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"Alleinstellungsmerkmal" für Bühler Klinik
Zwei Umzüge in zwei Jahren: Die Klinik für Handchirurgie und Plastische Chirurgie mit Chefärztin Prof. Dr. Nicola Borisch ist seit vier Monaten in Bühl angesiedelt. Foto: Klinikum
04.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Edith Fischer

Bühl - Vier Monate nach dem Umzug der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie von Balg nach Bühl ist Chefärztin Prof. Dr. Nicola Borisch längst "emotional" angekommen. "Hier kann man sich wohlfühlen", schildert sie die herzliche Aufnahme ihrer Abteilung an der neuen Wirkungsstätte. Mit Offenheit, Neugier und Respekt begegne man dem an der Bühler Klinik frisch angesiedelten Fachbereich, der zum Teil sehr spezifische Anforderungen stellt und den Einsatz mikroskopisch kleiner Instrumente verlangt.

"Dass wir im Bereich der Fingerendgelenke mit nur 1,2 Millimeter großen Schrauben hantieren, bringt manchen zum Staunen", gibt Borisch ein Beispiel. Die Mitarbeiter im OP, die mit der Handchirurgie noch nicht so vertraut sind, werden deshalb eingearbeitet und sollen sich eingewöhnen. "Es wird sich bald Routine einstellen", meint die Chefärztin, die ansonsten ihr gewohntes vierköpfiges Team um sich hat. Es besteht ausschließlich aus Fachärzten für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie oder Plastische Chirurgie. Alle verfügen über eine Weiterbildung im Bereich Handchirurgie. "Diese Ausbildung dauert drei Jahre, ist sehr anspruchsvoll und nur an speziellen Stätten möglich" sagt Borisch. Auch die Klinik unter ihrer Leitung gehört dazu.

Für die Chefärztin ist es der zweite Umzug innerhalb kurzer Zeit. Erst Anfang 2016 verlegte das Klinikum Mittelbaden den Standort der Hand- und Plastischen Chirurgen von der Klinik am Annaberg (früher DRK-Klinik) in Baden-Baden nach Balg. Seit Ende November operieren die Hand- und Plastischen Chirurgen im 2017 fertiggestellten vierten OP-Saal in Bühl und kommen kaum mehr nach. Die Warteliste reicht bis in den Mai, was teilweise auch im Umzug und einem personellen Wechsel begründet liege, erklärt die Privatdozentin, die an der Universität Regensburg, wo sie 2005 habilitierte, einen Lehrauftrag in Orthopädie besitzt.

Mehr als 70 Prozent der Eingriffe - rund 1800 im Jahr - werden ambulant vorgenommen. Die Nähe zum Ambulanten OP-Zentrum, das ebenfalls im Vorjahr von Balg nach Bühl umgesiedelt ist, sei deshalb ideal. "Diese Kombination passt gut." 50 Stunden operieren Borisch und ihre Kollegen derzeit pro Woche. "Acht Stunden fehlen uns noch", wünscht sie, einen zweiten OP-Saal mitbenutzen zu können.

Nach und nach, ist Borisch überzeugt, werde es gelingen, den "Stau" abzubauen. Eine Lösung sei sehr bald in Sicht, stellt Prokuristin Christine Neu in Aussicht. Mehr als 90 Prozent der benötigten OP-Kapazitäten stünden der Abteilung bereits zur Verfügung, "der Rest genießt Vorrang". Da die Patienten manchmal von weit her anreisen, habe das Klinikum laut Neu mittlerweile im Gebäude zwei bis drei Hotelzimmer einrichten lassen.

Die Notfallversorgung besitzt für die Abteilung Priorität, obwohl an der Bühler Klinik ursprünglich vorwiegend geplante Eingriffe gebündelt werden sollten. "Notfälle werden umgehend behandelt, anschließend beginnt das elektive Programm", sagt die Hand-Spezialistin. Arbeitsunfälle und ihre Folgen machen einen relativ hohen Anteil der Behandlungen aus, weshalb Hand- und Plastische Chirurgie eine berufsgenossenschaftliche Zulassung besitzen.

Neben dem operativen Bereich legen die Chefärztin und ihr Team großen Wert auf Beratung und Prävention. Täglich werden Sprechstunden angeboten, auch für spezifische Fragen. Die Resonanz ist so groß, dass auch dort eine Warteliste besteht.

Das Prestige der seit 2014 beim Klinikum Mittelbaden angesiedelten Handchirurgie - vom ehemaligen Chefarzt Prof. Peter Haußmann an der früheren DRK-Klinik Baden-Baden begründet - strahlt seit langem über Deutschland hinaus aus. Haußmann hat von 1978 bis zu seinem Ruhestand 2005 diesen Ruf maßgeblich geprägt. Seine Nachfolgerin Nicola Borisch, die von 1993 bis 1997 bei ihm gearbeitet und gelernt hat, ist "stolz, eine Schülerin von ihm zu sein".

Insbesondere der Spezialisierung auf rheumatische Erkrankungen - ein Schwerpunkt der einstigen DRK-Klink - verdankt die Fachabteilung ihr Renommee. "Es stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar", stellt Borisch fest. Damit dieses Wissen weiterentwickelt wird, wird nicht nur im eigenen Team ausgebildet.

Borisch nimmt auch Prüfungen vor der Ärztekammer Nordbaden ab. Zudem ist sie europaweit unterwegs und gibt Kurse für Handchirurgen unter anderem in Wien und Florenz. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Abteilung besteht in der Spiegelung von Kleingelenken. "Auch damit heben wie uns von anderen ab", stellt Borisch heraus.

Neben ihrem Klinik-Alltag engagiert sich die Chefärztin in der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH). 2017 übernahm sie für ein Jahr die Präsidentschaft der 900 Mitglieder zählenden Fachgesellschaft - als erste Frau. Stolz ist sie darauf, dass es gelungen ist, einen international bedeutenden Kongress nach Deutschland zu holen. Im Juni 2019 kommen Handchirurgen aus aller Welt unter dem Motto "Building Bridges - Together Hand in Hand" in Berlin zusammen. Kongresserfahrung besitzt die Professorin ebenfalls: 2014 fungierte sie als Kongresspräsidentin der 55. Jahrestagung der Handchirurgen und Handtherapeuten in Baden-Baden.

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