Zahl der Erwerbstätigen steigt schneller

Zahl der Erwerbstätigen steigt schneller

Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die von einem Gutachter kürzlich festgestellte sehr positive Entwicklung der Baden-Badener Gewerbestandorte (wir berichteten) spiegelt sich auch in der Zunahme der Erwerbstätigkeit an der Oos wider, die bei der jetzt veröffentlichten statistischen Erhebung für die Jahre 2016/17 deutlich die Entwicklung auf Landesebene übertrifft.



Die Dynamik auf dem Baden-Badener Arbeitsmarkt hat sich deutlich beschleunigt. Stieg zum Beispiel zwischen 2004 und 2014 hier die Zahl der Erwerbstätigen um durchschnittlich 0,75 Prozent im Jahr, so verzeichnete das Statistische Landesamt von 2016 auf 2017 in der Kurstadt ein Plus von immerhin 1,9 Prozent.

Die Erwerbstätigkeit hat 2017 zwar in fast allen baden-württembergischen Stadt- und Landkreisen zugenommen, aber Baden-Baden rangiert hier in der oberen Hälfte der Tabelle. Spitzenreiter ist der Landkreis Tuttlingen mit 3,4 Prozent, Schlusslicht die Stadt Mannheim mit einem Rückgang um 0,2 Prozent.

Aber zurück an die Oos: Hier zählte man 2017 insgesamt 42 100 Erwerbstätige in einer Stadt mit etwa 54 700 Einwohnern: Das verdeutlicht die Bedeutung der hiesigen Arbeitsplätze auch für das Umland, aus dem viele Pendler nach Baden-Baden kommen.

Die beschleunigte Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen ist auch eine Folge der intensiven Gewerbeförderung, durch die Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise an die Oos verlagert wurden. Dies stellte jüngst ein Fachbüro fest, das ein neues Gewerbeflächenkonzept für die Kurstadt erarbeitet und im Gemeinderat vorgestellt hat. Darin heißt es unter anderem, es sei gelungen, die attraktiven Gewerbestandorte mit einem "hochwertigen und beschäftigungsintensiven Besatz" nahezu zu füllen. Reine Lagernutzungen ohne größere Beschäftigungseffekte finde man da kaum.

Interessante Tendenzen sind auch festzustellen, wenn man sich die Stellung der Erwerbstätigen etwas genauer ansieht - jeweils bezogen auf das Jahr 2017. So ist der Anteil der marginal Beschäftigten (Personen mit Minijobs bis zur Verdienstgrenze von 450 Euro monatlich oder mit kurzfristigen Beschäftigungen) in Baden-Baden mit 13,3 Prozent etwas höher als im Landesdurchschnitt. Allerdings verlieren Minijobs und kurzfristige Beschäftigungen an Bedeutung, was die Statistiker vor allem auf eine verbesserte Konjunktur zurückführen.

Auffällig ist auch die Entwicklung bei den Selbstständigen, die in Baden-Baden eine wichtige Rolle spielen. Deren Anteil stieg zwischen 2004 und 2014 deutlich an, doch zuletzt war ein Rückgang zu verzeichnen: 2017 sank die Selbstständigenquote um 1,6 Prozent. Insgesamt werden aber in der Kurstadt immer noch 10 Prozent der Erwerbstätigen von der Statistik in der Gruppe der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen eingeordnet - auf Landesebene sind es nur 9,2 Prozent.

Und wie geht es weiter? Die Chance für eine fortgesetzte Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen in Baden-Baden besteht. Laut Gutachter könnten bis 2035 in Gewerbegebieten weitere 4 000 Arbeitsplätze angeboten werden. Allerdings wäre dies nur möglich, wenn die Stadt auch genügend Gewerbeflächen zur Verfügung stellen kann.

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