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Grünes Licht für Bauvoranfrage
An diesem Standort beim Plättig zeigt ein Karlsruher Ehepaar Interesse für eine Falknerei. Foto: Horcher
12.08.2017 - 00:00 Uhr
Schwarzwaldhochstraße/Bühlertal (eh) - Die Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald kommuniziert beständig: Neue Ideen und Projekte, welche die Schwarzwaldhochstraße touristisch beleben, werden gesucht. Im Bühlertäler Rathaus sind nun Pierre und Martina Kuhlmann vorstellig geworden, die interessiert sind, ihre Falknerei von Karlsruhe auf ein Grundstück beim Plättig zu verlegen. Einer Bauvoranfrage gab der Technische Ausschuss des Bühlertäler Gemeinderats einstimmig grünes Licht.

Der Standort liegt auf Gemarkung Bühlertal in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Hotel Plättig und an einem Wanderweg in Richtung Sand. Bauamtsleiter Norbert Graf erläuterte das Vorhaben. Der Interessent wollte bei seinem Gespräch im Rathaus klären, ob ein solches Projekt planungsrechtlich genehmigungsfähig sei.

Zum einen geht es um die Umnutzung von Wohnraum zu zwei Ferienwohnungen. Hinter dem Haus sollen am Waldrand zur angrenzenden Wiese 25 Volieren in Holzbauweise entstehen. Dort würden die Tiere der Falknerei gehalten, eine Voliere soll zur Auswilderung dienen. Außerdem wolle der Interessent zwei Pferde in einem Offenstall halten. Ein bereits vorhandener Holzschuppen soll hierfür genutzt werden.

Graf teilte ferner mit, dass die Naturschutzbehörde das Projekt positiv bewerte. Hingegen habe die Nationalparkverwaltung Bedenken geäußert, weil die Gefahr bestehe, dass sich Falken mit freilebenden Raubvögeln "vermischen" könnten.

Thomas Dobrzewski, Pressesprecher des Nationalparks, bestätigte auf BT-Nachfrage diese Bedenken. Es sei sinnvoll, dass dies im Vorfeld untersucht werde.

Das Bauamt Bühlertal griff den Einwand des Nationalparks auf. Einem möglichen Bauantrag der Falknerei macht es zur Auflage, ein entsprechendes Gutachten vorzulegen. Außerdem müssten 15 Parkplätze vorgehalten werden. Wie Stellplätze und Volieren gestaltet würden, müsse dann im Einzelnen abgestimmt werden, so Graf.

Bürgermeister Hans-Peter Braun und die Mitglieder des Technischen Ausschusses zeigten sich begeistert von der Projektidee und von möglichen Greifvögel-Vorführungen. Braun meinte: "Wir würden uns freuen, wenn sich die Falknerei am Plättig ansiedelt. Das wäre ein Gewinn. Es passt zum Nationalpark und zum Naturpark."

Flugvorführungen mit Greifvögeln sind bei der Karlsruher Falknerei, die in der Rintheimer Hauptstraße ihren Standort hat, bisher die Ausnahme. "Wir sind hier mit einer Fläche von unter einem Hektar mit unseren Möglichkeiten stark begrenzt.

Flugvorführungen sind daher nur ein Randthema", so Pierre Kuhlmann. Das Haupttätigkeitsfeld der Falknerei sei die fach- und tierschutzgerechte Vergrämung. Dabei gehe es überwiegend um Stadttauben, aber auch um Krähen und Möwen.

"Unsere Vogelabwehr, mit der wir bundesweit in Städten unterwegs sind, umfasst verschiedenste Methoden. Wir kennen die Tiere und die biologischen Zusammenhänge", so Kuhlmann. Der Plättig komme als möglicher neuer Betriebsstandort in Betracht. Da er und seine Frau im Badischen verwurzelt seien, würde man gerne in der Region bleiben.

