Wassermangel in den Bächen: Arbeitskreis

An manchen Stellen in der Oos - wie hier in Höhe des Hindenburgplatzes - sammelt eine Rinne das Wasser. Das kann für Fische hilfreich sein.  Foto: Zeindler-Efler

Von Christa Hoffmann

Baden-Baden - Die anhaltende Trockenheit setzt Menschen, Pflanzen und Tieren, insbesondere aber den Fischen zu. Die Oos ist nurmehr ein Rinnsal. Welche Möglichkeiten gibt es, damit in die Baden-Badener Bäche mehr Wasser fließt? Oder dass es sich in ihnen an bestimmten Stellen in ausreichender Menge und Tiefe als Rückzugsort für Fische sammeln kann?

Stadtpressesprecher Roland Seiter hat auf BT-Bitte hin bei Peter Riedinger, für die Stadwerke-Wasserversorgung zuständig, und beim Biologen Johannes Ebert vom Forstamt nachgefragt. Seiter teilte in diesem Zusammenhang mit, dass es nach der Sommerpause bei der Verwaltung einen internen Arbeitskreis geben werde, der sich mit diesen Fragen beschäftigen wolle.

Mit dabei seien unter Federführung des Fachbereichs Umwelt unter anderen Tiefbau und Forst sowie der Zweckverband Hochwasserschutz. Der Arbeitskreis solle Anfang September das erste Mal tagen, werde aber nicht mehr für dieses, möglicherweise aber für das Jahr 2019 Ergebnisse bringen. Über Strategien werde auch mit dem Inhaber der Fischereirechte an allen Baden-Badener Bächen, mit dem Angelsportverein (ASV) Baden-Baden, zu sprechen sein.

Kein Quellwasser zu entnehmen, um es den Bächen zukommen zu lassen, und nur noch Grundwasser zu verwenden, wäre laut Peter Riedinger nicht nur mit einem riesigen Aufwand verbunden, da einige große, aber viele kleinere Anlagen stillzulegen wären, sondern auch mit Konsequenzen: Das System ist dann außer Betrieb. Wenn das Wasser nicht mehr laufend fließt, kann das eine Verkeimung nach sich ziehen. Außerdem bilden die Quellen nur einen geringen Anteil am Gesamtzufluss. Hinzu kommt, dass bei großer Hitze das Wasser der kleinen Bächlein unterwegs versickert, bevor es Oos, Grob- und Gunzenbach, Steinbach im Rebland oder Eberbach in Haueneberstein erreicht.

Den Einsatz sogenannter Schwallbretter, die bei wenig Wasser dieses über die gesamte Breite der Oos verteilen und leicht aufstauen, hält Johannes Ebert für wenig hilfreich. Das kaum noch fließende Wasser erwärmt sich schneller mit der Folge, dass es noch weniger Sauerstoff enthält.

Hilfreich kann aber eine Niedrigwasserrinne wie in Höhe des Hindenburgplatzes und des Gutleut-Hauses sein, die inmitten der Oos verläuft und bis zu 15 Zentimeter tief ist. Das ist zur Not für die Fische ausreichend. Diese Rinne gibt es aber nicht überall, und sie könnte - abgesehen von den Kosten - auch nicht überall nachträglich eingebaut werden, da unter der Oos stellenweise die Abwasserleitung verläuft.

Sogenannte Gumpen, beckenartige Vertiefungen, die größer als drei Meter sein sollten, wären eine Alternative. Diese müssten in der Nähe eines Bachzuflusses und im Schatten liegen, um den Gumpen mit kühlem und sauerstoffreichem Wasser zu speisen. Diese Idee favorisiert auch der ASV-Vorsitzende Hans-Jürgen Vogt. Allerdings müsse ein regelmäßiger Durchlauf sichergestellt sein. Und das Wasserbecken sollte nicht von Badenden genutzt werden. Wenig hält Vogt von einer Ausweitung der Wasserrinnen.

Erneut appellierte Seiter an alle Bürger, aus allen Gewässern kein Wasser zu entnehmen und vor allem die Pumpen abzuschalten. "Fische und andere Tiere sind dringend auf Wasser angewiesen". Die Stadt könne nicht jeden Tag zwei oder drei Leute die Bäche entlangschicken, um zu überprüfen, ob sich jeder daran halte.

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