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Gefräßige Insekten aktiv
Im Bannwald bei Söllingen werden Netze ausgelegt. Sie sollen die Eiablage der Maikäfer verhindern.  Foto:  Gangl/Archiv
16.05.2018 - 00:00 Uhr
Bühl/Rheinmünster (efi) - Maikäfer mögen es warm. Seit April schwärmen sie im sonnenverwöhnten Südwesten wieder aus, bis Ende Mai ihr Lebenszyklus ein natürliches Ende findet. Was bei Naturfreunden für Begeisterung sorgt, löst bei Forstleuten tiefe Besorgnis aus. Dauerprobleme bereiten die Insekten und ihre Larven in den Hardtwäldern entlang der Rheinschiene. Betroffen sind vor allem Rheinmünster und Hügelsheim, wie Kay Karius, Bühler Bezirksleiter des Kreisforstamts, berichtet.

Alle drei bis vier Jahre kommt es aufgrund der mehrjährigen Entwicklungszeit zu einem verstärkten Auftreten. Auch 2018 ist ein solches Maikäfer-Jahr. "Wir haben es mit einem starken Flug zu tun, kräftig, aber nicht extrem", schätzt Karius die Lage ein. In Deutschland kommen hauptsächlich zwei Arten vor: der Feld- und der Waldmaikäfer. Während Fachleute im Gebiet um Baden-Baden und Iffezheim einen sogenannten Mittelbaden-Stamm ausgemacht haben, fühlen sich in den Wäldern östlich des Baden-Airparks die Feldmaikäfer besonders wohl, die alle drei Jahre schlüpfen. Karius spricht von einem "Sonderfall".

Diese Exemplare mögen trockene, sandige Böden, erklärt der Forstexperte. Um die Jahrtausendwende, nach den Schäden, die Orkan Lothar 1999 hinterlassen hat, habe die Spezies, die sonst eher in offenen, unbewaldeten Bereichen vorkommt, in den lichten Wäldern rund um den Baden-Airpark beste Bedingungen vorgefunden. Die Käfer bevorzugen Laubbäume und fressen deren Kronen kahl. Massive Schäden entstehen nicht allein durch Kahlfraß. "Die Eiche kann sich regenerieren und wird wieder austreiben", erläutert Karius. Bedeutend gravierender wirkten sich die drei Jahre im Boden lebenden Engerlinge aus, die nachhaltig die Baumwurzeln zerstören können. Auch Nadelbäume wie Douglasien leiden intensiv darunter - schlimmstenfalls sterben sie ab.

Besonders empfindlich reagieren junge Bäume, macht der Forst-Bezirksleiter deutlich. Um die Neupflanzungen zu schützen, wurden - wie bereits vor drei Jahren - in einem Teil des Gemeindewaldes von Rheinmünster Netze ausgelegt. Sie sollen die Eiablage in den Boden verhindern. Mit jährlichen Probegrabungen versuchen die Forstleute zudem, sichere Prognosen für die Entwicklung der Populationen herzuleiten.

Die für die Kommunen entstehenden finanziellen Ausfälle lassen sich laut Karius nur schwierig beziffern. Durch die von Maikäfern verursachten Schäden sieht er darüber hinaus das ökologische Gleichgewicht in Gefahr. "Das Problem wird uns erhalten bleiben", meint Karius. Waldbesitzer stünden mit den Folgen weitgehend alleine da. Es fehle an breiter wissenschaftlicher Forschung, um geeignete und verträgliche Mittel gegen das Treiben der Vielfraße zu finden.

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