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"Im Dialog die beste Lösung finden"
19.07.2018 - 00:00 Uhr
Bühl - Kehrtwende beim Termin, nicht aber an der Grundsatzentscheidung: Der Bühler Wochenmarkt wird nicht am 4. August vom Europaplatz zurück auf den angestammten und dann sanierten Markt- und Kirchplatz zurückverlegt, sondern frühestens Ende September. Möglicherweise erfolgt der Umzug auch etappenweise oder gar erst im Januar nach Ende des Adventsmarkts. Über die neueste Entwicklung unterhielt sich BT-Redakteur Gerold Hammes mit Oberbürgermeister Hubert Schnurr.

BT: Herr Oberbürgermeister, Dankbarkeit in der Kommunalpolitik darf man bekanntlich nicht voraussetzen, ein bisschen Vorfreude aber von den Wochenmarktbeschickern über den neu gestalteten Markt- und Kirchplatz hätte man vielleicht schon erwarten dürfen. Stattdessen hört man Vokabular und Sätze wie Volkes Wille, Demokratie, Diktatur und "Stadt muss nachgeben".

Interview

Hubert Schnurr: Mir war der Wochenmarkt immer sehr wichtig. So habe ich mit Antritt meines OB-Amtes zweimal im Jahr jeweils samstags die Markthändler zum Austausch eingeladen, um deren Sorgen, Nöte und Wünsche mitzubekommen. Dennoch war ich überrascht, wie sehr sich die Beschicker mit dem Europaplatz angefreundet haben, zumal der Umzug im Januar nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen wurde. Die Lage, das muss man konstatieren, hat sich komplett gedreht.

BT: Inwieweit hat die Verwaltung versucht, den Umzug einigermaßen "sozial- und umsatzverträglich" zu gestalten?

Schnurr: Wir haben von Anfang an alles unternommen, um Bedenken der Beschicker auszuräumen. So haben wir ihnen, aber auch den Kunden erlaubt, auf dem Pausenhof der Realschule zu parken. Wir haben in der Eisenbahnstraße zwischen Sparkasse und Modehaus Pfeiffer die Bordsteine abgesenkt. Und wir haben Toiletten aufgestellt. Kurzum: Wir haben alles gemacht, um den Platz für alle so angenehm wie möglich zu gestalten.

BT: Und zwar so angenehm, dass die Händler und Kunden nicht mehr wegwollen. Schnurr: Das ist nun die Krux. Dass sich die Händler in diesem Maße mit dem Europaplatz anfreunden, damit war wirklich nicht zu rechnen.

BT: Aber der Europaplatz wird sich spätestens im Frühjahr 2019 nicht mehr so einladend und großzügig präsentieren, wenn ein paar Baustellen eingerichtet werden?

Schnurr: Richtig. Die Umstände werden sich ändern und den Standort verändern, wenn vermutlich ab März die Sparkasse mit dem Umbau und der Sanierung ihrer Hauptstelle in der Eisenbahnstraße beginnt. Diese Maßnahme soll sich über ein Jahr hinziehen. Aber auch der Bau einer Mensa für die Aloys-Schreiber-Schule und Carl-Netter-Realschule wird die Zufahrt zum Europaplatz erschweren. Weitere Projekte auf dem Campus-Areal werden folgen.

BT: Von welchem Zeithorizont gehen Sie aus?

Schnurr: Wir sprechen von einem Zeithorizont von bis zu fünf Jahren, in denen sich der Europaplatz und der Sparkassenplatz verändern und im Campus-Projekt aufgehen werden. Das heißt: In dieser Zeit sind dort das Platzangebot, das Flair und die Aufenthaltsqualität von heute nicht mehr gegeben. Auch vor diesem Hintergrund wollen wir mit dem Markt schon jetzt, wie mit den Marktbeschickern ursprünglich fest vereinbart, auf seinen angestammten Platz zurück.

BT: Sind diese mit Beschwernissen verbundenen Maßnahmen für eine weitere Stadtentwicklung den Händlern, die ja auch aus umliegenden Gemeinden und auch aus anderen Landkreisen kommen, möglicherweise nicht bekannt gewesen?

Schnurr: Das kann man vermuten.

BT: Bleibt es beim Rückkehrtermin am 4. August?

Schnurr: Nein. Wir wollen angesichts der jüngsten Entwicklungen nichts übers Knie brechen, sondern für alle Beteiligten das beste Ergebnis. Deshalb werden wir uns nach der Sommerpause an einen "Runden Tisch" zusammen mit den Markthändlern und dem Bühler Einzelhandel setzen. Solange wird der Wochenmarkt auf jeden Fall auf dem Europaplatz bleiben.

Viel Geld in Markt- und Kirchplatz investiert

BT: Wann sehen Sie den frühesten Termin für den Umzug?

Schnurr: Diesen werden wir nach jenem Treffen festlegen.

BT: Man könnte, um das ganze Hin und Her zu vermeiden, noch den Adventsmarkt vom 30. November bis 20. Dezember abwarten, um dann im neuen Jahr die endgültige Pole Position einzunehmen?

Schnurr: Es gibt viele Möglichkeiten. Der Runde Tisch soll ergebnisoffen angegangen werden.

BT: Kennen Sie das aktuelle Meinungsbild der Fraktionen?

Schnurr: Ich befinde mich mit den Fraktionsvorsitzenden ständig im Austausch, auch zum Wochenmarkt. Wir haben für viel Geld auf dem Markt- und Kirchplatz eine moderne Infrastruktur mit Strom, Wasser und Abwasser für Anlässe aller Art geschaffen und im nordwestlichen Bereich beim Kiosk zusätzliche Flächen hinzubekommen. Wir sind hier einfach besser aufgestellt. Wir wollen im Dialog mit allen Beteiligten die beste Lösung.

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