Farben Frank: "Wir gehen hier nicht weg"

Farben Frank: 'Wir gehen hier nicht weg'

Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Farben Frank gibt seinen Standort in der Aumattstraße nicht auf. Das sagt Gerfried Wahrlich, der Eigentümer des Fachhandels für Malerbedarf. Im Gegenteil: In diesem Jahr sollen mehrere Hunderttausend Euro bei einer Renovierung investiert werden.

Der Sitz des Unternehmens in Oosscheuern ist Bestandteil der Planungen des Investors Martin Dietrich für das in der Aumattstraße geplante Dienstleistungszentrum, in dem unter anderem die Grenke-Bank unterkommen soll. Auch auf dem Areal der Firma Frank ist der Bau eines Bürogebäudes vorgesehen (wir berichteten).

Daraus wird erst einmal nichts. "Wir gehen hier nicht weg", macht Wahrlich klar. Die im Januar nach Bekanntwerden der Planungen gestoppten Renovierungsarbeiten der Verkaufs-, Büro- und Lagerflächen würden nun fortgesetzt. "Wir investieren da einen größeren sechsstelligen Betrag", betont Geschäftsführer Kai Gibhardt, dass es dabei nicht um kleinere Schönheitsreparaturen geht. "Das würden wir nicht machen, wenn wir wegzögen."

"Etwas seltsam" findet Wahrlich das Vorgehen von Dietrich und der Stadtverwaltung, die dessen Planungen unterstützt. "Wenn man uns hier weghaben will, dann könnte man uns das ja mal sagen." Vertreter der Stadtverwaltung hätten aber nie den Kontakt zu ihm gesucht. "Stattdessen erfuhren wir aus der Zeitung, was auf unserem Gelände geplant ist." Die Gerüchte hätten Mitarbeiter und Kunden in Unruhe versetzt. "Das war nicht schön." Und Gibhardt erklärt: "Wir haben uns unter Druck gesetzt gefühlt." Besonders unangenehm: "Eines Tages wurden wir gar von der Sparkasse kontaktiert mit der Anfrage, wie viel Geld wir für einen Neubau bräuchten", so Gibhardt. "Woher die Bank wohl diesen Tipp bekam?"

Dietrich habe der Firma Frank in der Tat zwei Grundstücke in Oos-West angeboten. "Die hätten wir nach seinen Worten von der Stadt kaufen und dann darauf bauen können", sagt Wahrlich. Die Kosten dafür wären aber zu hoch gewesen, meint er. Und der Kaufpreis, den Dietrich für das Areal in der Aumattstraße geboten habe, sei zu niedrig gewesen. "Damit hat sich das Thema erledigt", so Wahrlich.

Er hofft nun, dass in seine Firma wieder Ruhe einkehrt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren in Baden durch den Kauf anderer Fachhandelsbetriebe expandiert und will in diesem Jahr auch zwei Firmen in der Pfalz übernehmen. "Wir beschäftigen derzeit insgesamt 29 Mitarbeiter", so Gibhardt.

zurück
1