Mehr Motorradüberwachung angestrebt

Mehr Motorradüberwachung angestrebt

Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die Stadtverwaltung plant einen weiteren Ausbau der Geschwindigkeitsüberwachung des Straßenverkehrs, wobei besonders die Motorradfahrer im Blickpunkt stehen. Sobald die dafür nötige Technik vorhanden ist, will man einen zweiten sogenannten Enforcement-Trailer anschaffen.

Die Messdauer bei flexiblen Tempokontrollen konnte im vergangenen Jahr massiv um 185 Prozent erhöht werden, was auch dazu führte, dass erheblich mehr Temposünder "erwischt" wurden. Insgesamt kletterte die Zahl der Beanstandungen auf 26 380 (wir berichteten). Dies ist vor allem der Anschaffung des Enforcement-Trailers (wörtlich übersetzt: "Vollzugs-Anhänger") zu verdanken. Dieses Gefährt ermöglicht einen durchgehenden Überwachungsbetrieb auch über mehrere Tage hinweg, ohne dass ein Vollzugsmitarbeiter anwesend sein muss. In dem Anhänger wird die Kamera installiert und kann über längere Zeit mit Energie versorgt werden.

Da die Anzahl der Verstöße allerdings insgesamt nicht so stark angestiegen ist wie die Messdauer, geht die Verwaltung davon aus, dass sich "die stärkere Überwachungsdichte insgesamt positiv und nachhaltig auf das Fahrverhalten auswirkt". So heißt es in der Sitzungsvorlage des Hauptausschusses, der sich am 29. April mit der Geschwindigkeitsüberwachung im Stadtkreis befassen wird. Es sei auch festzustellen, dass es seltener zu extremen Geschwindigkeitsübertretungen bis zum Fahrverbotsbereich komme.

Eine sehr positive Zwischenbilanz zieht die Verwaltung hinsichtlich des Enforcement-Trailers, der vor allem auch nachts eine ausgedehntere Kontrolle ermögliche. Allerdings könne die hohe Zahl von Nachfragen von Anwohnern aus allen Stadtteilen nach dem Einsatz des Trailers nur schrittweise abgearbeitet werden, was oft mit langen Wartezeiten verbunden sei.

Die Notwendigkeit zur Einrichtung weiterer stationärer Messsäulen wie am Ebert- und Verfassungsplatz sieht man zurzeit nicht. Ein Problem bereitet allerdings weiterhin die Überwachung des Motorradverkehrs, die in vielen Anfragen aus der Bevölkerung gefordert wird. Die stationäre Anlage in Geroldsau und die besonders an der Schwarzwaldhochstraße durchgeführten Kontrollen "können den offensichtlichen Bedarf vor allem an innerörtlichen Messungen aus Lärmschutzgründen in Geroldsau, Lichtental und Oberbeuern nicht abdecken", stellt die Verwaltung fest.

Der Enforcement-Trailer kann dafür bislang nicht eingesetzt werden, da Zweiräder nach derzeitiger Rechtslage zur eindeutigen Identifikation mit zwei Kameras (von vorne und hinten) erfasst werden müssen. Mobile Kontrollen durch den Vollzugsdienst sind zwar punktuell möglich, aber jeweils mit hohem personellen Aufwand verbunden. Daher, so die Stadt, lasse sich der Kontrollbedarf momentan nicht befriedigen.

Doch dies möchte man ändern und eine intensivere Motorradüberwachung ermöglichen. Und hier kommt nun doch der Enforcement-Trailer ins Spiel, denn dessen Hersteller hat der Verwaltung mitgeteilt, dass er zurzeit ein System zur Vernetzung von zwei Trailern entwickle, um einen Messverbund von zwei Kameras zur Überwachung von Motorrädern zu ermöglichen. Eine marktreife Version soll in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung stehen.

Die Verwaltung schlägt nun vor, die Mittel für einen zweiten Trailer inklusive Kamera (Kostenpunkt: rund 135 000 Euro) im nächsten Haushalt bereitzustellen. Die Anschaffung soll aber erst erfolgen, wenn die Möglichkeit der Vernetzung von zwei Trailern durch den Hersteller bestätigt wird. Darüber entscheidet nun der Hauptausschuss.

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