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Ostersegen für die Bauhandwerker
21.03.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Jede Menge Anschauungsunterricht, wie eine Kommune ihren zentralsten und bedeutendsten Platz attraktiv, nachhaltig und ohne politisches Getöse und persönliche Wichtigtuereien umgestaltet, gibt es in der Bühler Innenstadt. In Bälde dürften die ersten Lehrfahrten-Busse mit Kommunalparlamentariern und Baufachleuten vorfahren. Das Tempo, das die Baden-Badener Tiefbaufirma Weiss und ein auf Pflasterverlegung spezialisiertes Subunternehmen aus Willstätt bei der Neugestaltung von Markt- und Kirchplatz anschlagen, verblüfft selbst gestandene Experten im Rathaus.

Zaungäste, die regelmäßig die Arbeiten im Weichbild von Münster und Rathaus verfolgen, trauten zu Wochenbeginn ihren Augen nicht: Gerade mal zehn Wochen nach dem obligatorischen Baggerbiss ist der Marktplatz so gut wie fertig: belegt zum überwiegenden Teil mit Betonstein und um die Baumpartien mit Naturstein. Die Plaster-"Kolonne" bestand lediglich aus drei Mann. Vergangenen Samstag legten sie eine Sonderschicht ein - und schon war das erste Baulos vollendet.

Bei diesem ICE-Tempo kommt auch Tiefbau-Abteilungsleiter Wolfgang Schuchter ins Schwärmen: "Ich bin begeistert, das ist der pure Wahnsinn." Die Truppe von Weiss und des Subunternehmens Tinoco aus der 9000-Seelen-Gemeinde Willstätt mit ihren berühmten Bundesligafußballerinnen vom SC Sand, sind aber nicht nur tüchtig und flink, sondern auch gewissenhaft und bestens organisiert.

Und die Arbeit bei Regen, Flockenwirbel, bei Temperaturen knapp über oder unter dem Gefrierpunkt sowie bei einem ekligen Nordostwind wie zurzeit geht an die Substanz. Jeder Stein wird einzeln verlegt - nicht maschinell, sondern per Hand. Das alles bei einem Gewicht von 9,3 Kilo pro Exemplar. In der Summe geht es auf beiden Plätzen um eine Fläche von 4 400 Quadratmetern oder um umgerechnet rund 50 000 Einzelsteine.

Nur einmal, bei dem extremen Kälteeinbruch Ende Februar/Anfang März ruhten die Arbeiten. Und doch: Die Handwerker haben den Zeitplan nach aktuellem Stand bereits um unglaubliche vier Wochen unterschritten. Schuchter kann sich vorstellen: Gibt es keine bösen Wetterkapriolen mehr, könnte die Baustelle bereits Mitte Juli geräumt sein. Dabei galt der Fertigstellungstermin Mitte August, wie Reiner Armbruster vom Fachbereich Tiefbau beim Baggerbiss am 9. Februar anmerkte, schon als "sehr sportlich".

Momentan konzentrieren sich die Arbeiten auf die Erneuerung der Infrastruktur von Wasser, Abwasser und Strom auf dem Kirchplatz. Zu Beginn der Woche wurde die Betonplatte für den Narrenbrunnen gegossen, der südöstlich des Kiosks einen neuen Standort finden wird.

Der Clou dabei: Zur Betonung der Narrenfiguren werden diese mit einer Vernebelungstechnik besprüht und mit LED-Technik ins rechte Licht gerückt. Das Kunstwerk wird derzeit für 16 800 Euro restauriert. Die Gesamtkosten samt neuer Einfassung, sind mit 110 000 Euro veranschlagt. Die Übergabe erfolgt - sinnigerweise - am 11.11.

Noch nicht final entschieden hingegen ist das Möblierungskonzept. Allerdings gibt es Vorschläge aus der Bürgerschaft, Sitzgruppen um die Baumgruppen zu positionieren. Auch die Aufstellung von Figuren der Wittener Bildhauerin Christel Lechner wird als Aufwertung der Plätze angesehen. Das wilde Parkieren sollen versenkbare Poller im Bereich der Eisenbahnstraße und vermutlich Blumenkübel entlang der Hauptstraße unterbinden.

Der Neugestaltung der Plätze hat Anrainer, Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler, längst seine Absolution erteilt. Was er vor wenigen Tagen noch nicht zu träumen wagte: Das Münster von St. Peter und Paul wird am kommenden Palmsonntag, über Ostern und am darauffolgenden Weißen Sonntag über die Kirchentreppen zugänglich sein. Die Firma Weiss wusste eben, wie's geht.

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