Soziales Zentrum gewünscht

Soziales Zentrum gewünscht

Von Nina Ernst

Baden-Baden - Mit einer neu konzipierten Variante der Besuchsreihe "OB vor Ort" ging es am Montagabend mit Margret Mergen auf Erkundungstour durch den Stadtteil Cité. Und zwar sowohl gedanklich als auch zu Fuß. Dabei standen vor allem die Stadtentwicklung und die Kinder- und Jugendförderung im Fokus.

Die überschaubare Gruppe - Bürger waren keine gekommen, dafür einige Stadträte und Kandidaten für die Wahl - befasste sich an Arbeitstischen zuerst mit den beiden Themen und schaute dann zwei Objekte in der Cité auch vor Ort an. Bisher hatte man es umgekehrt gehandhabt - zuerst Rundgang, dann Diskussion.

Markus Börsig, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (GSE), leitete den Blick direkt hin zu aktuellen Projekten des Stadtteils, der seit 2004 anhand eines Bebauungsplans erschlossen und entwickelt wird. Bis 1999 war das Gebiet eine Wohn- und Verwaltungssiedlung für die zivilen Angehörigen der französischen Streitkräfte. Unter anderem kamen am Montag folgende Punkte zur Sprache:

Cité-Fest: Den Abzug des Militärs vor zwanzig Jahren, 20 Jahre Euraka und 20 Jahre "Gipfelmarsch" nehmen die Euraka und die GSE zum Anlass, am 22. September das insgesamt vierte Cité-Fest zu feiern. Viele Ooser Vereine sind mit im Boot und es gibt wieder einen "Gipfelmarsch", wie ihn die Streitkräfte bis 1999 jährlich um die Kurstadt herum durchgeführt hatten. Mit dem Fest könne sich die Cité als "Vorzeigeprojekt" und lebendiger Stadtteil vorstellen, betonte Mergen.

Soziales Zentrum/Palais Paris: Es läuft allerdings nicht alles nach Plan in der Cité. Mergen fasste zusammen, dass ein "gemeinschaftliches Quartiererleben" fehle, und auch CDU-Stadträtin Reinhilde Kailbach-Siegle sprach von einer fehlenden Begegnungsstelle. Hoffnung hat die GSE in diesem Zusammenhang, wenn das vorgesehene Café im Palais Paris (Pariser Platz 1) einzieht. Die Ladeneinheit konnte bisher jedoch noch nicht vergeben werden, laut Börsig ist es schwer, einen Gastronomen zu finden - das gehöre aber fest zum Konzept des Beratungs- und Dienstleistungsgebäudes ("Haus der Berater"). Zudem wurden Forderungen laut nach einem Szene-Café und nach Erlebnis-Gastronomie.

VIA-Wohnprojekt: Das erste Mehrgenerationen- und Baugruppenprojekt Baden-Badens feiert in diesem Jahr zehnten Geburtstag. Christina Lipps, Bewohnerin und Mitbegründerin, erläuterte, dass in den 26 Wohneinheiten 37 Bewohner leben, die zwar ihre eigenen vier Wände haben, aber regelmäßig gemeinsame Aktivitäten durchführen. "Wir wohnen wunderbar", betonte sie.

Anstehende Projekte: Wie berichtet, hat der städtische Gemeinderat jüngst zugestimmt, dass eine neue dreigruppige Kindertagesstätte auf dem Areal der Euraka errichtet wird. Sie soll im Herbst 2020 in Betrieb gehen. Direkt gegenüber dem Cineplex-Kino am Europakreisel ist zudem der Neubau für Arte Deutschland vorgesehen. Rund 50 Mitarbeiter sollen dann dort statt am jetzigen Standort in der Schützenstraße arbeiten. Angelehnt an das VIA-Wohnprojekt entsteht darüber hinaus im Quartier Bretagne ein weiteres Mehrgenerationenwohnen. Unter dem Namen "Cité-Bretonen" wurden auch hier 26 Wohneinheiten vergeben. Einzug soll noch in diesem Jahr sein.

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