht aus sich selbst heraus in der Lage, sich selbst zu versorgen." Das habe Kösters deutlich gemacht. Deshalb müsse Baden-Baden attraktiv sein für Fachkräfte von außerhalb.

Bei Workshops zu acht verschiedenen Themen seien an den beiden Tagen der Klausursitzung mehr als 100 Ideen entwickelt worden, auf welche Weise man Baden-Baden voranbringen könnte. Kultur, eine attraktive Innenstadt, familienfreundliche und soziale Quartiersentwicklung, Digitalisierung, Tourismus, Mobilität, Schule und Bildung sowie die Sportstadt Baden-Baden seien die Themen gewesen, hieß es gestern aus dem Rathaus.

Bürgerversammlungen zu diversen Themen

Die gemeinsame Arbeit in der Klausur sei "gut und sinnvoll" gewesen, berichtete Mergen. "Jetzt wird es darum gehen, dass wir die Themen aufbereiten. In den kommenden Monaten wird es dazu Bürgerversammlungen geben. Im Herbst soll dann der Gemeinderat den fortgeschriebenen Stadtentwicklungsplan ,Baden-Baden 2030' beschließen", so die OB weiter. Die Entwicklung der Innenstadt und die Integration der Flüchtlinge nannte Mergen als wichtige zukünftige Themen.

Der Stadtentwicklungsprozess war 2007 vom früheren Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner angestoßen worden. Vier Jahre lang hatten Arbeitsgruppen aus Bürgern und Experten, der Gemeinderat und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an "Baden-Baden 2020" gearbeitet, bis der 120 Seiten starke gleichnamige strategische Entwicklungsplan im Jahr 2011 vom Gemeinderat beschlossen wurde. In dem Papier werden Leitplanken für die Weiterentwicklung der Kurstadt gesetzt. Darin geht es um unterschiedlichste Bereiche, wie beispielsweise die schrittweise Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, die Öffnung des Obstguts Leisberg, die Aufnahme einzelner Stadtteile in die Leader-Kulisse, die Entwicklung des SWR-Areals, Gewerbeansiedlung oder die Asphaltierung der Grünen Einfahrt. Bei der Klausursitzung habe man auch untersucht, was in den letzten Jahren erreicht worden sei. Dabei habe man festgestellt, dass etwa 80 Prozent der im Stadtentwicklungsplan "Baden-Baden 2020" formulierten Ziele tatsächlich umgesetzt seien oder die Umsetzung begonnen sei. Das sei ein guter Wert, sagte Mergen.

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