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Ende gut, alles gut
17.11.2017 - 07:23 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - "Mit dieser Einrichtung wird die Abfallwirtschaft im Landkreis Rastatt noch effizienter und kundenfreundlicher gestaltet", erklärte Landrat Jürgen Bäuerle vor versammelter Runde. Die Rede ist vom neuen Wertstoffhof im Gewerbegebiet Vimbuch, der am 1. Dezember seinen Kundenbetrieb aufnehmen wird. Die Fertigstellung der Anlage (Baukosten 4,3 Millionen Euro) wurde gestern mit den beteiligten Planern gefeiert.

Der neue Wertstoffhof verfügt über funktional gestaltete Zonen mit Containerstellplätzen und getrennten Fahrbereichen für Lkw und Pkw zur Anlieferung von Sperrmüll, Bauschutt, Altholz, Altreifen, Elektroartikel und anderen Wertstoffen. Das Entsorgungsangebot richtet sich hauptsächlich an Privathaushalte und kleinere Gewerbebetriebe. Gerechnet wird mit jährlich 4900 Tonnen an Wiederverwertbarem und Abfällen.

Ende gut, alles gut. Nahezu vergessen war bei der gestrigen Feier die von Baustopp und schweren Differenzen mit der Baufirma gezeichnete Startphase nach dem Spatenstich im Januar 2016. Der Landrat dankte indes Planer und Fachplanern, der Projektleitung und den geforderten Kommunalpolitikern vom Rastatter Kreistag bis zum Vimbucher Ortschaftsrat. Den kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetrieb lobte er als "Musterknaben", der "wieder eine Bestnote verdient" habe, sei doch die Zeitverzögerung "überschaubar" ausgefallen. Und das Budget werde nur geringfügig um 1,5 bis zwei Prozent überschritten.

Eine optimale Rückführung von Wertstoffen in den Wirtschaftskreislauf und eine umweltgerechte Entsorgung nannte Bäuerle als Leitlinien der Abfallwirtschaft. Den Ressourceneinsatz zu reduzieren, stelle eine der wichtigsten umweltpolitischen Zukunftsaufgaben dar. Deshalb gelte es, die Verwertungsquote, die derzeit bei 77 Prozent liegt, weiter zu steigern. "Der neue Wertstoffhof wird dieser Zielsetzung gerecht und unterstreicht die Zukunftsfähigkeit unserer Abfallwirtschaft, die zu den modernsten und gebührenfreundlichsten des Landes zählt."

Dass "Naturschutz und Abfallwirtschaft miteinander harmonieren können", erläuterte der Landrat am Beispiel einer baubedingten Ausgleichsmaßnahme. So fand sich auf dem Baustellengelände eine Population von Wechselkröten. "Dass diese seltenen Amphibien am Standort vorkommen, war im Vorfeld nicht bekannt", beteuerte er. In der Folge wurde auf einem nahe gelegenen Grundstück eine ökologische Ausgleichsfläche geschaffen als dauerhafter Beitrag zum Artenschutz.

Die jährlichen Betriebskosten des Wertstoffhofs bezifferte Bäuerle auf 360000 Euro. "Das ist gut angelegtes Geld für einen weiteren wichtigen Baustein im fortschrittlichen Netz unserer Abfallwirtschaft", die sich als "Kreislaufwirtschaft" verstehe.

Mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten und qualifiziertem, gut geschultem Personal will der Kreis bei der Bürgerschaft punkten. Drei Vollzeitkräfte und zwei Aushilfen werden den neuen Wertstoffhof betreuen, ließ Regine Krug, Technische Betriebsleiterin, am Rande der "Einweihung" wissen. Drei Wiegemeister seien eingestellt worden und werden derzeit noch in Gaggenau-Oberweier geschult.

OB Hubert Schnurr hob in seinem Grußwort die größere Benutzerfreundlichkeit und die zentrale Lage der Anlage im südlichen Landkreis hervor: "Sie ist aus allen Richtungen gut erreichbar." Das Stadtoberhaupt zeigte sich optimistisch, dass die Verwertungsquote sich nun "in Richtung 90 Prozent" bewegen werde. Zerschlagen hätten sich im Übrigen die anfänglichen Bedenken der Vimbucher Bürger wegen möglicher Emissionen.

Planer Johann Roth wünschte sich als Karlsruher, den Recyclinghof einmal selbst einem Praxistest unterziehen zu können, um die Funktionalität zu testen. Sein Stolz galt der Dachkonstruktion aus Holz, die nicht nur für architektonische Ästhetik sorge, sondern den kompletten Kundenbereich vor Niederschlag schütze. Weitere Merkmale des Bauwerks sind: getrennte Ein- und Ausfahrtswaagen sowie ein Betriebsgebäude mit 195 Quadratmeter Fläche für Wiegebüro, Personalraum, Besprechungsraum, Technikraum, Umkleiden, Toiletten und Duschen.

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