Sprengungen "viel angenehmer" als gedacht

Sprengungen 'viel angenehmer' als gedacht

Von Sarah Reith

Baden-Baden - Knapp sieben Monate liegt die erste Sprengung au f dem SWR-Areal zurück. Inzwischen ist der Hügel, an dessen Stelle das neue Medienzentrum entstehen soll, einer tiefen Baugrube gewichen: 42 000 Kubikmeter Fels wurden weggesprengt - und das ohne Unfälle oder größere Probleme.

Gestern fand die 71. Sprengung statt. Es war die letzte große Flächensprengung, wie die Verantwortlichen berichteten. Bis Ende nächster Woche sollen noch drei bis fünf Kleinere folgen, dann ist Schluss. In der Folgezeit wird das übrige Erd- und Gesteinsmaterial verladen und weggefahren sowie die sogenannte Baugrubensohle erstellt, auf der das Fundament des neuen Gebäudes entstehen wird. Zudem werden die entlang der Nordseite der Baustelle entstandene Felswand noch weiter abgesichert und die dort aufgebrachte Spritzbetonschicht vervollständigt.

Diese Wand wird am Ende 21 Meter hoch sein, erläuterte Projektleiter Marcus Menzel vom SWR. Sie sei vielfach nach hinten verankert (dafür wurde neun bis 25 Meter weit in den Fels gebohrt). Denn: Die Wand muss von selbst stehen und auf Dauer das Gewicht des Bergs und des darauf befindlichen Bestandsgebäudes tragen. Das neue Medienzentrum wird mit einem kleinen Abstand daneben und ohne Verbindung zur Felswand errichtet.

In der zweiten Aprilwoche rücken dann die Kräne an, und die Arbeiten am Rohbau können beginnen. Das ist etwas später als geplant: Zuletzt war noch davon die Rede gewesen, dass man damit bereits im März anfangen könnte. "Der Fels war nach unten hin massiver als ursprünglich gedacht", erläuterte Menzel. Die Zeitverzögerung habe aber keine finanziellen Auswirkungen: Nach wie vor soll das Großprojekt 50 Millionen Euro kosten und bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Bis Ende Januar 2021 werde nach derzeitigem Stand der Rohbau stehen, so Menzel.

Er zeigte sich gestern erfreut darüber, dass der erste Meilenstein auf der Großbaustelle nun geschafft sei. Die Sprengungen seien "erstaunlich viel angenehmer und ruhiger" abgelaufen, als man das erwartet habe. Auch von den Nachbarn, die am Anfang natürlich um ihre Häuser bangten (wir berichteten), habe es keinerlei Beschwerden gegeben. Eher hätten sich die Anwohner sogar lobend geäußert, ergänzte Wolfgang Wienk-Borgert, Leiter des SWR-Gebäudemanagements Baden-Baden. Auch für die SWR-Mitarbeiter ist nun ein erster großer Schritt geschafft - was am 26. März mit einem "Baugrubenfest" begangen werden soll.

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