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Umweltsauerei bleibt ungesühnt
Umweltsauerei bleibt ungesühnt
05.07.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Der ehemalige Geschäftsführer eines Transportunternehmens wies die Schuld an der Gewässerverunreinigung weit von sich. Durch starke Regengüsse seien Öl und andere Chemikalien von seinem Firmengelände aus in den Steingraben in Eisental gespült worden und haben dort zu starken Verunreinigungen und Verfärbungen sowie zum Tod von zahlreichen Fischen geführt, lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Laut Strafbefehl hätte er eine Geldstrafe in beträchtlicher Höhe zahlen sollen. Dagegen hatte der Beschuldigte Einspruch eingelegt, weshalb im Verfahren am Amtsgericht in Bühl nun die Schuldfrage zu klären war.

"Das Firmengelände ist komplett öffentlich", schilderte der 30-jährige Angeklagte dem Richter die Sachlage. "Auch fremde Lkws konnten dort parken und Fremde an ihren Autos Reparaturen unternehmen. Jeder, der auf das Gelände kam, konnte dort sein Öl abladen. Ich konnte ja nicht 24 Stunden dort Wache halten."

"Sie hätten es verbieten können", meinte Richter Hannes Schrägle. "Das haben wir ja getan, und viele unbefugte Benutzer abgemahnt. Aber das half nichts. Ich weiß nicht, wie ich es hätte verhindern sollen", antwortete der sichtbar konsternierte Angeklagte. "Sie hätten einen Zaun aufstellen können." Das allerdings, so musste sich der Richter vom Verteidiger belehren lassen, sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich gewesen.

Auch die Zeugen vermochten nur insofern zur Klärung des Geschehens beitragen, als sie schilderten, wie sie die damalige Situation vorgefunden hatten. Sie berichteten von einem weißen schmierigen Chemikalienfilm, der von einer mobilen Waschanlage der Firma aus bis hinunter zum Flussbett reichte, einem Ölfilm auf dem Wasser des Grabens, der zu Trockenzeiten gar kein Wasser führt, und einer Unzahl toter Fischer. Einen Ölabscheider wollten nicht alle Zeugen wahrgenommen haben, soll aber laut Aussage des Angeklagten dort gestanden haben. Er äußerte zudem eine Vermutung, dass ein Busfahrer, den er auf dem Firmengelände am Tag zuvor bei der Reparatur seines Motors dort gesehen haben will, möglicherweise auch Öl abgelassen hat.

Verteidiger Axel Götz legte sich engagiert für seinen Mandanten ins Zeug, den er ohnehin schon als Leidtragenden der Umstände darstellte, die zur Insolvenz seines Unternehmens geführt hätten. Die Firma existiere nicht mehr, er habe noch erhebliche Schulden abzutragen, und das Firmengelände habe inzwischen einen Privatmann erworben. Entsprechend der doch nach seinem Dafürhalten dürftigen Beweislage regte er an, das Verfahren nach Paragraf 153a (gegen Geldauflage) einzustellen.

Auch die Staatsanwaltschaft, die von Rechts wegen zustimmen muss, vermochte nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nichts erkennen, was die Anklage hätte erhärten können, und stimmte dem Vorschlag zu.

Der Richter wollte lediglich die vom Verteidiger vorgeschlagenen 300 Euro € der Geldauflage auf 500 € Euro erhöht sehen, was wiederum vom Angeklagten akzeptiert wurde - und das Verfahren wurde eingestellt.

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