Stadtbahn ohne Chance

Stadtbahn ohne Chance

Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Zu teuer, wenig Platz: Einer Stadtbahn auf der Rheinstraße geben Gutachter kaum Chancen. Die Planung von 1999 sei heute wirtschaftlich nicht umsetzbar, sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen gestern. Allenfalls eine Schnellbahn vom Zentrum entlang der B 500 zum Bahnhof und eventuell weiter zum Airpark könnte überlegenswert sein.

Ob eine solche Idee verfolgt wird, darüber soll der Gemeinderat im Herbst diskutieren. Ebenso über weitere Ideen der Gutachter vom Büro PTV zu Verbesserungen des Busverkehrs und zum Umbau des Ebert- und des Verfassungsplatzes (siehe weiterer Bericht). "Jetzt lassen wir die Erkenntnisse erst einmal sacken. Bis Herbst werden wir sie in ein Gesamtkonzept einbinden und dann diskutieren, welchen Weg wir weitergehen wollen", skizzierte die OB das weitere Vorgehen. Die Stadträte waren am Dienstag über die Studie und das regionale Mobilitätskonzept informiert worden.

Baden-Baden müsse Pendlern eine interessante Alternative bieten, damit sie das Auto stehen lassen, so Mergen. Zudem gehe es darum, Gäste störungsfrei in die Stadt und wieder hinaus zu transportieren. Also sei die Stadtbahn in erster Linie ein Verkehrsmittel, das das Rheintal mit der Innenstadt verbinden könnte, beispielsweise als Schnellbahn zwischen Bahnhof und Innenstadt. "Es wäre eine weitere Prüfung nötig, um festzustellen, ob es sich lohnt, dafür eine Planung anzufangen", meinte sie. Der innerstädtische Nahverkehr werde dagegen auch künftig weiter durch Busse geleistet, meinte die OB, denn eine Stadtbahn über die Rheinstraße, wie 1999 angedacht, ist laut Gutachten kaum denkbar. Zwar komme man, wenn man die damals angenommenen Kosten und Fahrzeiten zugrunde legt, bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung auf einen knapp positiven Wert. Allerdings lägen die Baukosten heute weitaus höher als angenommen, nämlich bei insgesamt über 60 Millionen Euro. Zudem seien 14 Minuten Fahrzeit von der Innenstadt zum Bahnhof "zu gering angesetzt", meinten die Gutachter, sodass die Streckenführung durch die Weststadt insgesamt unwirtschaftlich werde. So sah es auch die OB, die betonte, dass sich die Gutachter auch über den Bau einer Seilbahn Gedanken gemacht hätten. Diese schlüge laut Mergen aber mit deutlich höheren Kosten als eine Stadtbahn zu Buche.

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