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Von Reinhold Künstle am Donnerstag, 17.08.2017 um 16:35 Uhr
Grünes Licht für Bauvoranfrage
Sich mit „fremden Federn schmücken“
Der unwissende Zuschauer ist beeindruckt von dem Gehorsam der stolzen Vögel, vom scheinbar freiwilligen Zusammenspiel mit dem Falkner. Beschäftigt man sich jedoch mit den Praktiken die die Vögel über sich ergehen lassen müssen bis sie für Vorführungen geeignet sind, sieht man Vögel und Falkner in einem wenig ruhmreichen Licht .
Schon vor über 3.000 Jahren in Asien praktiziert, gilt die Jagd mit Greifvögeln, die Beizjagd, als älteste Jagdform der Welt. In Europa galt die Jagd mit Vögeln als ein Privileg des Adels. Sich mit „fremden Federn schmücken“ können die Falkner auch heute noch gut. Stolz darauf, die Könige der Lüfte gebändigt zu haben, präsentieren sie die Vögel angekettet und entwürdigt.
Um Greifvögel für die Jagd oder für Vorführungen einsetzen zu können, müssen sie wie die Falkner es nennen, abgetragen werden. Hierbei muss sich der Vogel dem Menschen unterwerfen, manche sagen auch, der Wille des Tieres wird gebrochen. Verschiedene Methoden werden dazu im Internet beschrieben. Z.B. wird der scheue Vogel auf ein Reck gesetzt und mit einer Schnur, die an seinen Füßen befestigt ist, immer wieder auf die Faust des Falkners gezogen. Es ist egal wie sehr sich der Vogel wehrt, der Falkner zwingt ihn auf seine Faust. Nur dort bekommt der Vogel Futter. Die Prozedur wird Tag für Tag über Wochen und Monate wiederholt, bis der Vogel keinen Widerstand mehr leistet, sondern „freiwillig“ auf der Faust des Falkners landet.
Daneben gibt es das so genannte Wachtragen. Hier wird der Vogel ohne Unterbrechung über mehrere Tage und Nächte von verschiedenen Menschen durch die Gegend getragen. Verunsichert durch die Nähe des Menschen und die zahlreichen Umweltreize bleibt der Vogel bis zur völligen Erschöpfung wach.
Eine besonders grausame Methode ist die Wasserkammer. Hier handelt es sich um einen Raum, dessen Boden vollständig mit Wasser bedeckt ist. Im Wasser zu landen bedeutet für den Vogel den Tod. Vor dem Menschen hat er Angst. Verzweifelt versucht er sich in der Luft zu halten, doch ein Entkommen gibt es nicht. Will er überleben, so muss er auf der Faust des Falkners landen. Er hat gelernt, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als auf die Faust des Falkners zurückzukehren.
Wenn ein Falkner einen Greifvogel zur Jagd einsetzen will, darf dieser nicht satt sein. Hier ist Geschick erforderlich, um den Vogel genau in dem Maße hungern zu lassen, dass er hungrig genug für die Jagd, aber nicht zu schwach dafür ist.
Außerdem entdecken deutsche Artenschutzbehörden bei Falknern und in Greifvogelschauen immer wieder illegal aus der Natur geraubte Greifvögel. Mehrere Tausend Euro bringt jeder Vogel auf dem Schwarzmarkt. Ein Geschäft das sich lohnt, denn die Gewinne sind so hoch wie beim Drogenhandel während die Strafen ähnlich sind wie beim Falschparken. So sollen selbst ausgewachsene Vögel gehandelt werden. In kleine Röhren gezwängt, die Augen zugenäht, werden sie durch den Zoll geschmuggelt. Kaum vorstellbar welche Qualen die wilden Greifvögel hierbei erleiden.
Nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord e.V. Bonn werden in Deutschland rund 80.000 Adler, Falken, Habichte und Eulen in Tierparks, Burgfalknereien und bei den ca. 1.500 privaten Falknern gehalten. Die Vögel verbringen ihr Leben angekettet als Statussymbol ihrer Besitzer oder als Attraktion in Greifvogelschauen. Andere Länder hingegen schränken die Haltung von Greifvögeln ein, so ist in Griechenland und Dänemark die Beizjagd verboten.


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