Den Prüfungsstoff praktisch erleben

Julia Klaas, Leona Lejeune und Lars Kajuiter vom Theater Baden-Baden freuen sich auf die wissbegierigen Schüler beim fünftägigen Festival.  Foto: Ernst

Von Nina Ernst

Baden-Baden - Als Impulsgeber und als Türöffner zu neuen Sichtweisen: So kann man das Sternchenthemenfestival "Fit fürs Abi in fünf Tagen" am Theater Baden-Baden beschreiben. Im nächsten Jahr findet es bereits zum zehnten Mal statt, und nach fünf Jahren werden erstmals wieder neue Stücke gespielt.

Geschuldet ist dies dem Lehrplan, der nach "Agnes", "Homo Faber" und "Dantons Tod" neue prüfungsrelevante Stoffe für das Deutschabitur 2019, also neue "Sternchenthemen", vorsieht. In bewährter Manier wird es nun Vorträge, Vorstellungen, Nachgespräche und Workshops zu "Der goldne Topf", "Faust I" und "Der Steppenwolf" geben, erläuterte gestern Festivalleiterin Leona Lejeune. "Wir freuen uns darauf, dass die Themen wechseln", sagte Lejeune, die seit 2014 das fünftägige Festival leitet. Dieses findet vom 18. bis 22. Februar 2019 im Theater und im TiK (Theater im Kulissenhaus) statt, seit gestern gibt es Karten. Zu sehen werden auf den Bühnen ausschließlich Eigenproduktionen sein.

Im Jahr 2010 hatte Annelie Mattheis das Festival in Baden-Baden ins Leben gerufen, berichtete Pressesprecherin Julia Klaas. Diesem Vorbild sind mittlerweile andere Städte gefolgt - und trotzdem kämen noch Teilnehmer aus Kehl oder Stuttgart in die Kurstadt.

So werden auch im nächsten Jahr bis zu 5000 angehende Abiturienten erwartet, die das kompakte Angebot annehmen. Es sei immer wieder spannend zu sehen, wie viel Zeit manche Schüler während der Festivalwoche im Theater verbringen, sagte Lejeune. "Ihnen gehört das Haus", freute sie sich. Zwar ersetze der Theaterbesuch nicht das Lesen der drei Werke. Aber er eröffne neue Blickwinkel und verdeutliche den Zuschauern, dass es unterschiedliche Interpretationsansätze gebe.

Zum ersten Mal wird der neue Theaterpädagoge Lars Kajuiter die Workshops leiten. Diese finden im Jugendbegegnungszentrum statt. Sein Ziel: Das sinnliche Erfahren der Stücke. Er möchte die Texte mit den Schülern szenisch erarbeiten und weniger "im Stuhlkreis darüber reden". Denn geredet wird vor allem in den literaturwissenschaftlichen Vorträgen und Nachgesprächen, die vor und nach den Aufführungen stattfinden.

Da das Thema Flucht aus der Wirklichkeit (Eskapismus) in allen drei Werken vorkommt, wird im Spiegelfoyer ein "Escape-Room" eingerichtet, aus dem Schüler durch das Lösen von Rätseln "fliehen" können. Erstmals findet auch ein Vortrag zum Lyrik-Prüfungsstoff "Natur und Mensch in der deutschsprachigen Lyrik vom Sturm und Drang bis zur Gegenwart". Dazu wird im Stadtgebiet ein "lyrischer Spaziergang" eingerichtet, bei dem Schüler an zehn Orten über QR-Codes und Kopfhörer Gedichte hören können.

Zum zweiten Mal mit im Boot sind die Brahmsgesellschaft Baden-Baden und das SWR-Symphonieorchester. Sie widmen sich dem Musik-Sternchenthema, dem Klavierquintett in f-Moll, op.34 von Johannes Brahms. Für dieses Projekt werden Schüler gesucht, die bei der Einführung vor dem Konzert mitwirken. Anmeldung hierfür unter info@brahms-baden-baden.de.

Karten gibt es im Internet, diese sind für jedermann, nicht nur für Abiturienten erhältlich.

www.theater-baden-baden.de

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